Noch kein Konzept für das Gedenken an Einstein in Ulm

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Ein Konzept für das Gedenken an Albert Einstein existiere noch nicht. „Es gibt Ideen, es gibt Rahmenbedingungen. Wir wollen etwas an Ort und Stelle und wir müssen auch etwas machen. Das erwarten viele“, sagt Tim von Winning. Der Ulmer Baubürgermeister weiß um die Aufgeregtheiten, die um die Überreste des Geburtshauses von Albert Einstein entstanden sind. Vor allem die SPD-Fraktion sorgt sich, auch die CDU-Stadträte Thomas Kienle und Hans-Walter Roth haben sich an den OB gewendet (wir berichteten). „Die Steine werden aus dem Keller geborgen, gesichert und gesammelt“, beruhigt er die Gemüter. Dass dort momentan schweres Gerät aufgefahren ist, habe damit zu tun, dass Bohrpfähle gesetzt werden müssen, um die Baugrube zu sichern. Wenn diese ausgehoben sei, „dann werden wir uns die Grundmauern mit den Stadträten zusammen anschauen“.

Vorstellen kann sich von Winning viel, beispielsweise dass  nicht nur dort, wo das Geburtshaus stand, an den Nobelpreisträger erinnert wird. „Wir werden wahrscheinlich in Modulen arbeiten, weil es an mehreren Stellen der Stadt etwas zu sehen und an Einstein zu erinnern gibt.“

Was der Bürgermeister sich aber nicht vorstellen kann, ist ein wie auch immer gearteter Erinnerungsort im Untergeschoss der Sedelhöfe, „in 16 Metern Tiefe, hinter den letzten Ladenzeilen, in der Tiefgarage“. Das sei nicht darstellbar, vor allem mache es keinen Sinn vor dem Hintergrund, dass es sich bei der Tiefgarage um kein öffentliches, sondern um ein privates Parkhaus handle. Eine Arbeitsgruppe, an der der Leiter des Stadtarchivs, Prof. Michael Wettengel, beteiligt ist, werde ein Konzept erarbeiten.

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02.12.2016 17:42 Uhr

Antwort auf „Gedenken an Einstein in der Form einer sozialen Innovation”

Andererseits: Um die Herausforderungen zu meistern, vor denen heutzutage jeder Einzelne unabweisbar steht, kann es sich kein Gemeinwesen mehr leisten, die unter den Einwohnern verfügbaren Talente und Begabungen preiszugeben. Der ohnehin schon hohe Problemdruck für den Erhalt und die Weiterentwicklung einer offenen Gesellschaft würde ansonsten ins Unerträgliche hinein eskalieren. Der Ulmer Gemeinderat muss sich demnach dem Vorschlag für soziale Innovationen anschließen, den bereits der britische Sozioökonom Giddens für Europa insgesamt unterbreitete, wenn er sich noch verantwortlichem Handeln verpflichtet sieht und kein totes, sondern ein lebendiges Gedenken an den größten Sohn der Stadt verwirklichen will.

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02.12.2016 12:19 Uhr

Gedenken an Einstein in der Form einer sozialen Innovation

Insofern ohne entsprechende Arbeitsorganisation selbst der leistungsfähigste Genius lediglich zerschlissen wird, bestünde ein angemessenes Gedenken an Albert Einstein in dessen Geburtsort vor allem darin, die vielfältigen Formen der Arbeitsgestaltung zu erneuern und auf diese Weise allen Bürgern zu ermöglichen, ihren eigenen Verstand zu den besten Bedingungen entfalten zu können. Die Ulmer Stadtgesellschaft erführe infolge solch einer Maßnahme eine bislang nicht gekannte Dynamik, die weit in die Zukunft reichen und das Wohlergehen eines jeden einzelnen Angehörigen der hiesigen Bevölkerung solide auf eine fundamental geänderte Grundlage stellen würde. Ob allerdings der Gemeinderat dazu bereit ist, notwendig eine soziale Innovation zu fördern, ist äußerst ungewiss, weil damit zugleich Antworten auf Fragen politischer Macht zu geben sind.

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