Natalia Mateo und ihre fünf Alleskönner

Wer den musikalischen Schwerpunkt von Natalia Mateo und ihrer fünfköpfigen Band bestimmen möchte, tut sich schwer.

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Diese Musiker kennen und können alles. Das ist ein ständiges Mäandern zwischen diversen Einflüssen: Pop, Jazz-Rock, polnische Folklore und freie Musik. Unaufgeregt interpretiert von einer gut aufgelegten Band, die sich im ausverkauften Club Orange offenbar wohlfühlte.

Beeindruckend gute Leute. Keiner, der vom Niveau her abfällt, auch wenn Pianist Simon Grote vielleicht die Nase ein klein wenig vorne hat. Seine Soli haben etwas ganz Besonderes, neben ihrer technischen Perfektion entwickeln sie eine nahezu magische Sogwirkung, wie sie die großen Bebop Musiker entwickeln konnten. Ein Magnetismus, dem man nicht entkommt.

Oder gerät man eher ins Schwärmen angesichts des Bassspiels von Christopher Bolte? Allein sein Sound ist zum Niederknien. Trotzdem: Gregor Lener an der Trompete, Dany Ahmad an der Gitarre und Fabian Ristau am Schlagzeug sind nicht schlechter. Eine ausgezeichnete Truppe, die auf sehr hohem, internationalem Niveau musizieren kann.

Dann wäre da noch die Chefin: Natalia Mateo. Auf den ersten Blick ein Mädchen im Hängerchen. Die personifizierte Zerbrechlichkeit, bis sie zu singen beginnt. "Somebody Is Watching Me", der Opener des Abends, stellt schon mal klar: eine sehr präzise, klassisch ausgebildete Stimme. Dazu eine Sängerin, die sich ihrer Wirkung und ihrer Körpersprache sehr bewusst ist. Ergibt in der Summe eine unspektakuläre, aber eindringliche Bühnenpräsenz und die Erkenntnis: Natalia Mateo ist alles andere als zerbrechlich, da ist Metall unter der zarten Schale. Die Frau kann Gas geben und wuchtig improvisieren. Siehe Jay Hawkins' "I Put a Spell on You". Aber sie kann auch das Gegenteil, wie das polnische "Trudno" oder den im Duo mit Simon Grote wunderbar interpretierten Billie-Holiday-Klassiker "Strange Fruit".

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