Okta Logue im Roxy: Musikalische Zeitreise in die frühen 70er

Retro-Rock findet immer seine Hörer, besonders wenn er authentisch klingt. So war es auch bei Okta Logue, die im Roxy vor 100 Zuhörern spielten.

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Ließen den psychedelischen Rock der 70er Jahre wieder aufleben: Benno Herz (links) und Philip Meloi von Okta Logue beim Konzert im Roxy. Foto: Udo Eberl

Die angezerrten Hammondorgel-Sounds, die singende Gitarre, das munter im Vintage-Sound polternde Schlagzeug waren es nicht allein, was den speziellen Reiz von Okta Logue ausmachte. Die vier Studenten aus dem hessischen Griesheim bei Darmstadt rockten im Roxy nicht nur wie einst in den wilden, frühen 70ern, sie sahen auch aus, als seien sie mit der Zeitmaschine nach Ulm gereist. Die Klamotten, die langen Haare, das Equipment auf der Bühne und die meist analogen Effekte - da passte fast alles.

Mit genau dieser Optik und ihrem Sound, der einiges von dem, was in seligen Rock-Zeiten angesagt war, vereint, haben sich Okta Logue in weniger als fünf Jahren in die Herzen der Fans genau dieser Musik gespielt. Und nicht nur das. Sie haben mittlerweile einen amtlichen Plattenvertrag, das neue Album "Tales of Transit City", sie spielen allein in diesem Herbst in Deutschland und Europa so viele Konzerte, dass andere junge Musiker neidisch werden könnten, und werden im Oktober sogar in den USA und Kanada unterwegs sein. Alles gut also?

Mal davon abgesehen, dass ambitionierten und voller Lust aufspielenden Musikern ein solcher Erfolg immer zu gönnen ist, blieben Okta Logue live über weite Strecken einiges schuldig. Zu viele der Songs waren mit derselben Retro-Rocknadel gestrickt, die oft verwendeten Begriffe wie Prog-Rock oder Psychedelic griffen nicht wirklich. Wenn die Gitarre von Philip Meloi nicht gerade singend den melodischen Bogen spannte, wurde es in den Arrangements doch ziemlich dünn, und Benno Herz, der Mann am Bass, aber auch Sänger der Band, blieb bei der Ulm-Premiere der Band stimmlich einiges schuldig.

Das war aus der Abteilung okay. Umso überraschender, dass um die Jungs aus Hessen gerade reichlich Wind gemacht wird. Und wäre da nicht der finale Longsong gewesen, hätte man über die Inhaltsstoffe dieses Konzerts munter streiten können. Wenn man als Zeitzeuge in den Erinnerungen kramte, wurde einem gewahr: Ja, da gab es im Jugendhaus nebenan diverse Bands, die den Herren von Okta Logue die Noten um die Ohren gerockt hätten. Auf demselben Equipment, in ähnlichen Klamotten und mit langen Haaren.

So gesehen, war es eine unterhaltsame, anderthalbstündige Rock-Zeitreise im Roxy, auf die die knapp 100 Besucher unterschiedlichsten Alters mitgenommen wurden und die erst mit zwei Zugaben-Songs endete. Wer dieses Retro-Phänomen allerdings zu hoch hängt, entwertet das, was musikalisch Pate stand und zum Teil wirklich Klasse hatte.

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