Nachgefragt: Führungszeugnis ist Pflicht

Falschdiagnosen und unnötige OPs: Ein holländischer Arzt trieb Jahre unerkannt an einer Heilbronner Klinik sein Unwesen. Wie beugt die Ulmer Uni-Klinik vor?

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Jörg Portius ist Pressesprecher an der Uni-Klinik Ulm.  Foto: 

Die personelle Fluktuation an einer Uni-Klinik ist naturgemäß hoch. Wie viele neue Ärzte stellt das Ulmer Klinikum im Jahr durchschnittlich ein?

JÖRG PORTIUS: Im vergangenen Jahr waren es etwa 100 Neueinstellungen.

Was tun Sie, um mögliche schwarze Schafe herauszufiltern?

PORTIUS: Wir verlangen von jedem Bewerber eine notariell beglaubigte Kopie seiner Approbation oder das Originaldokument, bei Fachärzten zusätzlich eine Bestätigung der Facharztausbildung.

Gegen den jetzt entlassenen Heilbronner Skandalarzt lief in den Niederlanden bereits ein groß angelegtes Strafverfahren, von dem die deutsche Klinik allerdings nichts wusste.

PORTIUS: Um sicher zu gehen, verlangen wir von jedem Bewerber ein Führungszeugnis, Kinder- und Jugendärzte müssen sogar ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

Wir erinnern uns an den Fall eines falschen Betriebsarztes am Uni-Klinikum Ulm. Anfang 2010 flog der Mann auf, nachdem er elf Monate ohne Approbation tätig war – allerdings ohne irgendwelchen Schaden angerichtet zu haben.

PORTIUS: Nicht jeder Mediziner an der Uni-Klinik gehört auch zur Uni-Klinik. Der Betriebsarzt stand als einer von insgesamt acht Betriebsärzten in Diensten des TÜV-Süd, der die arbeitsmedizinische Betreuung unserer Mitarbeiter übernommen hat. Der TÜV hatte ihn nach Bekanntwerden des Approbationsbetrugs entlassen und angezeigt.

Sonst gab es an der Uni-Klinik keine spektakulären Quacksalber-Fälle?

PORTIUS: Wir sind von so etwas bisher zum Glück verschont geblieben.

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