Nach Unwetter: Hochbetrieb im Hagelschaden-Zentrum Söflingen

Das Hagelschaden-Zentrum hat alle Hände voll zu tun: Bevor mit den Reparaturarbeiten begonnen werden kann, muss dort erstmal der Schaden eingeschätzt werden.

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An der Anzahl und Tiefe der Hagelbeulen kann Gerhard Schimanski erkennen, aus welchem Ort das Auto kommt. „Ganz schlimm hat es Eggingen und Ermingen getroffen“, sagt der Geschäftsführer vom Hagelschaden-Zentrum in Söflingen, da liege das Schadensbild im Durchschnitt bei vier- bis fünftausend Euro.

Nach den Unwettern in der Region hat der Betrieb momentan alle Hände voll zu tun. In der Zentrale in der Einsteinstraße fährt ein verbeultes Auto nach dem anderen vor. Elf Versicherungsfachangestellte begutachten dort die Schäden und erstellen Kostengutachten. „Der Schaden geht von Null bis 15.000 Euro“, sagt Bernd Müller, der in einem freien Büro aus Biberach für die WGV-Versicherung die Begutachtung durchführt. „Die Dellen werden dann dem Fahrzeugwert entgegengestellt, und manchmal kann nur ein wirtschaftlicher Totalschaden festgestellt werden“, sagt er. Das ist dann der Fall, wenn der Wert des Autos unter dem festgestellten Schaden liegt.

Vor ihm steht ein VW, zehn Jahre alt und von kleinen Beulen übersät. Der Besitzer kommt aus Aufheim. Der Hagel sei ganz plötzlich gekommen. Seine Frau konnte ihr Auto noch in die Garage retten, erzählt er. Er aber sei nur mit dem Wasser beschäftigt gewesen, das sturzbachartig in den Keller lief. Nun sehe sein Auto so aus.  Er habe den Schaden der Versicherung gemeldet.

Über die Anzahl der Autos, die dort bereits einen Schaden feststellen ließen, hat Schimanski momentan noch keinen Überblick. „Jetzt wird erst mal begutachtet, und so in vier Wochen geht es dann richtig los mit den Reparaturen“, sagt Schimanski. Im Hagelschaden-Zentrum  setzt man auf eine sanfte Reparatur-Methode, bei der der Originallack des Fahrzeugs erhalten wird und damit auch der Korrosionsschutz vollständig gewahrt bleibt.

Neben der Zentrale wurde extra für die Begutachtung eine Halle eingerichtet, eine Straße weiter finden dann in einer weiteren großen Halle die Behebungen der Schäden statt. Auch in allen anderen Niederlassungen herrscht derzeit Hochbetrieb. Dort wurden zum Teil mobile Hallen aufgestellt, in denen die Experten die Schäden begutachten.

„So ein Unwetter gibt es nur alle zehn Jahre“, sagt der Geschäftsführer. In der Region war der letzte stärkere Hagel 2012 in Wiblingen und Schwaighofen. Diesmal aber kämen Autos aus der gesamten Region nach Ulm. Besonders stark betroffen im Stadtgebiet sei Söflingen, weiß Schimanski. Im Gegensatz dazu sei bislang kein Autobesitzer vom Eselsberg bei ihm gewesen. Aber das könne ja noch kommen. Eine Frist, einen Hagelschaden zu melden, gebe es eigentlich nicht, weiß Schimanski: „Nur nach einem Jahr glaubt es dir halt keiner mehr.“

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