Neue Fahnen fürs Donaufest - Kroatischer Künstler stellt Entwurf vor

Die bunten Fahnen stellen seit jeher das Bühnenbild der Internationalen Donaufeste dar. Jetzt werden die Fahnen selbst international - in diesem Jahr gestaltet von der Kunstakademie im kroatischen Osijek.

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Zusammengefasst zeigt das Leporello en miniature, welches Bild die 500 Donaufahnen ergeben: In der Mitte Künstler Vladimir Frelih, flankiert von Sabine Meigel (Donaubüro) und Ralf Milde.  Foto: 

Geht es nach dem kroatischen Künstler Vladimir Frelih, dann beginnt Baden-Württemberg auf dem diesjährigen Donaufest (4. bis 13. Juli) in Bayern. So jedenfalls sieht die derzeitige Überlegung aus, den Fahnenschmuck rund um das Festivalgelände anzuordnen. Beginnend an der Eisenbahnbrücke auf Neu-Ulmer Seite, sollen die Fahnen ein Gesamtbild ergeben, das die zehn Donauländer der Reihe nach abbildet - einmal rund um das Festivalgelände herum, bis die Ukraine dort aufhört, wo Baden-Württemberg beginnt.

Die Fahnen gibt es schon immer, und sie wird es in der bisherigen Machart auch weiterhin geben. Die Gestaltung jedoch wird etwas ganz Neues bieten. Erstmals seit Bestehen des Donaufestes im Jahr 1998 werden die Fahnen nicht mehr von der Ulmer Künstlerin Martha Bilder gestaltet, sondern im zweijährigen Turnus an ihre Berufskollegen im Donauraum vergeben.

Ralf Milde kam auf die Idee, der vom Organisationsteam des diesjährigen Festes beauftragt war, sich zum Fahnenschmuck Gedanken zu machen. Auf ihn und den mittlerweile aus dem Team ausgeschiedenen Christof Hußmann geht der Fahnenschmuck zurück. Und Milde hat mit Vladimir Frelih Kontakt aufgenommen, der nicht nur bei der ersten Donau-Kulturkonferenz im April in Ulm teilgenommen hatte, sondern auch kroatischer Kurator der vom Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm erstellten Ausstellung "Mensch - Fluss" war.

Frelih, der von 1990 bis 1998 an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert hat, geht dabei neue Wege. Die Vorgabe an den Professor und seine Studenten an der Kunstakademie in Osijek war, alle zehn Donauländer irgendwie in den Fahnen vorkommen zu lassen. Frelih hatte die Idee, das anhand der Nationalfarben zu entwickeln, die in unterschiedlich großen quadratisch und rechteckigen angeordneten Formen ineinander fließen.

Beginnend mit schwarz-gelb für Baden-Württemberg gehen die Fahnen langsam in weiß-blau über für Bayern und folgen dann in rot-weiß für Österreich. "Die Farben der Nationalfahnen sind im Fluss und vermischen sich miteinander", sagt Frelih. Die Kulturen mischen sich so und wenn gelbe und schwarze Elemente anfangs auch noch in den weiß-blauen vorkämen, so stünde das für die schleichende Vermischung der Völker und "die Minderheiten in anderen Ländern".

Ein wenig erinnert Frelih seine eigene Gestaltung an die Werke des Malers Piet Mondrian, der als einer der wichtigsten Vertreter des niederländischen Konstruktivismus gilt. Eine Ähnlichkeit, die freilich nicht ganz zufällig sein dürfte, ließ sich der kroatische bei diesem Auftrag doch von dem Wirken des niederländischen Künstlers inspirieren. International auf der ganzen Bühne! Rund 500 Fahnen wird der 50-Jährige brauchen, um die nationalen Farben der Donauländer der Reihe nach darzustellen.

Er selbst wird während des Donaufestes im Übrigen vor Ort sein und zur Unterstützung auch sechs seiner Studenten mitbringen, die ihm nicht nur dabei helfen, den Fahnenschmuck immer wieder zielgenau zu ersetzen, sollte er an einzelnen Stellen beschädigt werden. Die Studenten werden aber auch an Workshops teilnehmen und teilweise sogar selber welche geben.

Für Ralf Milde ist das ein gelungenes Konzept und eine sinnvolle Weiterentwicklung des Fahnenschmucks. Der soll nicht nur reine Dekoration des Festivalgeländes sein, sondern auch eine politische Aussage haben. Die Lebenswirklichkeit der Menschen mache nicht mehr an Grenzen halt, Kultur und Völker würden sich immer mehr miteinander vermischen.

Gedacht ist daran, den Fahnenschmuck für jedes Donaufest von anderen Künstlern aus dem Donauraum gestalten zu lassen.

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