Neues Zentrum für St. Elisabeth

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Selten war sich ein Preisgericht so einig wie jenes, das am Freitagnachmittag über die Neugestaltung des Quartiers um die katholische Kirche St. Elisabeth zu entscheiden hatte. Das Schiedsgericht um den Stuttgarter Professor Tobias Wulf entschied sich einstimmig für den Entwurf des Büros Ackermann+Raff aus Tübingen und Stuttgart und mithin für die Idee eines „offenen, lebendigen Areals“ für die Gemeinde rund um deren Gotteshaus.

Das Gemeindezentrum Roncalli-Haus und der angegliederte Kindergarten sind in einem baulich und energetisch so schlechten Zustand, dass die Kirche als Eigentümer bereits seit 2010 über eine Veränderung nachdenke, erläuterte Dekan Ulrich Kloos. Und zwar gemeinsam mit dem Siedlungswerk des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Der vorliegende Siegerentwurf habe „Charme und sei pfiffig“ und biete der Gemeinde mit ihren etwa 4000 Mitgliedern eine große Chance sich zu entwickeln, sagt Kloos.

Der Plan sieht eine Neuordnung des Quartiers vor: das Gemeindezentrum mit einem neuen Saal wird auf gut ein Drittel verkleinert, dafür wird der Kindergarten in den Neubau integriert und für drei Gruppen ausgebaut. Im hinteren Teil, fast parallel zum Kirchenschiff, entsteht ein Neubau mit 35 Wohnungen, wobei acht davon geförderter Wohnraum, also für finanziell Schwächere gedacht sind.

Mustergültiges Beispiel

Ulms Baubürgermeister Tim von Winning, der im Preisgericht mitwirkte, lobte den Entwurf und dankte den beiden Bauherren Kirchengemeinde und Siedlungswerk. Der Siegerentwurf sei ein absolut mustergültiges Beispiel dafür, wie man ein Wohngebiet zwar verdichten, es aber dennoch zum jetzigen Zustand deutlich aufwerten könne.

Kirchengemeinde und Siedlungswerk gehen dabei eine besondere Kooperation ein. Um ihr eigenes Vorhaben zumindest teilweise zu finanzieren, verkauft die Kirche im hinteren Teil des Areals den Grund an das Siedlungswerk, das dort seinerseits die besagten Wohnungen für ein sozial gemischtes Quartier baut, wie Geschäftsführer Norbert Tobisch erläuterte.

In seinem jetzigen Zuschnitt erhalten bleibt der Kirchenvorbau. Sowohl das Pfarrbüro als auch der künftige Gemeindesaal werden künftig ebenerdig zugängig sein. Durch die Anordnung der Neubauten entsteht südlich der Kirche ein neuer Quartiersplatz in Form eines langgezogenen Dreiecks, zu dem hin sich auch der neue Saal öffnen lässt.

Baubeginn noch 2018?

„Die Aufgabe für die sechs beteiligten Architektenbüros war durchaus knifflig“, sagte der Leiter der Jury, Prof. Tobias Wulf von der Hochschule für Technik in Stuttgart. Es galt viele verschiedenen Anforderungen zu einem stimmigen Ganzen zu entwickeln, was letztlich auch nur dem Sieger wirklich gut gelungen sei – einschließlich der Tiefgarage mit 37 Stellplätzen.

Jetzt geht es in das Bebauungsplanverfahren, das Norbert Tobisch vom Siedlungswerk in einem Jahr spätestens abgeschlossen haben will. Wenn alles gut läuft, dann könne noch 2018 der Spatenstich erfolgen, so seine hoffnungsvolle Prognose. Dekan Kloos sieht da etwas mehr Spielraum, zumal die Finanzierung des Gemeindevorhabens etwas komplizierter sei. Er hofft auf den Baubeginn Anfang 2019. Insgesamt umfasst die Maßnahme eine Fläche von 9000 Quadratmetern.

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