Neue Mitte als Testfeld für Uni-Projekt

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Die Messeinrichtung steht am Eingang zur Tiefgarage Rathaus.  Foto: 

Wenn der Computer im Fahrzeug das Steuer übernehmen soll, braucht er eine Unmenge an Daten. Diese vermitteln ihm nicht nur ein Bild der aktuellen Verkehrslage und der Fahrzeugumgebung. Sie geben auch Einblicke in das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer und helfen zudem, das korrekte Verhalten des automatisierten Fahrzeugs zu überprüfen. Solche Daten wird das erste Messprojekt in Ulm liefern, das die Uni am Montag, 12. Dezember, gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Angriff nimmt. Während die Uni ihre beiden vollautomatisierten Versuchsfahrzeuge zum Einsatz bringt, sorgt das Institut für Verkehrssystemtechnik des DLR für den Aufbau der stationären Messeinrichtung vor Ort.

Für dieses erste Projekt wurde mitten in Ulm eine spezielle Infrastruktursensorik aufgebaut, die in der Lage ist, in ihrem Umfeld das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer genau zu erfassen. Als Testgebiet wurde mit der Neuen Straße ein besonderer Verkehrsraum ausgesucht, ein „Shared Space“, in dem Autos und Fußgänger gleichberechtigt sind. Denn eine der größten Herausforderungen beim automatisierten Fahren in der Stadt besteht in der Interaktion zwischen automatisierten Fahrzeugen und Fußgängern. Die Versuchsfahrzeuge sind selbststeuernd unterwegs, doch hat der Sicherheitsfahrer auf dem Fahrersitz jederzeit die Möglichkeit, korrigierend ins System einzugreifen.

„Wir wollen Daten gewinnen, um automatisierte Fahrzeuge auch in diesen herausfordernden Situationen sicher zu machen“, so Projektkoordinator Dr. Michael Buchholz vom Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik. Erfasst werden soll aber auch, wie Fußgänger auf Fahrzeuge reagieren und mit diesen in Interaktion treten. Das Ziel: die bessere Vorhersage, wie sich Verkehrsteilnehmer in bestimmten Situationen verhalten.

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Kommentare

12.12.2016 11:44 Uhr

Von wegen gleichberechtigt

In dem Artikel wird fälschlicherweise behauptet, bei der Neuen Straße/Neue Mitte handele es sich um einen "shared Space", in dem Fußgänger und Fahrzeugverkehr gleichberechtigt wären.
Das ist eine gleichermaßen falsche wie gefährliche Aussage.

Denn dort gibt es die Fahrbahn und die nur leicht erhöhten Gehwege. Die Fußgänger queren also auf Höhe des Rathauses in der Realität untergeordnet, das heißt, sie müssen auf Fahrzeuge aufpassen und ggf, warten. Lediglich auf frewilliger Basis lassen dort viele Fahrer die Passanten durch.. Erleichtert wird das Queren der Fahrbahn durch eine Querungshilfe, also einen Fahrbahnteiler in der Mitte..

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