Neu-UIm - Stadt der Kulturbanausen?

Kann ein hässliches Entlein ein stolzer Schwan werden? Beim Stadtentwicklungs-Symposion im Theater Neu-Ulm gab es Fragen, Kritik, Antworten.

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Zu Beginn der Veranstaltung gab es erst einmal Schelte vom Organisator: "In Ulm wäre das Interesse an so einer Veranstaltung größer", wetterte Theaterleiter Heinz Koch in Anbetracht der leeren Sitzreihen. Nur wenig mehr als ein Dutzend Gäste hatten sich eingefunden, um Ideen und Anregungen zu geben, wie der Stadt Flair einzuhauchen sei. Jenseits der Donau, war sich Koch sicher, hätten sich auch Vertreter der Verwaltung und anderer Gremien des öffentlichen Lebens blicken lassen.

Für Koch ist die Erfahrung nicht neue Bestätigung der Verhältnisse. Seit 20 Jahren ringt er nicht nur künstlerisch darum, "die Leute vom Sofa zu kriegen", im Bemühen um die Entwicklung eines gemeinsamen Stadtbewusstseins. Allein, der Schulterschluss lässt auf sich warten: "Es ist sehr schwer, die Leute dazu bewegen, sich zu beteiligen."

Neu-Ulm - Ort der Kulturbanausen also? Aus dem kleinen Auditorium in deutliches "Ja". Die Stadtverwaltung, moniert ein Mann mittleren Alters, "will von Kultur nichts wissen". Wenn sich in dieser Richtung etwas bewege, dann ausschließlich aufgrund von Privatinitiativen. Und was vorhanden sei, werde kaum wahr genommen, kaum gewürdigt. Eine Einschätzung, die auch Verena Schneider teilt. Die Leiterin der Galerie im architektonisch ambitionierten Venet Haus ließ durchblicken, dass man ein Schattendasein führe.

Ein Schicksal, dass offenbar von nahezu allen kulturellen Einzelkämpfern Neu-Ulms geteilt wird, von denen es einige gibt. Nach Lage der Dinge könnte die Stadt auf diesem Sektor durchaus mit Pfunden wuchern - vom Friseurmuseum über öffentliche Skulpturen bis zur Oldtimerfabrik. Deshalb der Vorschlag aus der Runde: Wenn der Stadt schon der Kunstsinn fehle, könne sie vorhandene Einrichtungen wenigstens in einer Info-Broschüre zusammenfassen.

Auch kam die Anregung, nicht mit Ulm in direkte Konkurrenz zu treten, sondern sich als neue, junge Stadt positionieren und auf Dinge zu setzen, "die Ulm nicht zu bieten hat". Als Ergänzung zum dortigen historischen und kulturellen Angebot. Dabei gelte es Begegnungsorte zu schaffen, ob über die Belebung des Petrusplatzes, durch Festivals, Kulinarik oder die Kooperation von Theater und Museen.

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