Neuer Verein Stadtempfinden will lebendiges Ulm

Kultur und Veranstaltungen in Ulm fördern und in einen fairen Dialog mit der Bevölkerung treten: Das möchte der am Sonntag gegründete Verein Stadtempfinden tun. Marcus Bühler wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

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  • Die zwölf Gründungsmitglieder des neuen Ulmer Vereins Stadtempfinden: Desiree Müller, Torben Schuster, Michaela Prasky, Ioannis Manos, Bernd Schau, Petra Bertele, Emin Köksal, Werner Kalbfleisch, Marcus Bühler, Tanja Schultze, Boris Pätzold und Frank Berger. 1/2
    Die zwölf Gründungsmitglieder des neuen Ulmer Vereins Stadtempfinden: Desiree Müller, Torben Schuster, Michaela Prasky, Ioannis Manos, Bernd Schau, Petra Bertele, Emin Köksal, Werner Kalbfleisch, Marcus Bühler, Tanja Schultze, Boris Pätzold und Frank Berger. Foto: 
  • Marcus Bühler vertritt den neuen Ulmer Verein als 1. Vorsitzender. 2/2
    Marcus Bühler vertritt den neuen Ulmer Verein als 1. Vorsitzender. Foto: 
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Der Verein Stadtempfinden ist am Sonntag gegründet worden. Er möchte Kultur und Veranstaltungen in Ulm fördern, sich für ein lebendiges Ulm einsetzen und dabei als Schnittstelle zwischen Bürgern und der Stadtverwaltung agieren. 

Marcus Bühler, ein 43-jähriger Lichtplaner und Vertreiber von LED-Leuchten, der in der Ulmer Innenstadt wohnt, wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. "Wir haben zwölf Gründungsmitglieder, die viele aus dem Ulmer Abendleben kennen; aber keine Gastronomen", sagt er. "Es hätten sich gerne mehr Interessierte von Anfang an eingebracht, doch wir mussten das limitieren. Es tut uns leid, wenn ein paar enttäuscht sind, aber mehr als 30 Gründungsmitglieder wären unserer Meinung nach einfach zu viele gewesen."

Das Interesse am Verein liegt auch an der aktuellen Debatte um die Sperrzeiten am Schwörmontag. Für diese ist der Verein "Leben in der Stadt", bekannt als "Leise". Bühler betont aber, dass Stadtempfinden nicht gegen alles ist, was Leise macht, sondern in einen fairen und objektiven Dialog mit der Ulmer Bevölkerung treten will. "Sobald der Verein offiziell ins Vereinsregister eingetragen ist, möchten wir uns beim Oberbürgermeister und den Fraktionen vorstellen und unsere Ziele aufzeigen." Ideen für Aktionen, wie den Verein am Schwörmontag an Ständen vorzustellen, gibt es schon. Auch eine Webseite ist in Arbeit. Als Ziele nennt der Verein, ein transparentes Meinungsbild der Ulmer Bevölkerung zu schaffen und Konzepte für öffentliche Feste zu erarbeiten. So wollen sie dazu beitragen, die Probleme und Konflikte rund um das Thema Veranstaltungen in Ulm zu lösen.

Die zwölf Gründungsmitglieder haben am Sonntag im Mephisto-Café etwa zweieinhalb Stunden lang diskutiert, die Vereinssatzung angenommen, den Vorstand gewählt, Aufgaben verteilt und Fotos von sich machen lassen. Nun können - auch auf der Facebookseite des Vereins - alle Interessierten sehen, welche Köpfe hinter Stadtempfinden stecken. Die Vereinsgründung "lief besser und unkomplizierter, als ich es mir vorgestellt hatte", sagt Bühler. Denn er und die anderen hätten damit Neuland betreten. "Ganz toll finde ich die Gesprächskultur. Jeder lässt jeden ausreden, jeder wird angehört."

Neben Bühler gehören die 2. Vorsitzenden Bernd Schau und Boris Pätzold aus Ulm, der Kassier Frank Berger aus Ulm sowie der Schriftführer Torben Schuster aus Erbach zum Vorstand. Sie sind Mitte 30 bis Ende 40.

Vor etwa eineinhalb Wochen hatten Bühler und Schau auf Facebook die Seite "Stadtempfinden 'in Gründung'" erstellt. Für ihre Idee, einen Verein zu gründen, erhielten sie dort schnell Zuspruch.   
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Kommentare

27.06.2013 00:24 Uhr

Stadtempfinden

Sehr geehrte Frau Schlittmeier,
Ich verstehe sie leider nicht ganz, sind Sie nun gegen alles außerhalb des Glaubens? Wenn ich Sie richtig verstehe halten Sie auch nichts von der Institution Kirche, bitte korrigieren Sie mich falls ich das falsch verstanden habe. Was mir ein wenig fehlt, das ich einfach nicht verstehen kann wofür sie sind, vielleicht können sie mir / uns schreiben was das sein könnte, denn soweit ich weiß gibt es durchaus ruhige Stadtteile wie z.b. Michelsberg oder Galgenberg in Ulm aber die Innenstadt ist unserer Meinung nach nicht der geeignete "Stadtteil" um Ruhe zu haben, dem widerspricht nicht nur Veranstaltungen sondern auch Verkehr, Andienung und mehr Menschen auf kleinerer Fläche. So bitte ich Sie also wie gesagt uns mitzuteilen wie genau sie sich ein Zusammenleben vorstellen können

Hochachtungsvoll ihr Marcus Bühler für Stadtempfinden

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25.06.2013 19:21 Uhr

Ja

das war klar, dass jetzt wieder südliches Flair als Klischee aus dem Hut gezaubert wird... und es ist auch ziemlich durchsichtig ein verbitterter ( ! ) Mensch zu schreiben ... aber das ist "normal" und nichts Neues und stört mich auch nicht.
Es ist sehr sehr sehr schade, dass es kein Stadtteile gibt, für Menschen, die es gerne ruhig haben ( und das sind mehr als nur ich... das kann ich Ihnen garantieren, die meisten haben nur resigniert und halten das Maul mittlerweile ) und für die, die eben gerne HalliGalli haben bis wann auch immer, weil das Leben halt nur aus Spass besteht... dann gäbe es auch viel weniger Probleme...
...aber wie wärs mit: ab in den Süden... ??? ... in Deutschland muss ja ohnehin alles nachgemacht werden, was andere vormachen...
..und darüber was Kultur bedeutet .. ja, darüber lässt sich trefflich streiten ... davon abgeleitet: kultiviert meint immer auch eine gewisse Ruhe und Empfindsamkeit ... werter Herr Cody, ich muss Sie enttäuschen. ich bin kein Trauerkloss.... nur Sie werden mir erlauben, dass mich die Situation auf der Welt momentan doch etwas stutzig macht ....

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25.06.2013 11:54 Uhr

Stadtempfinden

Werte Frau Schlittmeier, Ihre Worte lassen tief blicken. Lärm, Müll, Gottlosigkeit, Spaßgesellschaft und Amüsement – das alles wird bei Ihnen in einen Topf geworfen und für kausal zusammenhängend erklärt. Sie beschwören die Zeiten vor der Industriealisierung herbei, damals - als alles noch besser und nicht so „gottlos“ war, wie heute. Sie reden von Kriegen, der Christenverfolgung und von Altersarmut - bei diesem „Gedankengut“ ist mit klar, dass Sie wenig Freude verspüren und keinen positiven Gedanken beim Thema „Stadtkultur“ empfinden können. Ich wünsche Ihnen rasch gute Besserung kombiniert mit viel Muße und Ruhe – auf dem Land, außerhalb der Stadt. Für alle anderen, die im Hier und Jetzt und vor allem gerne in einer lebendigen Stadt leben, freue ich mich über die Gründung des Vereins „Stadtempfinden“. Oder wie Herr Spitzlberger es auf den Punkt gebracht hat: es wird Zeit, dass Ulm wieder interessanter wird. Wenn es dem Verein tatsächlich gelingt, ein transparentes Meinungsbild der Ulmer Bevölkerung zu schaffen und Konzepte für öffentliche Feste zu erarbeiten, können alle Ulmer Bürger nur davon profitieren. Ein Konsens bei den Konflikten rund um das Thema „Veranstaltungen“ wäre wünschenswert.

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25.06.2013 09:13 Uhr

:)

Eine gute Sache! Kennt ihr auch die Leute- die es zuhauf gibt- , welche völli begeistert vom Urlaub zurückkomen und südliches Flair lieben, aber sobald hier wieder Leben in die Straße und Gassen kommen soll, beschwert man sich über Ruhestörung. Ich liebe das Leben in der Stadt, Leute treffen, Kinder spielen, Nachts auf der Gass' sitzen, Straßenmusiker.... und dann kommt teilweise ein (!) verbitterter Mensch,und stellt eine Azeige und schon muss Ruhe herrschen :( Der Sommer ist eh schon so kurz, also entspannt euch und habt Spaß am Leben!! :)

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25.06.2013 09:12 Uhr

ach ja

.. noch was ... als typische "Spassbremse" .. werde ich, sobald ich etwas Angemessenes gefunden habe, aus Ulm wegziehen, zwar noch hier arbeiten, aber nicht mehr hier wohnen.
Mir ist Ulm mittlerweile zu "interessant", zu laut und zu dreckig. Wenn ich abends entweder um 18 oder um 20 aus der Arbeit komme und mir die Hirschstrasse anschaue, was sich das so rumtreibt, und wie es da aussieht, mache ich, dass ich ganz schnell von da weg komme. Und ich bin damit nicht alleine... Ulm ist in den letzten Jahren dreckiger geworden.
Und ich habe lange in München gewohnt, ich bin das also durchaus "gewohnt"... den Trubel...

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25.06.2013 08:57 Uhr

Ich

schlage vor, wem Ulm zu uninteressant ist, der kann sich ja ein interessanteres Pflaster suchen. Und was die "Kirchen" betrifft, in denen die sogenannte Lebensfreude Einzug hält, die sich in nichts mehr unterscheidet, von dem was die Welt so zu bieten hat .... nun... man lese die Bibel... es geht um eine ganz andere Freude, die wir im Herrn haben... aber das ist nicht modern und hipp genug...
Auf die Moderne, so wie sie gelebt wird, mit der Verführung der Jugend durch Alkohol, Hauptsache "sexy" usw, Gendermainstream, .. ich bin ok-du bist ok... ach ja, Neu Ulm sollte diese Vereinsidee aufgreifen.. ist ja zu "unsexy.".. - kann ich gerne verzichten, das ist nur noch oberflächlich und
Haben wir keine anderen Probleme ? Geldverschwenung, Preiserhöhungen, so lange wir auch hier Menschen haben, die einen Tafelladen brauchen oder sich aus Altersarmut betrinken oder umbringen.. so lange brauchen wir bestimmt kein bisschen mehr "Stimmung" ... Kriege allüberall, Christenverfolgungen so hoch wie nie zuvor... Besinnung tut not, nichts anderes.

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25.06.2013 07:47 Uhr

Stadtempfinden

Gott sei dank, endlich hat sich jemand gefunden der Ulm aus der Reserve lockt. Ich drücke diesen Menschen den Daumen dass ihre Ideen und ihr Engagement Früchte trägt und Ulm ein bisschen interessanter wird.
Zur Frau Schlittmeier möchte ich sagen, dass Fröhlichkeit, Geselligkeit und alle andere Lebensfreuden eine Gottesgabe sind. Alle diese Menschen die dazu beitragen, den Bezug zu Gott nicht verloren haben. Im Gegenteil sie sind Gott näher als sie es sich vorstellen können!!!
Gehen sie überhaupt in die Kirche? Dann schauen sie sich um, dort hat die moderne schon längst Einzug gehalten!

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25.06.2013 06:53 Uhr

...Stadtempfinden...

aha.... noch mehr Feste, noch mehr Lärm, noch mehr Amüsement, damit man mithalten kann ? ...noch mehr Dreck, noch mehr Müll, noch mehr Krach...... es ist nett, dass "Stadtempfinden" nicht gegen alles ist, was Leise macht...sehr großzügig.
Ja, die Qualität eines Menschenlebens heutzutage hängt vom Konsum und Feiern ab... ja bitte bloss keine Langeweile, keinen Leerlauf... früher hatten die Menschen mehr Lebensqualität... vor der Industrialisierung -- und der Identifikation mit der Moderne... und man bezeichnete das mit dem wunderbaren Wort: Muße.
Und es gab auch noch mehr Bezug zu Gott hin... aber das darf man ja kaum noch sagen.. ist ja schrecklich unmodern und klingt fast schon ein bisschen "zurückgeblieben" ...

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