Musikförderung: Stadt Ulm hält zusätzlich 60.000 Euro bereit

Nach dem Kinder- und Jugendtheater und dem Tanz kommt jetzt die freie Musik-Szene dran: Die Stadt Ulm fördert Projekte mit 60.000 Euro.

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"Crescendo" heißt in der Musik als Vortragsbezeichnung ungefähr "anwachsend", "lauter werdend". Was gerade im Ulmer Musikleben aufgeführt wird, ist tatsächlich ein starkes Crescendo: Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn hat in dieser Saison im Kornhaus ein Konzert-Abonnement gestartet, im Stadthaus wiederum gastieren in der neuen Reihe "klassisch!" hochkarätige Kammermusik-Ensembles. Und die Kirchenmusiker der Region haben soeben eine bis Pfingsten laufende Bachkantaten-Reihe begonnen.

Das sind privat organisierte und finanzierte oder kirchliche Veranstaltungen, aber auch die Stadt Ulm setzt Zeichen. So beschloss der Gemeinderat in seinen Haushaltsberatungen, dem Stadthaus zusätzlich 20.000 Euro zukommen zu lassen für sein Neue-Musik-Festival. Nach zwei Konsolidierungsrunden ist kein Geld mehr im Budget für die überregional beachtete Reihe vorhanden, jetzt kann 2014 mit diesem Extra-Zuschuss zumindest eine weitere Auflage der "Neuen Musik" im Stadthaus stattfinden.

Der Gemeinderat aber hat vor allem auch einen Geldtopf für die freie Musikszene gefüllt: mit respektablen 60.000 Euro. Nachdem die Stadt Ulm mit gezielten Projektförderungen das Kinder- und Jugendtheater neu aufstellte und zuletzt die Sparte Tanz finanziell bewegte, will sie nun auch Akzente setzen im Bereich Musik, um das Angebot zu verbessern. Die vom Kulturausschuss einstimmig verabschiedeten Förderrichtlinien sind seit 1. Dezember in Kraft, die Kulturabteilung der Stadt erwartet Bewerbungen und Anträge.

Nicht nur einzelne Projekte sollen bezuschusst werden, möglich ist auch eine mehrjährige institutionelle Förderung professionell arbeitender Musiker, Bands, Ensembles, Vereine oder Einrichtungen. Der Anspruch ist hoch: Gefördert werden "qualitativ herausragende und vielversprechende Projekte, Initiativen und Sonderthemen, die sich auch im überregionalen Kontext behaupten können". Die Aufforderung zum Spiel geht an die künstlerisch Kreativen, die sich zum Beispiel für vernachlässigte Komponisten einsetzen oder Uraufführungen herausbringen (Anträge bis 15. Januar an die Kulturabteilung der Stadt Ulm, Infos unter Telefon 0731/161-4701).

Und wer befindet darüber, was originell, so wichtig wie förderwürdig ist? Natürlich ein Gremium aus Stadträten und einem Vertreter der Kulturabteilung - aber vertrauend auf die Ratschläge einer Fachjury. Und dieser gehören an: die Rundfunkjournalistin und Musikerin Martina Seeber; die Kulturmanagerin Susanne Aschenbrandt, Fachbereichsleiterin der Stadt Ostfildern; und Dr. Klaus K. Weigele, Direktor der Ochsenhausener Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg.

Nicht zu vergessen bei diesem Ulmer "Crescendo" ist auch die Tatsache, dass die Stadt deutlich mehr Geld pro Jahr für die Breitenförderung ausgeben wird. So erhält der Ulmer Stadtverband für Musik und Gesang, der 67 Vereine mit rund 3500 aktiven Mitgliedern repräsentiert, 2014 rund 110.000 Euro mehr. Damit kann der Verband künftig rund 276.000 Euro ausschütten: Zuschüsse nicht zuletzt für die Jugendarbeit, für Dirigenten, Konzerte oder Reisen.

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