Nokianer sind gefragte Kräfte

Sonderfall Nokia: Die Fachkräfte, die in der Handyschmiede ihre Arbeitsplätze verlieren, werden von anderen Unternehmen dort abgeholt.

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Das Knowhow der Nokianer vom Science Park II ist gefragt. Seit bekannt wurde, dass der finnische Handy-Hersteller Nokia sein Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Wissenschaftsstadt schließt, werden viele Firmen vorstellig, die sich für die Fachkräfte interessieren. Firmen wie die Continental AG oder die Paul Hartmann AG. Erstere kam unlängst an den Standort, um sich zu präsentieren. Letztere lud die Nokia-Beschäftigten zu sich in die Hauptverwaltung nach Heidenheim ein.

„Paul Hartmann hatte ich vorher schon auf meine Liste für Bewerbungen gesetzt“, sagt Anja Pelz, die bei Nokia Ulm im Produktmanagement tätig ist. Sie nahm – wie mehr als 40 ihrer Kollegen – das Angebot des schwäbischen Hygiene-, Pflege- und Wundspezialisten an und war begeistert: über den herzlichen Empfang, die Einführung durch ein Vorstandsmitglied – spontan auf Englisch gehalten, mit Rücksicht auf jene Nokianer, die nicht Deutsch sprechen – und das „sehr menschliche“ Klima.

Mit seiner Aktion reagierte Hartmann schnell auf die Veränderungen auf dem regionalen Arbeitsmarkt. „Hartmann leistet damit einen Beitrag zur Bindung von Fachkräften an die Region, während wir gleichzeitig die Chance nutzen, uns als international agierender attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren“, sagt Personalleiterin Gabriele Müller. Hartmann spürt den Fachkräftemangel schmerzlich, insbesondere in seiner IT-Abteilung. Die wenigen IT-Studenten, die es gibt, zieht es eher zu klassischen Informationstechnik-Unternehmen.

Für die Nokia-Mitarbeiter, deren Standort Ende des Jahres geschlossen wird, gibt es bei der Paul Hartmann AG diverse berufliche Möglichkeiten. Die Karrierechancen in der Medizinbranche in Heidenheim wurden den Nokianern jetzt aufgezeigt. Ebenso die Fachbereiche des Heidenheimer Unternehmens mit seinen Produkten. Die Gäste besichtigten überdies den hoch modernen Betrieb in Herbrechtingen, in dem Hartmann Inkontinenzprodukte herstellt. In Frage kommen für die Nokianer insbesondere Stellen in der IT und Produktentwicklung.

Anja Pelz zieht nach dem Besuch eine sehr positive Bilanz. Sie weiß es zu schätzen, welchen Aufwand Unternehmen wie Hartmann mit solchen Aktionen betreiben. „Und alle Kollegen auch. Das berührt einen schon“, sagt sie. Abgesehen davon gibt es bei Hartmann für sie konkrete Chancen – das Unternehmen will auch den einen oder anderen Produktmanager einstellen.

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