Pilgertour für guten Zweck: Ohne Schuhe durch Deutschland

Von Rügen bis in die Schweiz läuft Aldo Berti barfuß, um einen neuen Weltrekord aufzustellen. Am Dienstag machte er in Ulm Station.

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  • Zeig her deine Füße: Auf seiner dreimonatigen Barfuß-Benefiz-Wandertour von Nord nach Süd hatte Aldo Berti am Dienstag bereits 1850 Kilometer zurückgelegt, 250  stehen noch aus.  1/2
    Zeig her deine Füße: Auf seiner dreimonatigen Barfuß-Benefiz-Wandertour von Nord nach Süd hatte Aldo Berti am Dienstag bereits 1850 Kilometer zurückgelegt, 250  stehen noch aus.  Foto: 
  • „Ich freue mich schon drauf, wieder Schuhe anzuziehen“, sagt der 53-Jährige. 2/2
    „Ich freue mich schon drauf, wieder Schuhe anzuziehen“, sagt der 53-Jährige. Foto: 
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Er hat gedacht, seine Füße gewöhnen sich mit der Zeit ans Barfußlaufen. Stimmt aber nicht. „Sie werden durch die andauerende Reibung empfindlicher“, sagt Aldo Berti am 73. seiner auf 85 Tage angelegten Wanderung. Zum Glück hat er keine offenen Stellen, dann wär’s vorbei mit dem anvisierten Weltrekord. Der 53-Jährige hat sich allerdings auch gut vorbereitet auf seine Tour de Force. Training seit Anfang 2016, jeden Abend schluckt er ein Enzympräparat zur Hautregeneration und schmiert sich die Fußsohlen mit Hirschtalg ein.

Ein bisschen verrückt muss man wohl sein, aber ein weltentrückter Freak ist Berti nicht. Der Psychotherapeut mit zwei Praxen in Villingen und Hamburg, dreifacher Vater und zweifacher Großvater, hat sich die Auszeit verordnet, um Gutes zu tun. Für drei Kinderhilfsprojekte sammelt  er auf nackten Sohlen laufend Spenden. Es gibt Leute, die Tagespatenschaften übernehmen und einen Sponsor, der den Löwenanteil finanziert – sofern Berti den Rekord tatsächlich aufstellt. 2100 Kilometer will er insgesamt zurücklegen, Start war auf Rügen, 1850 hatte er am Dienstag bereits hinter sich, die verbleibenden 250 bis zum Ziel – das Schweizer Kloster Einsiedeln – dürften in den verbleibenden 12 Tagen einigermaßen zu schaffen sein, schätzt er. Damit wäre der aktuelle Barfußlauf-Rekord eines Iren eingestellt, der die grüne Insel mit ihrem Umfang von 2080 Kilometern 2016 umrundet hatte.

Schummeln ist nicht. Ein GPS-Gerät zeichnet jeden Schritt inklusive Tempo auf. Wenn Berti mal ein Stück trampt – was bei strömendem Regen schon vorgekommen ist – wird das nicht gezählt. Alle Daten inklusive Dutzender Zeugenunterschriften und weiterer Beweise wie Fotos von jeder Etappe muss er an den Guinness-Verlag nach London schicken. Gibt es nichts zu beanstanden, ist ihm der Eintrag ins Buch der Rekorde sicher.

Dass er auf viel Unterstützug und Hilfsbereitschaft trifft, freut Berti sehr. Fast alle Übernachtungen werden von Hoteliers übernommen, „und ein Frühstück gibt’s auch noch dazu“. In Ulm hat er übrigens im Hotel Barfüßer genächtigt.

Info Weitere Informationen zum Spendenlauf im Internet unter www.barfussweltrekord.aldo-berti.de

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