OB-Kandidat Rivoir startet in Lehr seine Wahlkampftour durch alle Straßen Ulms

Martin Rivoir will im OB-Wahlkampf alle Ulmer Straßen abklappern - zu verfolgen im Internet. Der Anfang ist gemacht: Am Montag nahm er sich Lehr vor.

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Mit 25-minütiger Verspätung hat Martin Rivoir am Montagmittag am Rathaus in Lehr seine Tour "Unterwegs in Ulm" in Angriff genommen. Allzu oft sollte sich der Kandidat für die OB-Wahl Ende November solche Verzögerungen nicht erlauben, schließlich beabsichtigt er, in den kommenden Wochen alle Ulmer Straßen zu Fuß zu besuchen. Los ging's mit Loherstraße, Tobelstraße, Birkenlauhstraße, Schatzäckerweg, Lerchenfeldstraße, Krummbögle. Und so weiter. Lehr? Abgehakt.

Eine Handvoll Lehrer Bürger hatte sich dem OB-Kandidaten angeschlossen, zwei hatten gleich ein konkretes Anliegen, was nämlich die miese Parksituation an der Kirche angeht. Die anderen waren aus reinem Interesse dabei, wie Claus Brenner, der zu Rivoirs Aktion treffend feststellte: "Er mobilisiert die Leute." Wobei diese Ochsentour mehr den Charakter eines Wandertags als den einer politischen Informationsveranstaltung hat.

Rivoir legt denn auch ein ordentliches Tempo vor, um Strecke zu machen, und hängt die Mitläufer bisweilen ab. Zur Wahl seiner Route vor Ort räumt er ein: "Ich habe keinen Plan, aber ein Ziel schon." Nämlich möglichst viele Ulmer zu erreichen. So steckt er links und rechts Postkarten in die Briefkästen, auf denen die Wähler Anliegen, Anregungen, Anmerkungen zurückmelden können. Steht einer zufällig im Garten rum, wird er leutselig von Rivoir angesprochen, wie am Montag eine der vielen Schlumbergers von Lehr. Allzu sehr sollte sich der 55-Jährige wiederum nicht ins Gespräch vertiefen, wenn er rumkommen will.

Immerhin sind es 400 Ulmer Straßenkilometer, die Rivoir zurückzulegen hat. "Kein Problem", sagt sein Wahlkampfmanager Holger Oellermann zu den konditionellen Voraussetzungen, "schließlich ist er Vorsitzender der Alpenvereinssektion im SSV Ulm 1846." Wie schon der Auftakt in Lehr zeigt, sind neben Straßen natürlich auch Wege und Gassen darunter, Bundesstraßen freilich ausgenommen, sofern dort nur Autos verkehren.

Groß tricksen kann der Kandidat auf seiner ambitionierten Tour übrigens nicht, denn der Clou dabei ist: Er ist nicht nur on the road, sondern sozusagen auch on air. "Man kann im Internet schauen, wo ich bin." Rivoir hat dafür das Handy an- und eine App freigeschaltet, so dass er über GPS-Tracker vom Satelliten geortet wird. Auf seiner Homepage ist jederzeit nachzuprüfen, wo er bereits unterwegs war und wo er just im Moment gerade unterwegs ist: Er blinkt dann auf der Karte als blaues Pünktchen, na gut: Am Montag hakte das noch ein bisschen mit der Übertragung und Darstellung. Wahlkampf modern - mal sehen was der online-affine Gegenkandidat Gunter Czisch dagegenzusetzen hat.

Info Rivoir ist zu verfolgen unter www.martin-rivoir.de. Seine Tour läuft am Mittwoch in Mähringen weiter: 11.30 Uhr am Rathaus.

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Kommentare

18.08.2015 14:17 Uhr

Wie Bürgernah Politiker/innen doch sind.

Aber nur direkt VOR der Wahl! Danach wird den Bürgern sehr schnell klar gemacht, das sie ein Störfaktor im System sind. ;)

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