Neuauflage der Ulmer Friedenswochen

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Eigentlich schien der Krieg erledigt zu sein, der kalte allemal. „Jeder hatte doch ab 1989/90 gedacht, ein friedliches Zeitalter sei möglich“, sagt Lothar Heusohn vom Weltladen. Das war: ein typischer Fall von Denkste, die Vision von Frieden sollte alsbald von der Realität überholt werden. Laut Heidelberger Konfliktbarometer wurden allein im vergangenen Jahr 18 so genannte heiße Kriege gezählt, offen ausgetragene bewaffnete Konflikte von Syrien, über Mali und Somalia bis hin zur Ostukraine.

Krieg ist nicht erledigt, strukturelle Gewalt war es nie. Grund genug, die Ulmer Friedenswochen, eine Initiative, die vor 40 Jahren, zu Zeiten des Kalten Krieges und des Nato-Doppelbeschlusses entstanden ist, wieder zu beleben. Paolo Percoco von Radio Free FM hatte in seinen kühnsten Träumen auf zehn Gruppen gehofft, die sich an einer Neuauflage vom 1. September bis zum 17. Oktober beteiligen könnten. 25 standen schließlich unter dem Strich, „und es hätten noch mehr sein können, einige haben sich zu spät mit uns in Verbindung gesetzt“, bedauert Percoco, der auf das alte Netzwerk von 1977 zurückgreifen konnte.

Die Palette an Gruppen und Veranstaltern ist in der Tat breit, sagt Antje Trosien vom DGB. Sie reicht vom Verein für Friedensarbeit und der Ulmer Ärzteinitiative über die Sozialistische Jugend Deutschlands, die Tibet-Inititative, die Kulturbuchhandlung Jastram, den Bund der Deutschen Katholischen Jugend Ehingen-Ulm, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bis hin zur Initiative Stolpersteine, Amnesty International oder auch dem Weltladen.

Alt und Jung engagieren sich

„Unsere Stärke ist, dass die Friedenswochen 2017 generationenübergreifend aufgestellt sind“, sagt Trosien. Jung und Alt beteiligen sich, nicht nur die üblichen Verdächtigen, die Alt-68er. Eine Bemerkung, die sich Heusohn nicht verkneifen kann.

25 Gruppen, 25 Veranstaltungen, die ebenso wie die Gruppen unterschiedlicher nicht sein können. Ein paar Auszüge:

Die 360°-Nato. Mobilmachung an allen Fronten mit Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung, 1. September, Haus der Gewerkschaften, 18 Uhr.

Friedensstrategien gegen Kriegslogik, Vortrag und Diskussion mit Henrik Paulitz, Autor des Buches „Anleitung gegen den Krieg“, 7. September, Ulmer vh, 20 Uhr.

Friedensfest mit Infoständen, Kleinkunst und Musik, 9. September, Ulmer vh, 18 Uhr

Gewaltlos gegen Hitler? Gewaltfreier Widerstand gegen den Nazi-Terror, 21. September, Ulmer vh, 20 Uhr.

Ester Bejarano & Microphon Mafia live in concert. 23. September, Stadthaus, 19.30 Uhr.

Ready for Boarding – ein Hörspiel, dem die CIA-Verhörpraxis zugrunde liegt. 30. September, Café Omar, 20 Uhr.

Das Programm: www.friedenswochen-ulm.de

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