Neu-Ulm hübscht Donauufer auf

|
Eng und wenig einladend ist die Situation auf dem Geh- und Radweg am Jahnufer in Neu-Ulm. die Stadt nimmt jetzt viel Geld in die Hand, um den Bereich einladender zu machen.  Foto: 

Stadtplaner haben es der Stadt Neu-Ulm schon vor einigen Jahren ins Stammbuch geschrieben: Das Donauufer werde in vielen Bereichen der Innenstadt vernachlässigt, die Stadt müsse den Fluss besser einbinden. Das hat offenbar Wirkung gezeigt, denn an vielen Stellen entsteht tatsächlich Neues in Neu-Ulm.

Jahnufer: Der Uferweg am Donaucenter entlang in Richtung Edwin-Scharff-Haus, also zwischen Marien- und Sandstraße ist wahrlich kein Aushängeschild. Für Radler und Fußgänger geht es gleichermaßen eng zu, hässliche und kahle Mauern bestimmen das Bild. Jetzt gibt die Stadt 364 000 Euro aus, um diese 220 Meter lange Strecke zu verbreitern und aufzuhübschen. Auch die rote Mauer vor dem neuen Realgrund-Anwesen ist in den Augen der Stadtplanung nicht das Gelbe vom Ei. Sie soll mit roten Klinkersteinen versehen werden. Mauern werden an anderen Stellen zurückgebaut, damit der Weg mit 4,60 Metern sehr viel breiter wird, statt Asphalt sollen bald hellgraue Betonplatten mit Granitvorsatz verlegt werden. Es soll zudem keine Höhenunterschiede mehr geben und somit barrierefrei sein. Weshalb der Weg vorbei am Donaucenter auch leicht angehoben wird. Die Lüftungsschächte der Tiefgarage des Donaucenters werden zudem begehbar sein.

Auch die Bepflanzung soll sich ändern: Die Berberitzen werden beseitigt. Wo es die Platzverhältnisse zulassen, werden Ziergräser gepflanzt, die sich dann im Wind wiegen und die Wellen der Donau symbolisieren sollen. Die Bäume an der Uferböschung bleiben stehen. In Nischen sollen Ruhebänke aufgestellt werden. Mit den gesamten Arbeiten will die Stadt nach dem Donaufest und dem Schwörwochenende 2018 beginnen. Während der dreimonatigen Umbauzeit wird der Weg komplett gesperrt sein.

Herbelhölzle Wie bereits kurz berichtet, nimmt die Stadt am Leader-Projekt „Flusslandschaften in Schwaben – Donau erleben!“ teil. Geld gibt es dafür von den Bayerischen Elektrizitätswerken und den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm. Für 50 000 Euro wird eine einen Meter hohe und 100 Meter lange Kiesbank aufgeschüttet, auf der Spaziergänger direkt zum Fluss laufen können.

Schwal Dass der Schwal auf der Donauinsel neu gestaltet werden soll, ist seit längerem klar. Auch ein neuer Uferweg ist vom Schwal bis zum Brückenhaus der Sparkasse geplant. Letzteres sorgt für Streit zwischen dem Wasserwirtschaftsamt und der Stadt: Es geht darum, wer die Folgekosten für die Verkehrssicherungspflicht übernimmt. Mit dem Bau wurde deshalb noch nicht begonnen.

Gänstorbrücke Voll im Gang sind derzeit die Bauarbeiten für den neuen Rad- und Fußweg unter der Gänstorbrücke. Die Spundwände sind in  den Uferbereich getrieben worden, Teile der Strecke sind schon aufgeschüttet. Was der Stadt 1,5 Millionen Euro wert ist. Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten noch andauern. Dann sind die Zeiten vorbei, in denen sich Fußgänger und Radler zwischen den Autos auf der stark befahrenen Brückenstraße gezwängt haben.

Kommentar zum Neu-Ulmer Donauufer: Noch viel zu tun

Es tut sich was am Neu-Ulmer Donauufer. Endlich! Aber: Es muss sich immer noch viel tun, denn die Stadt ist noch ein gutes Stück des Wegs entfernt, diesen Bereich wirklich attraktiv und erlebbar zu gestalten. Das gilt vor allem für die Donauinsel samt Schwal, aber auch für das Stück Ufer vom Schwal zum Sparkassen-Brückenhaus.

Man erinnert sich noch, dass der OB ziemlich angefressen war, als ihm im Vorwahlkampf vom politischen Gegner bestellte Stadtplaner ins Stammbuch geschrieben hatten, das Donauufer werde sträflich vernachlässigt. Seither ist die Abteilung Stadtplanung damit befasst, das Donauufer aufzuhübschen. Was zum Teil schon gelungen ist, vor allem im Bereich des Edwin-Scharff-Hauses und bei der Donauklinik. Auch die Planungen am Jahnufer und im Bereich des Herbelhölzles werden zur Attraktivität beitragen. Fehlt nur noch der Schwal. Die Pläne liegen in der Schublade, es hapert an der Umsetzung.

Das Donauufer ist für beide Städte ein prägender Bereich. Allerdings könnte es über das Donaufest und die Tage rund um den Schwörmontag noch öfters bespielt werden. Neu-Ulm hatte mal ein Veranstaltungsfeld auf dem Gelände der alten Flussmeisterei mit Summerfeeling und  mittelalterlichem Weihnachtsmarkt. Das ist den neuen schmucken Wohnungen zum Opfer gefallen. Ersatz geschaffen wurde nicht. Leider.

Zahlen Auf einer Länge von 7,9 Kilometern fließt die Donau an der Stadt Neu-Ulm entlang. Sie ist der Grenzfluss zu den Nachbarstädten, vor allem zu Ulm, aber auch zu Elchingen. Im innerstädtischen Bereich sind es zwischen dem Herbelhölzle und dem Donaubad nur knapp 3,3 Kilometer. Diese Uferstrecke steht besonders im Fokus der Stadtplanung. Von 2005 bis 2008 hat die Stadt nach den Hochwasser-Ereignissen 1999 und 2005 den Hochwasserschutz entlang der Donau entscheidend verbessert und die Uferbereiche zum Teil neu gestaltet. Das war insgesamt fast 10,5 Millionen Euro teuer. Den Löwenanteil der Kosten hat allerdings der Freistaat Bayern übernommen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Täter von Eislingen entschuldigt sich in Abschiedsbrief

Drei Tote in Eislinger Tiefgarage: Der mutmaßliche Täter hat seiner Noch-Ehefrau und deren Freund mit einem Küchenmesser die Kehle durchgeschnitten und sich offenbar durch einen Kopfschuss selbst getötet. Er entschuldigt sich für die Tat in einem Abschiedsbrief. weiter lesen