Nokia in Ulm: Standortschließung mit Ansage

Die 730 Mitarbeiter von im Science Park verlieren ihren Job. Zuletzt hatten die Handy-Entwickler wieder Hoffnung geschöpft, ganz überraschend kam die Nachricht aber nicht.

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Vor gut einem Jahr waren die mehr als 700 Mitarbeiter des Handy-Herstellers Nokia am Eselsberg noch mal mit dem Schrecken davon gekommen: Im April 2011 meldete der angeschlagene finnische Handyhersteller, dass weltweit 4000 Stellen gestrichen werden sollten. Die gute Nachricht: "Ulm wird eine ganz wichtige Rolle spielen, das Internet für die nächste Milliarde Menschen zur Verfügung zu stellen“, sagte damals ein Sprecher.  Kurz darauf schlossen der Billiglohn-Standort in Rumänien und das Werk in Bonn. Optimistisch klangen die Prognosen für die verbleibenden Zentren: Der Standort Deutschland könne wegen neuer Stellen an den verbleibenden Forschungs- und Entwicklungsstandorten in Ulm und Berlin unter dem Strich vom Konzernumbau sogar profitieren, hieß es.

Konsequenterweise wurden in Ulm 100 neue Mitarbeiter eingestellt und ein neues Gebäude angemietet.

Schließlich kam alles anders: Alle 730 Stellen werden gestrichen, der Standort Ulm schließt.

Bei Nokia im Science Park werden Mobiltelefone in diversen Testreihen – auch bei Crash-Tests – getestet und geprüft. Jedoch ist Ulm zwischenzeitlich insbesondere führend bei der Entwicklung von einfachen Mobiltelefonen, die über Internetfunktionen verfügen. Bisher sind solche Geräte - wie das iPhone - recht teuer und für die Bevölkerung in ärmeren Ländern nicht bezahlbar.

Doch trotz massentauglicher Billighandys kämpft der nach Volumen weltweit größte Hersteller mit massiven Problemen: auf dem boomenden Smartphone-Markt hat Nokia den Anschluss an die Wettbewerber verloren und massiv Marktanteile eingebüßt.


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Kommentare

14.06.2012 12:56 Uhr

Tut mir Leid um die Arbeitsplätze, aber

Nokia hat nicht nur die Smartphonetechnik verschlafen, sondern bis zum heutigen Tag kein konkurenzfähiges Betriebsystem entwickelt bzw. auf Android o.ä. gesetzt. (Doch da war mal was mit Windows-Phone, das will aber auch kein Verbraucher haben)

Was das Managment nicht kann, das regelt eben der Markt bzw. der Verbraucher.

Eine Bitte an die Mitarbeiter;
wenn Mecker, dann nicht zum Ulmer OB oder BK Merkel, sondern geht bitte zu den Managern in der Firmenzentrale (Espoo /Finnland).

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