Noerenberg fühlt sich gemobbt

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Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen hat Neu-Ulms OB Gerold Noerenberg auf die Palme gebracht. Grund ist Eisens Aufforderung, wenn sich die Stadt vom Landkreis abwenden wolle, solle sie dies schnell tun. Noerenberg sah sich genötigt, einen offenen Brief Richtung Süden zu schicken. Schon vor längerem habe er sich im Kreistag gegen das „Bashing“ aus Illertissen gewehrt. Denn das Thema, Neu-Ulm wolle kreisfrei werden, sei überhaupt erst von Illertisser Kreisräten aufgebracht worden.  Erst viel später seien „einzelne Neu-Ulmer Stadträte“ aufgesprungen. Einen Beschluss der Stadt gebe es nicht.

Eisens Aufforderung empfinde er als „Ungehörigkeit“ und die ständigen Äußerungen zunehmend als Aufforderung an die Stadt, den Landkreis zu verlassen. Das alles in der Öffentlichkeit zu diskutieren entspreche nicht dem üblichen Umgang innerhalb der kommunalen Familie.

„Nuxit“-Debatte offenbart einmal mehr tiefe Risse in der Kreis-CSU

Missgunst, Vorwürfe und persönliche Angriffe. Das Klima zwischen den Städten und Gemeinden im Kreis Neu-Ulm hat zuletzt sehr gelitten. Eine unsichtbare Demarkationslinie trennt den südlichen Landkreis vom Norden. Es ist die historische Grenze zum Altkreis Illertissen, die sich spätestens beim Ringen um die Zukunft der Kreiskliniken wieder mit aller Macht im Alltag des Landkreis Neu-Ulm aufbaute.

Quer durch alle Verbände und Parteien gibt es seither unnötige Nickligkeiten. Vorurteile und Verschwörungstheorien machen die Runde und zerstören den Gemeinsinn im mit
17 Kommunen recht kleinen Landkreis. Eine Entwicklung, für die die aktuelle „Nuxit“-Debatte um die Stadt Neu-Ulm nicht hilfreich ist. Die Überlegungen im Neu-Ulmer Stadtrat, sich vom Kreis unabhängig zu machen, haben das missgünstige Aufrechnen von Infrastruktur, Zuschüssen und Chancen zwischen Norden und Süden nicht besser gemacht.

So verhält es sich auch mit dem öffentlichen Schlagabtausch über den „Nuxit“, den sich Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen und Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (beide CSU) jetzt liefern. Ihr parteifreundschaftliches Gezeter über die Demarkationslinie hinweg sorgt nur für neue Debatten-Munition. Und es zeigt einmal mehr, wie tiefe Risse den Landkreis und die CSU mittlerweile durchziehen.

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