Naturkundliches Bildungszentrum mit neuem Bär aus Russland

Spektakulärer Neuzugang im Naturkundlichen Bildungszentrum. Ein russischer Braunbär komplettiert die Sammlung.

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Dieser Braunbär steht im Naturkundlichen Bildungszentrum Foto: Gerhard Schenk

Der russische Bär, er hats schon schwer. EU- und Nato-Grenzen wandern immer weiter nach Osten, und der Chinese schläft bekanntlich auch nicht. Weil sich der Bär zunehmend beengt fühlt, gebärdet er sich seit geraumer Zeit auch ganz toll. Wir sagen nur: Pussy Riot, Krim, Ost-Ukraine, Kamtschatka.

Kamtschatka? Doch, auch ein Exemplar aus dieser entlegenen östlichsten Region des Immer-noch-Riesenreiches ist dieser Tage tausende Kilometer entfernt von seinem angestammten Siedlungsgebiet gesichtet worden. Man muss jetzt aber nicht gleich zu den Waffen greifen oder nach den Vereinten Nationen rufen. Der Bär ist mausetot. Er trägt die Inventarnummer WT 001243, gehört zur Unterspezies "Ursus arctos" und steht seit kurzem in der Kornhausgasse 3, wo das Naturkundliche Bildungszentrum der Stadt Ulm logiert.

Und sag noch einer, der Russe sei nicht integrationswillig. Friedlich reiht sich der braunhaarige Genosse inmitten der Sonderausstellung "Wölfe" neben Wolf, Luchs und Wildkatze ein, als weiterer Vertreter der inzwischen vielerorts ausgerotteten großen Beutegreifer. Vor einigen Jahren sei das Tier in der europaweit renommierten Präparationswerkstatt von Kestutis Bybartas in Litauen präpariert worden, berichtet Dr. Peter Jankov, Leiter der Naturkundlichen Sammlungen. Mit Unterstützung der Bürgerstiftung sei es dem Förderkreis des Bildungszentrums nun gelungen, das seltene Präparat zu erwerben.

Aus Sicht Jankovs ist es zu begrüßen, dass Tierpräparate aus Nachlässen und privaten Sammlungen Museen zugeführt werden, weil sie dadurch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind. In Museen würden sie für nachfolgende Generationen aufbewahrt und stünden dort auch für spätere wissenschaftliche Auswertungen und Analysen zur Verfügung. "Tierpräparate sind für die Lehre und für Studien am Original unersetzlich." Fehlt nur noch ein Name für WT 001243. Es sollte schon ein russischer sein, vielleicht Wladimir, aber bitte nicht Putin. Vorschläge bitte an das Naturkundliche Bildungszentrum.

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