OB-Kandidat Martin Rivoir holt sich Rückenstärkung bei Ulmer SPD

Einen Tag, nachdem Gunter Czisch seine OB-Kandidatur für Ulm erklärt hat, hat sich Mitbewerber Martin Rivoir Rückenstärkung bei den Genossen geholt. Rückenwind verspüren diese von 24 Jahren Ivo Gönner.

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Der scheidende OB Ivo Gönner macht die Ulmer SPD stolz. Martin Rivoir will ihm nachfolgen.  Foto: 

Getragen von einer phantastischen Schwörmontagsstimmung, bei der er sich unter den Ulmerinnen und Ulmern persönlich wohl- und geschätzt gefühlt hat, hat Martin Rivoir am Mittwoch den Freunden von der Ulmer SPD Grundsätze seiner Oberbürgermeisterkandidatur dargelegt - um gleich vorwegzuschicken, dass er dabei natürlich überparteilich auftritt. Was das Amt an der Stadtspitze angeht, würde er sich eher als Gestalter denn als Verwalter sehen: "Verwalten tun die Verwaltung und die Bürgermeister, die dafür ausgebildet sind." Womit der SPD-Stadtrat und Ulmer Landtagsabgeordnete gleich mal mögliche Vorbehalte zu entkräften versuchte, er habe für den Job des OB zu wenig Verwaltungserfahrung.

Der 55-Jährige ist Elektrotechniker und sieht in seiner Eigenschaft als Ingenieur eine "gute Voraussetzung, an Problemlösungen etwas anders heranzugehen", nämlich zuzuhören, zu entscheiden und dann zu handeln, wie sein Wahlkampfmotto ("Ulm verstehen") lautet.

Bei allem Gestaltungswillen ist für Rivoir klar: "Wir müssen Ulm nicht neu erfinden." Vor allem nicht nach 24 Jahren unter Ivo Gönner, schließlich auch Sozialdemokrat. Das heißt, dass es jetzt zunächst darum geht, zwei große Baustellen anzugehen, "die entschieden sind": Straßenbahn und Sedelhöfe, wobei er zur Straßenbahn schon mal dazusagt: "Mit dem Bau der Linie 2 ist nicht Schluss. Meine Vision ist die Straßenbahn für Wiblingen." Er wolle dem Gemeinderat vorschlagen, eine solche Linie untersuchen zu lassen. Für die Sedelhöfe freut ihn, dass dort statt 20 über 100 Wohnungen gebaut werden - eines seiner Kernthemen, die er schon bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur vor fünf Wochen angenagelt hat.

"Wir müssen noch stärker in den Wohnungsbau investieren." Dabei soll ein Mix von Wohngebieten dafür sorgen, dass "jeder, der in Ulm wohnen will", nach seinen Möglichkeiten fündig wird. Beim Wohnbau will er mit der Region gemeinsam vorangehen wie auch beim Verkehr: "Wir werden uns zeitnah mit dem S-Bahn-System beschäftigen." Der Ulmer Kessel öffne sich. Weiterentwicklung für die Wissenschaftsstadt auch: "Ich habe ein Gefühl dafür, was Forscher brauchen." Und die nötigen Drähte dazu nach Stuttgart.

Während sich eine Wählerinitiative für Rivoir bildet, bleibt die SPD-Basis natürlich rein parteiisch - und lobt ein sozialdemokratisches Ulm, wie es Ivo Gönner geschaffen habe.

Alle Straßen der Stadt

Wahlkampf Martin Rivoir hat ein ehrgeiziges Ziel. Der OB-Kandidat will vier Wochen lang durch Ulm laufen, mit den Leuten reden und Postkarten für das Feedback verteilen. "Das Ziel ist, am Ende des Wahlkampfs in jeder Straße dieser Stadt gewesen zu sein." Klare Botschaft: "Auf die Leute zugehen." Rivoir wird mit einem GPS-Tracker unterwegs sein, so dass eine eigene Internetseite zeigt, wo er soeben ist und wo er schon alles war. Erst mal geht er jetzt aber noch in den Urlaub.

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