Neues SWU-Gebäude K 3 kostet 42,8 Millionen

Böse Überraschung: Das Bürogebäude K 3 der Stadtwerke an der Karlstraße wird um etliche Millionen teurer als ursprünglich gedacht. SWU-Chef Matthias Berz nennt erstmals öffentlich Zahlen und Gründe

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Im öffentlichen Fokus: Drer K-3-Neubau an der Karlstraße, den die Stadtwerke einen privaten Investor hinstellen lasen und dann mieten. Er wird nach jetzigem Stand der Dinge alles in allem 42,8 Millionen Euro kosten.  Foto: 

.Im späten Frühjahr werden 200 SWU-Mitarbeiter in den Bürocenter-Neubau einziehen, der an der Karlstraße 3 liegt und der deshalb K 3 genannt wird. Der Neubau sorgt seit Monaten für Furor: Unter der Belegschaft, weil es mit der Geschäftsführung, vornehmlich mit SWU-Chef Matthias Berz, Reibereien um Bürogrößen und -zuschnitte gab; und um die Frage, welche Vor- und Nachteile Großraumbüros haben. Berz sagt, diese Konflikte seien ausgeräumt worden, ehe eingeräumt wird.

Weiter für Diskussionen sorgen hingegen die Kosten. Sie sind inzwischen für den fünfstöckigen Komplex auf 42,8 Millionen Euro gestiegen. In einer Mitteilung nehmen die SWU erstmals öffentlich Stellung, Berz schlüsselt Zahlen auf.

Die SWU werden in dem Neubau Generalmieterin sein. Zwei Fünftel der Fläche werden untervermietet, zum Beispiel an den Ebner-Verlag. Bauherr und Investor ist die Projektgesellschaft IVU GmbH und Co KG, Friedrichshafen. IVU trägt die Baukosten von 32 Millionen Euro (aktuelle Schätzung). Das Grundstück bleibt im SWU-Eigentum. „Als Grundstückseigentümer und Hauptmieter tragen die Stadtwerke weitere 10,8 Millionen Euro (ergibt zusammen 42,8 Millionen, d. Red.) für Gewerke, die aus guten Gründen nicht in der ursprünglichen Investoren-Ausschreibung enthalten waren“, sagt Berz. Der Aufsichtsrat habe diesen Eigenanteil im Rahmen der Wirtschaftspläne, verteilt auf die Baujahre, gebilligt. Es handele sich um folgende, in der Mitteilung als „SWU-Eigenleistungen“ titulierte Kosten:

Mit drei Millionen Euro zu Buche schlage der Aufwand für das Grundstück. Dabei sei Unvorhersehbares zu bewältigen gewesen: Beim Abriss der alten Gebäude seien Altlasten festgestellt worden, „die über das hinausgingen, was im Vorfeld erkennbar war“. Der Boden sei mit Bauschutt und Müll aufgefüllt gewesen. Zudem seien die Bagger auf tief gelegene, in keinem Plan eingezeichnete Untergeschosse gestoßen, die nach dem Krieg überbaut worden seien. Diese Materialien hätten entfernt werden müssen.

Bewusst nicht in der Ausschreibung enthalten gewesen sei die Gestaltung des Vorplatzes zur Kreuzung Karlstraße/Neutorstraße hin. Und zwar deswegen nicht, weil dort künftig die Linie 2 der Straßenbahn fahren werde. Zwischen den SWU-Gebäuden entstehe die Auffahrt zur neuen Straßenbahnbrücke über die Bahn. Der Vorplatz werde vorübergehend als Ausweichfläche für den Autoverkehr benötigt und könne erst hernach gestaltet werden.

„3,9 Millionen Euro entfallen auf die Ausstattung des Gebäudes“, erläutert Berz weiter. Damit sei mehr als nur die Möblierung gemeint, die Wünsche der künftigen Mieter zu berücksichtigen habe und daher ebenfalls bei der Investoren-Ausschreibung im Jahr 2010 weggelassen worden sei. Zur Ausstattung gehörten die Einrichtung der SWU-Kantine und einer Tagesstätte für Kinder bis drei. Die Kita, betrieben von der Arbeiterwohlfahrt Ulm, sei für Kinder der SWU-Mitarbeiter gedacht, nehme aber je nach Kapazität auch den Nachwuchs von Familien der übrigen Mieter oder städtischer Mitarbeiter auf.

Noch mal 3,9 Millionen Euro beträfen Aufwendungen für die Haustechnik. „Als das Bürocenter 2005 geplant wurde, konnte niemand die Weiterentwicklung der Medientechnik voraussehen. Einen Standard zu planen und zu kalkulieren, der über die Bezugsfertigkeit hinaus ausreichen würde, war unmöglich“, sagt Berz. Ähnliches gelte für die Beleuchtung. Die LED-Technik sei seit den ersten Planungen so weit vorangeschritten, dass ein Einsatz von stromsparenden, aber teureren Leuchtdioden heute sinnvoll sei. Zur Haustechnik zählten versetzbare System-Trennwände, um die Bürogrößen problemlos verändern zu können, und eine Schließanlage, die nach unseren Informationen schlicht vergessen worden war.

Über allem stehe, dass der Neubau energetisch gesehen ein Vorbild werde. Berz: „Dies wird von den SWU erwartet, entsprechend waren die Vorgaben des Aufsichtsrats. Aber auch das hat seinen Preis."

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Kommentare

15.02.2013 08:36 Uhr

Benebelte Journalisten?

Der Artikel ist mehr als entäuschend! Weder wird geschrieben, was an Kosten geplant war, noch ob die Miete mit den Baukosten skaliert. Nein, nur nebulöses Gefasel von SWU-Eigenanteilen. So einfach lässt sich die Presse abspeisen. Im Kommentar dann die tolle Aussage, dass die Mehrkosten so bei 20-30% rum liegen. Geht's noch? Oder wurde da nur die Pressemitteilung kommentar- und fraglos abgepinselt?

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14.02.2013 22:37 Uhr

Abgehoben

Ein paar Millionen mehr... , da ist bei einigen SWU Verantwortlichen doch ein gewisser Realitätsverlust eingetreten. Aber wenn die 400 Millionen platzen, kommts darauf auch nicht mehr an. So kommts eben, wenn man die Proteste gegen den Landschaftszerstörer im Blautal und den Regionvernebler in Leipheim einfach abbügelt.

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14.02.2013 20:31 Uhr

Ach so, na dann ist ja alles gut!

Und dann mal sehen, wie die SWU die 400 Millionen Euro Beteiligungen an den bundesweiten Trianel-Kraftwerksprojekten schönrechnet, die alle entweder drastisch verspätet sind oder jetzt schon Verluste generieren.
Und wenn es dann doch nicht klappen sollte, kommt halt die Insolvenz der SWU Energie GmbH.
Wie so etwas geht, haben die Stadtwerke Flensburg mit einer Tochtergesellschaft genau wegen dieser Trianel-Projekte ja schon vorexerziert und ebenso Trianel selber mit der Pleite der eigenen niederländischen Tochter.
Macht dann ja nichts, die Ulmer Bürger und lokalen Stromkunden haben es ja.
Aber vorher wird noch das GuD Leipheim und natürlich -ganz wichtig- der Landschaftszerstörer Pumpspeicher Blautal begonnen.

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