OB Czisch verteidigt Aus für Ding-Card

Am Aus für die Ding-Card führe kein Weg vorbei. Wer nur ab und zu Bus oder Bahn fährt solle aufs Handyticket umsteigen oder sein Ticket auf klassischem Weg kaufen, so der OB.

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Die Ding-Card soll abgeschafft werden. Das erbost viele Nutzer.  Foto: 

An der Abschaffung der Ding-Card führe trotz Protesten von Fahrgästen und Bedenken von Kommunalpolitikern kein Weg vorbei. Das schreibt OB Gunter Czisch (CDU) in einem Brief an die Fraktionen von FWG, Grünen und SPD im Ulmer Gemeinderat. Sie hatten entsprechende Anfragen zum Erhalt der 1998 eingeführten Chipkarte gestellt, die Kunden bei Einzelfahrten im Stadtgebiet einen Rabatt von zehn Prozent gewährt. Zum 1. Januar 2018 soll der Rabatt wegfallen, 2019 die Karte vollends ihre Gültigkeit verlieren.

Der Ding-Aufsichtsrat, an dem Stadt und SWU mit je 12,25 Prozent beteiligt sind, habe sich die einstimmig beschlossene Entscheidung nicht leicht gemacht, schreibt Czisch. Fakt sei: die Technologie sei veraltet, die Karte entspreche nicht mehr den Sicherheitsanforderungen, wegen fehlender Unterstützung der Hersteller seien zudem keine  Ersatzbeschaffungen möglich.

Hohe Investitionskosten

Eine chipkartenbasiertes Nachfolgesystem, das sowohl Einzeltickets und Tageskarten wie auch Zeitkarten einschließt, würde rund  fünf Millionen Euro kosten, so der OB. Wolle man nur die heutigen Funktionen auf einem neuen Chipkartensystem  abbilden, würde dies 2,5 Millionen Euro kosten, weil stark in eine neue Hardware investiert werden müsste. „Diese zusätzlichen Kosten würden in einer Anhebung der Fahrpreise ihren Niederschlag finden.“

Ding setze deshalb auf zwei Vertriebswege: einen für Stammkunden, einen für Gelegenheitskunden. Der überwiegende Anteil der Fahrgäste im Ding-Gebiet  nutze Busse und Bahnen fast täglich, darunter 50.000 Schüler, 12.000 Studenten und 15.000 Berufstätige mit Jahreskarten.  Für diese Gruppe arbeite man an einer Chipkartenlösung. Die Kosten dafür beziffert Czisch mit gut zwei Millionen Euro. Es biete eine höhere Fälschungssicherheit als die heutigen Papierfahrscheine.

Bei den Gelegenheitskunden werde künftig verstärkt aufs Handy-Ticket gesetzt.  Dem Verkehrsverbund sei freilich bewusst, dass nicht jeder ein Smartphone besitze. Um diese Gruppe nicht zu stark zu belasten, habe man beschlossen, die Preise  für Einzelfahrscheine im Stadtgebiet nicht zu erhöhen. Sie bleiben bei 2,20 Euro. Die Tagesfahrkarte werde sogar um 60 Cent reduziert. Außerdem blieben die „klassischen Verkaufskanäle“ an Automaten und beim Fahrer erhalten.

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Kommentare

20.09.2017 10:36 Uhr

Antwort auf „Handy Apps sind ja sooo praktisch....”

Herr Spötter,
ja da habe Sie vollkommen Recht. Ich ärgere mich auch, dass die meisten APPs, welche ich nutzen will, nicht mehr auf dem IPHONE 3 laufen bzw. sich nicht installieren lassen.
Da selbst die ersten Smartphones, mit wenigen Ausnahmen, auch nach gefühlt 10 Jahren noch sauber laufen, finde ich das schade.

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20.09.2017 10:18 Uhr

Kurzstrecken- und Mehrfahrtenticket fehlen

Obwohl ich ein Smartphone besitze, finde ich Abschaffung der Dingcard ärgerlich. Die Tarifgestaltung der SWU ist insgesamt nicht kundenfreundich. Es gibt weder ein Kurzstreckenticket noch ein Mehrfahrtenticket wie z. B. in Stuttgart. Da wünsche ich mir vom SWU-Vorstandsvorsitzenden Eder und dem AR-Vorsitzenden Czisch mehr Initiative.

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20.09.2017 08:57 Uhr

Handy Apps sind ja sooo praktisch....

Habe etliche Apps die von heute auf morgen nicht mehr funktionieren (Warnwetter vom Deutschen Wetterdienst) oder die es nur noch für die brandheißeste allerneueste Version von z.B. Android gibt. Ausser noch Apple gibt es ja eh nichts mehr.
Liegt vielleicht auch an der Naivität (oder Arroganz ? ) der Programmierer die der Meinung sind, wer ihre kreativen Ergüsse nutzen will, soll gefälligst mit dem neuesten Modell erscheinen und nicht mit 2 Jahre altem Schrott. Beispiel ist die ParkApp der Univerwaltung

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20.09.2017 07:30 Uhr

Öffentlicher Nahverkehr

das Wort öffentlich beschreibt hier schon dass der Nahverkehr allen offen stehen soll. Nun wird aber der vergünstigte Preis nur noch an Besitzer von Smartphones weitergegeben. D.h. die älteren Mitglieder unserer Gesellschaft, welche eh schon oft durch eine niedrige Rente am Rande des Existenzminimums leben, werden diese sehr gute Preisreduzierung die es bei der DING-Karte gab nicht mehr erhalten. Die Smartphonebesitzer werden bevorzugt. Der Nahverkehr sollte eigentlich für alle Bürger da sein! Warum kann die Chipkarte der Stammkunden nicht auch für Einzelkarten benutzt werden? Was ist mit dem seit langem diskutierten Kurzstreckentarif? Als Anwohner der neuen Linie 2 darf ich über 3 (!) Jahre Dreck, Schmutz und Lärm der Bauarbeiten ertragen, wenn ich dann zwei Stationen fahren möchte muss ich den vollen Preis bezahlen!
Besser hätte man einen Teil der 249 Millionen (!!!) welche für die Linie 2 ausgegeben werden in ein neues, gerechtes, für alle nutzbares System gesteckt!

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