Nein zur Rente mit 67

"Das schaffen wir nicht!" Mit diesen Worten hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt beim Verbandstag in Ulm der Rente mit 67 eine klare Absage erteilt.

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Petra Demuth ist für vier Jahre zur Vorsitzenden der IG Bau in Südwürttemberg gewählt. Foto: IG Bau

Neuwahlen der Vorstandschaft und eine Renten-Resolution standen im Mittelpunkt beim Bezirksverbandstag der IG Bau-Agrar-Umwelt am Samstag im Ulmer Gewerkschaftshaus. Dabei wurde die 38 Jahre alte Ulmerin Petra Demuth für vier Jahre zur neuen Bezirksvorsitzenden gewählt. Sie steht den knapp 5000 Gewerkschaftsmitgliedern in Südwürttemberg schon seit vergangenem Jahr vor. Der Bezirk erstreckt sich vom Ostalbkreis über Ulm, Biberach bis zum Bodensee. Beschäftigt sind 12 000 Menschen im Bereich Bau, 18 000 in der Gebäudereinigung und etwa 1500 in der Forstwirtschaft. Das sind die drei Betätigungsfelder der IG Bau.

Die Bezirksversammlung hat zudem eine Renten-Resolution verfasst. Unter dem Motto "Die Rente muss zum Leben reichen" haben die etwa 50 in Ulm erschienenen Delegierten zudem eine klare Absage einer Rente mit 67 formuliert. "Das hält kein Gerüstbauer, kein Dachdecker, kein Landschaftsgärtner durch", sagte der stellvertretende Bezirksvorsitzende Kai Schwabe. Und er forderte die Parteien, die sich im Herbst zur Bundestagswahl stellen, dazu auf, ihre Wahlprogramme entsprechend darauf abzustellen. Die IG Bau-Agrar-Umwelt versteht ihre Resolution auch als "Messlatte" für die Bundestagskandidaten. "Jeder kann in der Rentenfrage selbst entscheiden, ob er mit den Stimmen der Gewerkschaftsmitglieder rechnen darf oder auf sie verzichten will."

Die IG Bau-Agrar-Umwelt kann sich eine Rente ohne Abstriche nach 44 Versicherungsjahren vorstellen. Außerdem fordert sie ein Altersübergangsgeld für gesundheitlich angeschlagene Arbeitnehmer.

Was die Gehaltsvorstellungen in der laufenden Tarifauseinandersetzung mit den Arbeitgebern betrifft, fordert die IG Bau-Agrar-Umwelt ein Lohn-Plus in Höhe von 6,6 Prozent. Diese Vorstellung liege den Arbeitgebern auch schon vor, die sich dazu in der ersten Verhandlungsrunde aber noch nicht geäußert hätten. Beschäftigte im Bereich Bau verdienten laut Schwabe und laut Tarif zwischen 11,05 Euro (Lohngruppe 1) und 13,70 Euro (Lohngruppe 2). Im Bereich des Reinigungsgewerbes gelte ein gesetzlich garantierter Mindestlohn von 9 Euro. Den möchte die Gewerkschaft bis spätestens in zwei Jahren unbedingt auf mehr als 10 Euro erhöhen.

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