Nicht nur Gedrucktes kostet

Journalismus kostet Geld, auch im Internet. Das ist ein abstrakter Satz, der nicht wirklich erklärt, warum. Vielleicht, weil zwischen all dem Marketing manchmal Transparenz vergessen wird. Jetzt also mal ehrlich.

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Wer sich am Kiosk eine Zeitung kauft, bezahlt in der Regel Geld dafür. Wer die gleiche Nachricht im Internet liest, sich vielleicht noch Fotos dazu ansieht oder ein Video, bezahlt in den allermeisten Fällen - nichts. Was natürlich nicht heißt, dass Online-Journalismus nichts kostet: Die Gehälter von Redakteuren, Fotografen und Technikern müssen bezahlt werden, Recherchekosten von Benzin über Literatur bis zur Telefonrechnung, Server fressen Strom, Videokameras und Foto-Software sind teuer.

Egal, in welcher Form eine Nachricht erscheint: Informationen zu sammeln und sie zugänglich zu machen, kostet Geld. Deshalb gibt es auch für die SÜDWEST PRESSE verschiedene digitale Angebote. Viele Leser haben uns in den vergangenen Wochen Fragen dazu gestellt, manch einer war verärgert, dass man auf südwestpresse.de nur noch 15 Artikel pro Monat kostenlos lesen kann und dann ein Abo abschließen muss, um das Nachrichtenportal weiterhin nutzen zu können. Die wichtigsten Fragen und Antworten dokumentieren wir hier für Sie.

Warum soll ich für ein Web-Abo bezahlen, obwohl auf südwestpresse.de Werbung geschaltet ist, an der die Website verdient?
Wir können unsere Kosten leider nicht allein durch Anzeigen decken. Außerdem wollen wir auch in Zukunft unabhängig von Werbekunden sein. Das Web-Abo trägt dazu bei, dass wir unsere Leser weiterhin verlässlich mit regionalen Nachrichten versorgen können. Übrigens: Auch in der gedruckten SÜDWEST PRESSE stehen Anzeigen. Dennoch kostet sie etwas, weil Redaktion und Vertrieb nur durch Werbung nicht finanziert werden können.

Warum kostet das Web-Abo für Abonnenten der SÜDWEST PRESSE überhaupt etwas?
Wir haben uns das auch anders vorgestellt - eigentlich wollten wir das Web-Abo für unsere Abonnenten kostenfrei anbieten. Aus umsatzsteuerrechtlichen Gründen geht das aber leider nicht. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, den Betrag mit 1 Euro für Abonnenten so gering wie möglich zu halten.

Online steht doch das gleiche wie in der Zeitung. Warum soll man dafür nochmal bezahlen?
Klar, einige Artikel finden Sie auch auf südwestpresse.de. Zusätzlich stellen unsere Online-Redakteure aber auch viele Bilder zum lokalen Geschehen zusammen, drehen Videos, erstellen Grafiken und diskutieren mit Lesern. Passiert in der Region etwas Wichtiges, berichten wir online sofort darüber. All das kostet Zeit und Geld.

Warum kostet die eZeitung genau so viel wie die gedruckte SÜDWEST PRESSE?
Eine digitale Zeitung muss zwar nicht gedruckt und auch nicht ausgetragen werden, die Arbeit der Redakteure und der Wert der Information bleiben jedoch dieselben - ebenso wie der Inhalt. Und die eZeitung verursacht Kosten an anderer Stelle: Die App muss gewartet werden und Techniker bezahlt.

Antworten zu vielen weiteren Fragen und unsere digitalen Angebote auf südwestpresse.de/digital

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Kommentare

16.12.2013 18:37 Uhr

Ps zu „Antwort auf „Antwort auf „Zu unkritisch”””

80 Millionen sind im Vergleich zu 0,25 Millionen natürlich das 320 -fache, nicht da 160-fache.
Sorry für den Rechenfehler, aber mir als einfachem Bürger wird es bei solchen Multimillionen-Verlusten halt noch schwindlig :-)

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16.12.2013 18:31 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Zu unkritisch””

Ja. Herr Bissels, Sie haben die Situation gut zusammen gefasst.
Wenn man die äußerst zurückhaltende Berichterstattung der SWP zum Finanzdesaster der SWU und den weiteren Mißständen dort verfolgt, kann man nur noch den Kopf schütteln.
Hier zeigen sich eben die Grenzen der "4. Gewalt", die eben auch auf ihre großen Anzeigenkunden angewiesen ist.
Da wird in einem ein großer SWP-Artikel berichtet, wie sehr die Ulmer Verantwortlichen OB Gönner und andere über eine Mehrbelastung von 0,25 Millionen bei den Personalkosten stöhnen wegen einer Änderung bei der Personal.vertretung.
Kurz darauf schreibt Herr Thierer einen äußerst harmlosen und für die Verantwortlichen wohlwollenden Artikel über die Tatsache, dass Ulm und Neu-Ulm dieses Jahr wieder 17 Millionen in die SWU stecken müssen, also seit 2010 schon fast 50 Millionen (!) wegen der SWU Energie-Verluste.
Dann wird noch "im Vorbeigehen" mitgeteilt, dass auch in den nächsten 3 Jahre nochmals über 30 Millionen in den Sand gesetzt werden.
Darüber stöhnen Herr Gönner und Herr Czisch offensichtlich nicht! Ist ja auch nur das mindestens 160-fache der angesprochenen Personalkosten!
Das war es dann, zumindest fast.
Wenig später wird noch ein Artikel veröffentlicht, in dem berichtet wird, dass zwei neue Projektgesellschaften für das GuD Leipheim (wohl ca. 90 Millionen SWU-Anteil) und Pumpspeicher Blautal (80-100 Millionen) gegründet werden, verbunden mit dem irrsinnigen Aussage, dass die politisch Verantwortlichen jetzt ja aufatmen könnten wegen erhoffter neuer Geldmittel durch Gesetze der neuen Regierung (ob die dort auch so große Goldesel haben wir die Stadt Ulm?).
Das war es dann wirklich!
Null Nachfragen, wie diese 80 Millionen in den Sand gesetzt wurden/werden (vermutlich in den Jahren ab 2017 übrigens dann wohl nochmals zig Millionen zusätzlich), keinerlei korrekte Informationen über die Ursachen (nämlich eine maßlose Überschreitung der Risikotragfähigkeit, sprich völlig überhöhte Investitionen mit entsprechenden 21 Jahr laufenden Zahlungsverpflichtungen) und schon und vor allem ABSOLUT NICHTS zu der Verantwortung der handelnden Personen (SWU-Geschäftsführer Berz ,OB Gönner als SWU-Aufsichtsrat etc).
Stattdessen wird schon fast gefeiert, dass demnächst nochmals ca. 200 Millionen in hochgefährliche Risiko-Projekte gesteckt werden. Dass Her Gönner und Berz das für "vielversprechend" halten, wundert nicht. Das haben sie bei den Pleiteprojekten Hamm und Lünen damals auch vermutet.
Dass die SWP das aber kommentarlos schluckt, darf einen immer noch erstaunen.
Anscheinend sind Verluste von 80 Millionen und mehr sowie weitere absehbare Verluste in vielleicht noch höherem Umfang mit neuen Projekten kein Grund für die SWP und speziell Herrn Thierer, mal die eine -und sei es nur schüchtere- Nachfrage zu stellen, ob die Städte sich das noch weiter leisten wollen und können.
Stastdessen rast der SWU-Zug mit stetig steigendem Tempo auf den Abgrund zu, und Herr Thierer spendet dazu noch Beifall.
Gute Nacht!

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16.12.2013 08:27 Uhr

Antwort auf „Zu unkritisch”

Ich sehe das genauso. 2012 gab es bei den Verkehrsbetrieben sehr oft Streiks, weil die Fahrer bei Schwaben Mobil in den Vorjahren ständig Lohnkürzungen hatten hinnehmen müssen. Wenn man im internet etwas recherchiert hat, konnte man feststellen, dass es 2012 Streiks in diesem Ausmaß offenbar in keiner anderen deutschen Großstadt gab. Lesen konnte man das in der SWP nicht. Auch die Auswirkungen wurden von der SWP verharmlost: teilweise fuhr eben eine geschlagene Stunde kein Bus - von wegen "dann fährt man eben 10 Minuten später".
Vor ein paar Monaten fielen bei den SWU wieder einige Busfahrten aus, wegen "hohen Krankenstandes". Auch hier konnte man mit etwas Recherche feststellen, dass keine anderen Busunternehmen innerhalb von DING oder sonst in der Republik zu diesem Zeit von einem "hohen Krankenstand" betroffen gewesen wären, so dass Fahrten ausfallen mussten.
Auch die Berichterstattung über "Scala" war bisher bis auf einen guten Artikel plus Kommentar von Frau Frank sehr oberflächlich. Auch hier sieht es so aus, dass nirgendwo sonst in Deutschland Sparkassen Verträge mit Kunden auf fragwürdige Art kündigen wollen - jedenfalls konnte man noch nie entsprechend den Namen einer anderen Stadt lesen, wo Ähnliches laufen würde.
M.E. läuft in letzter Zeit in Ulm so manches ziemlich grundlegend schief (Scala-Verträge, SWU-Beteiligungen, Neubau Wengentor, Planung Citybahnhof / Sedelhöfe). Und hier fehlt in der Lokalredaktion jemand wie früher Herr Petershagen, der immer nachgehakt hat.
Und Werbung für ein Buch des Stadtrats Dörfler im redaktionellen Teil unterzubringen, ist auch nicht gerade seriös. Hat Herr Dörfler ein Abo für die Aktion "Wir lesen" bezahlt?
Gut, dass es noch donaufisch.de gibt.

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16.12.2013 08:20 Uhr

Die technische Lösung

Einfach die Cookies löschen, dann die nächsten 15 Artikel lesen :-)

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15.12.2013 19:41 Uhr

Zu unkritisch

Leider berichtet die SWU über vieles aus der Stadt zu unkritisch. Ob das den OB, die SWU oder die Sparkasse angeht. Anstatt kritisch heranzugehen, wie es die ureigenste Aufgabe der Presse wäre, achtet man wohl sehr darauf, sich`s mit den Mächtigen und großen Anzeigenkunden in der Stadt nicht zu verderben. Eine Zeitung, die auf- statt zudeckt ist ihr Geld wert ist und wird auch heute noch gerne abonniert.

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15.12.2013 10:59 Uhr

Seltsame Argumentation

Bisher wurden oft die gestiegenen Papierkosten für die Preiserhöhungen der Druckausgabe angeführt. Jetzt sollen plötzlich Papierkosten, Austrägelöhne, Verkaufsanteil für Kioskverkäufer keine Rolle mehr spielen.Für die E-Zeitung genausoviel wie für die Druckausgabe zu verlangen, ist unverschämt.
Zum Thema Unabhängigkeit: Die SWU werden als guter Anzeigenkunde, trotz katastrophaler Finanzfehler kaum kritisiert. Die bei Bürgern sehr umstrittenen geplanten Projekte im Blautal und in Leipheim werden nicht kritisch hinterfragt, Als Car2go auf den Markt drängte, unterstützt von vielen Anzeigen, gab es nur positive Berichte. Erst jetzt wir der Ton kritischer. Fernbusanbieter hingegen halten sich mit Webeanzeigen noch zurück, die SWP berichtet kaum. Setzt sich auch nicht für eine zentralere Haltestelle ein. Wieso soll für den Bürger ein Fernbussystem weniger relevant sein, als Car2go?

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14.12.2013 14:28 Uhr

Wenn als ...

... Konsequenz bei der SWP in Zukunft *Journalismus* geboten wird, zahle ich gerne. Bei der derzeitigen inhaltlichen und orthographischen Qualität - nicht.

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14.12.2013 13:23 Uhr

Klar - einem immer in die Tasche langen und dabei immer mehr nach Links abwandern!

Klar - einem immer in die Tasche langen und dabei immer mehr nach Links abwandern!

Sogar die Abonnenten sollen zahlen.

ICH sicher NICHT!!!

LIeber schaue ich zur Konkurrenz, die ist auch nicht schlecht.

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