Nudelsuppe bei Tempo 308 - Die Junge Bläserphilharmonie Ulm in China

Vor einer Woche ist die Junge Bläserphilharmonie Ulm nach China abgereist. Jetzt berichtet JBU-Dirigent Josef Christ aus China. Alle sind wohlauf, und die Musiker werden vom Publikum regelrecht gefeiert.

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    Gigantisch II: Die Konzertsäle wie die Qintai Concert Hall in Wuhan, in denen die Ulmer Musiker gastieren, haben riesige Dimensionen. Foto: 
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    Gigantisch I: Die Musiker der Jungen Bläserphilharmonie Ulm mit Dirigent Josef Christ und Betreuern auf der Chinesischen Mauer. Foto: 
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26 Stunden waren die 62 Musikerinnen und Musiker aus Ulm und der Region unterwegs gewesen, bevor sie ehrwürdigen Hotel Dongfang in Peking ankamen. Doch lange Pausen gab es nicht, denn bereits am nächsten Tag der Konzertreise stand am vergangenen Samstag ein Begegnungskonzert mit dem Blasorchester des Beijing Youth and Childrens Center auf dem Programm. Das Center ist die wichtigste Einrichtung zur Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses Peking und ist mit europäischen Vokabeln kaum zu beschreiben. Alleine die äußere Größe des Gebäudes übertrifft alles je Gesehene. Alle Kunst- und Stilrichtungen sind vereint unter einem Dach. Im Inneren des Gebäudes gibt es zahllose Räume und Säle in denen musiziert, getanzt, gemalt und gelernt wird - und auch einen großen Konzertsaal.

Nach dieser musikalischen Akklimatisierung - auch an die feuchtwarme Hitze mit 35 bis 40 Grad mussten sich alle gewöhnen - kam es am Sonntag beim ersten öffentlichen Konzert der JBU in China zu wahren Begeisterungsstürmen. Mit 1200 Besuchern war der renommierte und akustisch hervorragende Konzertsaal der Verbotenen Stadt nahezu ausverkauft. Nicht nur Konzertmeister Simon Traub stellte mit seinem Klarinetten-Solo in Artie Shaws "Concerto for Clarinet" die Solo-Qualitäten der JBU-Musiker unter Beweis. Das Programm reichte von Verdis "La Traviata", James Barnes "Fantasy Variations" über die Armenischen Tänze von Alfred Reed bis hin zum "Root Beer Rag" Billy Joels. Auffallend war, dass sehr viele Eltern mit ihren Kindern und Jugendliche das Konzert besuchten. Das Publikum war so begeistert, dass es sich mit Autogrammen der Musiker eindeckte. Der Wunsch nach einem gemeinsamen Foto wurde von keinem Akteur abgelehnt.

Nach dem Besichtigungsprogramm in Peking mit Besuch des Himmelspalastes, der Verbotenen Stadt und der Großen Mauer ging es am Dienstag dann mit dem neuen Hochgeschwindigkeitszug weiter, der die 1150 Kilometer von Peking nach Wuhan in viereinhalb Stunden zurücklegt. Alleine schon das ganze Orchester mit Koffern, allen Instrumenten und dem mitgenommenen Schlagzeug durch die immensen Menschenmassen rasch in den Zug zu bekommen, war eine logistische Meisterleistung. Bei einem Tempo von bis 308 Stundenkilometern gab es dann - im äußerst sanft dahingleitenden Zug - chinesische Nudelsuppe.

Wuhan gilt als Backofen Chinas und ist bekannt für seine hohen Temperaturen. Vom Konzertveranstalter wurde die JBU in einem sehr schönen und luxuriösen Vier-Sterne-Hotel untergebracht - mit Klimaanlagen und ein exquisitem Frühstücksbuffet. Bereits zum Frühstück gibt chinesische Suppen, gebratenen Reis, Gemüse und Entenfleisch - allerdings nicht nur: die Hotels sind im Vergleich zu 2006, als die JBU schon einmal in China auf Tour war, inzwischen auch europäisiert. Es gibt Croissants, Rosinenschnecken, Toast, Tiroler Marmelade und Kaffee. Dennoch: Geht man nach draußen, so herrschen 35 Grad mit enorm hoher Luftfeuchtigkeit.

Am Mittwochabend konzertierte die JBU in der renommierten Qintai Concert Hall in Wuhan. Dort traten traten bereits das London Symphony Orchestra, das Stuttgarter Kammerorchester oder auch der Pianist und Dirigent Vladimir Ashkenazy auf. Der wunderschöne Konzertsaal, der 2009 neu eröffnet wurde, gilt als akustischer Musterbau und zeichnet sich durch einen transparenten und dennoch warmen Klang aus. Das Konzert war mit 1300 Zuhörern wiederum hervorragend besucht. Im Publikum waren auch Ärzte von der Uniklink Ulm - Professor Lars Bullinger und Privatdozent Lüder Hinrich Meyer - die momentan Gastvorträge an der Partneruniversität Wuhan halten. Das Konzert endete wieder - wie bereits in Peking - in einem umjubelten Finale mit Standing Ovations, was laut Konzertveranstalter in China absolut ungewöhnlich ist.

Info Die Musiker der JBU werden am Freitag, 15. August, in Ulm zurück erwartet.

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