Neue Krippenfiguren aus alten Kirchenbänken

Die evangelische Lukaskirche am Eselsberg hatte keine Krippe, aber noch alte Kirchenbänke übrig. Aus den Bänken entstehen jetzt Maria, Josef, Schafe und Engel.

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  • Engelsfiguren, die aus den alten Kirchenbänken der Lukaskirche gefertigt wurden. 1/2
    Engelsfiguren, die aus den alten Kirchenbänken der Lukaskirche gefertigt wurden. Foto: 
  • Pfarrerin Stefanie Klitzner mit den  Engeln, die aus den alten Kirchenbänken gefertigt wurden.  Foto: Margot Autenrieth-Kronenthaler 2/2
    Pfarrerin Stefanie Klitzner mit den  Engeln, die aus den alten Kirchenbänken gefertigt wurden. Foto: Margot Autenrieth-Kronenthaler Foto: 
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Was tun mit Kirchenbänken, die nicht mehr gebraucht werden? Die Dinger sind sperrig und zu groß für den normalen Hausgebrauch. In der Lukaskirche ist aus dieser Situation eine ungewöhnliche Idee entstanden: Aus dem Holz wird eine Weihnachtskrippe gefertigt, die die Kirche noch nicht hat. Zweitens entstehen Engel, die verkauft werden – und der Erlös fließt in die Finanzierung des neuen Gemeindezentrums.

In der Kirche am Eselsberg sind bei der Sanierung in den Jahren 2013/14 die alten Kirchenbänke abgebaut worden. An ihrer Stelle wurden Stühle angeschafft, mit denen die Gemeinde das Kircheninnere flexibler nutzen kann. Ein Teil der alten Bänke ist vor drei Jahren bereits verkauft worden, die restlichen wurden in Teile zersägt und bislang auf der Empore gelagert. „Wir haben uns gefragt, was wir mit ihnen Sinnvolles anfangen könnten“, erzählt Stefanie Klitzner, die neue Pfarrerin der Lukasgemeinde.

Idee gemeinsam entwickelt

Gemeinsam mit Kirchengemeinderätin Gerlinde Neher, die zugleich auch erste Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderats Ulm ist, entwickelte sie die Idee zu den Krippenfiguren. Dritter im Bunde wurde Schreinermeister David Haidari. Er leitet die „Andere Baustelle“ in Ulm, eine Einrichtung der Jugendberufshilfe, bei der junge Leute Grundkenntnisse in handwerklichen Arbeiten bekommen. Dort werden jetzt die Krippenfiguren und Engel derzeit hergestellt.

Zwei Engel als Anschauungsobjekte sind bereits fertig. „Wir hoffen für die Krippenfiguren auf Sponsoren, die die Kosten für die Herstellung der Figuren übernehmen“, sagt Klitzner. Zeitlich ist alles recht knapp. „Die Krippe wird am 24. Dezember da sein“, ist sich die Pfarrerin dennoch sicher.

„Die Bänke und das Holz haben ihre Geschichte, das passt zur Krippe. Aus dem Leben heraus. Im Stall war auch nicht alles auf Hochglanz poliert.“ Den rund 30 Zentimeter hohen Figuren sieht man ihr vorheriges Leben an: Nagellöcher, Kratzer und Gebrauchsspuren zeugen davon. Aus den Rückenlehnen werden die Figuren gefertigt und aus den Sitzflächen die Füße, auf denen die Figuren stehen.

Ein Stück Kirche kaufen

Aus der Kirche werde etwas für die Kirche geschaffen, freut sich Stefanie Klitzner und sieht noch mehr Punkte, die sie als Gewinn für alle sieht:  Benachteiligte Jugendliche bekommen eine Aufgabe und Arbeit in der Werkstatt; die Gemeindeglieder, die den Verlust ihrer Kirchenbänke beklagen, können ein Stück alter Lukaskirche erwerben und mit nach Hause nehmen. Und nicht zuletzt fließt das Geld aus dem Verkaufserlös in die Finanzierung der neu- und umgebauten Gemeinderäume an der Kirche zu.

Alle sind schon gespannt auf die neue Krippe. „Das wird lukanisches Sondergut“, freut sich die Pfarrerin.

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