Nostalgische Küchengeräte in der Klostermühle

Zu einer Zeitreise in Uromas Küche lädt das Museum in der Klostermühle ein.

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Siegfried Ruoß in der Klostermühle.  Foto: 

Wie hat man Anfang des 19. Jahrhunderts Spätzle zubereitet? Gab es vor 100 Jahren auch schon Kaffee zum Frühstück? Und wie bügelte man damals die Bettlaken glatt, so ganz ohne Strom? Antworten auf all diese Fragen gibt es in der Herbstausstellung des Klostermühlen-Museums in Söflingen, die kommenden Sonntag um 14 Uhr eröffnet.

Neben der kleinen Dauerausstellung des Heimatkundemuseums können Besucher bis zum 29. Oktober eine stattliche Sammlung nostalgischer Küchengeräte wie zu Uromas Zeiten bestaunen: Von hölzernen Maschinen, mit denen man Rahm zu Butter schlagen kann, über Kupferbettflaschen mit eingebautem „Schoppen-Wärmer“ bis hin zu den Urformen des Waffeleisens.

Gestaltet haben die Ausstellung Erika­ Heydorn, Helga Bärderle und Edeltraud Schuster, die viele der Küchengeräte noch aus der eigenen Jugendzeit kennen. „Wir sind alle drei im selben Jahr 1940 geboren, mit diesen Dingen sind wir aufgewachsen“, erzählt Erika Heydorn. Die Exponate stammen zu großen Teilen von Siegfried Ruoß, Kochbuchautor und leidenschaftlicher Sammler. Der Rest gehört zum Fundus des Museums.

Ruoß erzählt: „In den letzten 30 Jahren hat sich eben einiges angesammelt, von Flohmärkten oder Bekannten.“ Eines seiner heiligsten Stücke: Der erste, industriell gefertigte Spätzlesdrücker seiner Art, der aus dem Jahre 1920 stammt. Das riesige Gerät aus Eisen wird mit einer großen Kurbel betrieben. „Früher nannten es viele auch die Zwei-Weiber-Maschine, einer musste halten, der andere drehen“, erklärt Ruoß.

Spätzle gehörten damals zum Hauptnahrungsmittel bei der Landbevölkerung, sagt Siegfried Ruoß. „Nudeln waren oft zu teuer.“ Außerdem stand fast täglich auf dem Tisch: Schwarzer Brei, auch bekannt unter dem Namen Schwarzmus, das aus selbst geröstetem und gemahlenem Getreide zubereitet wurde. Der Brei kam dann in einem großen Topf, der sogenannten „Mus-Kachel“, auf den Tisch. „Jeder bekam einen Löffel in die Hand und es ging los. Oder man füllte das Mus in eine Sau-Blase, bei uns heißt es ,Sau-Bloder’, und nahm es als Vesper mit aufs Feld.“

Dazu bekam ein Feldarbeiter drei bis vier Liter Most täglich. Das war gesetzlich geregelt. Fast möchte man tatsächlich auf Zeitreise gehen – und am Besten in die Gegenwart zurückkehren, bevor es an die Arbeit geht.

Info Das Museum ist sonn- und feiertags sowie am 3./14.  Oktober von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Gruppenführungen: Tel. (0731) 338 12 35.

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