Nepomuk-Kapelle in Wiblingen wird versetzt

In der Wiblinger Kapellenszene ist ganz schön Bewegung drin. Erst ist die Dreifaltigkeits-Kapelle an ihren Ort zurückverschoben worden, jetzt steht die lang erwartete Versetzung der Nepomuk-Kapelle an.

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Heiliger St. Nepomuk! Die Nepomuk-Kapelle in Wiblingen - seit bald 45 Jahren von der Straße hart bedrängt - wird zu ihrem Schutz versetzt. Ihre Nepomuk-Figur ist längst in Sicherheit gebracht.  Foto: 

Es sind akkurate Säge- und Fräsarbeiten nötig, um das Objekt aus dem Brückenbauwerk zu trennen, wobei eine Untergrabung notwendig wird, um die Stahlträger einzubringen, die den Transport erst ermöglichen. Um was, bitteschön, geht es hier? Es geht um die Rettung eines Heiligen, der normalerweise Brücken schützt, um jetzt selber vor einer geschützt zu werden: Nepomuk aus Wiblingen, der der Kapelle an der Brücke über die Weihung in der Ulmer Straße den Namen gibt. Diese Straßenbrücke ist für einen frei fließenden Autoverkehr 1969 einfach um die Nepomuk-Kapelle von 1722 aus- und rumgebaut worden, was Spritzwasser und Salz mit sich brachte. Das gab ihr den Rest.

Doch jetzt wird sie endlich versetzt, auf Betreiben des Förderkreises für die Erhaltung der Wiblinger Kulturdenkmale. Anfang kommender Woche gehts los, nachdem die eigentums- wie ingenieurstechnische Fragen abgeklärt worden sind. So ist die Kapelle 2012 in städtisches Eigentum übergegangen.

Für die Ingenieursarbeiten rückt wieder die Firma Jako Baudenkmalpflege aus Rot an der Rot an. Sie war erst kürzlich in Wiblingen im Einsatz, um die Dreifaltigkeits-Kapelle in ihren Urzustand zurückzuversetzen - ein Smart hatte sie mit sattem Aufprall aus den Angeln gehoben (wir berichteten).

Bevor nun die Nepomuk-Kapelle ausgehoben wird, wird erst mal der zwei Meter von der Straße abgerückte neue Standort eingerichtet, mit Erdaushub und Fundamentierung. Dann wird die freigesägte und für den Transport verpackte und versteifte Kapelle auf Stahlträgern mit einem Autokran transloziert und auf die neue Bodenplatte gesetzt. Dies läuft an einem einzigen Tag.

Die Kosten für die Umsetzung belaufen sich auf rund 110.000 Euro, die Arbeiten laufen unter Regie der städtischen Denkmalschützer. Versteht sich von selbst, dass das mit der Landesdenkmalpflege abgestimmt ist. Nach dem Versetzen wird die Kapelle nach restauratorischen Gesichtspunkten neu gefasst, also farblich gestaltet. Damit kann auch die 1,70 Meter große Figur des Heiligen Nepomuk von 1743, die der Eigentümer der Stadt als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat, wieder glänzend zur Geltung kommen und sich ganz dem Schutz der Brücke und der Wiblinger vor Wassergefahren widmen. Auch wenn der in den letzten Jahren verwirklichte Hochwasserschutz im Ostermahd eigentlich funktionieren sollte.

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