Notfallseelsorge baut auf Muslime - Zusammenarbeit soll im kommenden Jahr starten

Die Notfallseelsorge hat sich vorgenommen, ihren Dienst um eine Begleitung für Muslime zu erweitern. Die Kurse dazu starten im Januar 2014.

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Die Notfallseelsorge Ulm-Alb/Donau wurde 1998 gegründet. Träger sind die katholische und die evangelische Kirche, die Stadt und der Alb-Donau-Kreis. Die 30 überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Notfallseelsorger stehen bereit, um Opfer, Angehörige, Beteiligte und Helfer von Unfällen und Katastrophen zu beraten und zu stützen.

Als erste im Land hat sich die hiesige Notfallseelsorge zum Ziel gesetzt, mehr und mehr auch Helfer aus anderen Kultur- und Religionskreisen für ihre Arbeit zu gewinnen.

Aus den Reihen der muslimischen Glaubensrichtungen kommen jedes Jahr etwa 30 Menschen in Stadt und Kreis ums Leben oder werden schwerst verletzt, berichtete Geschäftsführer Michael Lobenhofer während eines Empfangs im Rathaus. Christliche Notfallseelsorger seien aber häufig überfordert, wenn sie zu Einsätzen bei muslimischen Familien gerufen werden oder sie stießen dort auf geringe Akzeptanz. Notfallbegleitende Muslime für Muslime sollen diese Vorbehalte überwinden helfen.

Den Weg für die angestrebte Zusammenarbeit geebnet hat der vor zwei Jahren gegründete "Rat der Religionen", in dem auch die muslimischen und die jüdische Glaubensgemeinschaften in Ulm vertreten sind. 15 Interessenten, Mitglieder aus verschiedenen Ulmer Moscheevereinen, hätten bisher als mögliche Notfallbegleiter gewonnen werden können, hieß es. Ihre Grundausbildung an sechs Samstagen startet im Januar. Anschließend soll jeweils ein muslimischer und ein christlicher Vertreter der Notfallseelsorge bei Muslimen vorsprechen, sobald das nötig wird.

Während der Feierstunde stellten der katholische Dekan, Matthias Hambücher, Selda Karaduman als Vertreterin der Muslime und Projektleiter Helmut Schön die Ziele der Zusammenarbeit vor. Oberbürgermeister Ivo Gönner hält es in einer Stadt wie Ulm für mehr als notwendig, dass Vereinigungen religions- und kulturübergreifend zusammenfinden. Die Notfallseelsorge könne nur ein erster Anfang sein. Tänzerisch gestaltet wurde das Programm von Karayel, der Volkstanzgruppe des Schwarzmeer- und Kulturvereins Ulm/Neu-Ulm.

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