Musik-Kabarett mit Beethoven, Bach und Bohlen

Die Lacher eindeutig auf seiner Seite hatte Christoph Reuter mit seinem kurzweiligen Musikkabarett in der Reihe "Kultur im Museumshof".

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Christoph Reuter unterhielt sein Publikum bestens.  Foto: 
Wer ist Christoph Reuter? Einige mögen ihn als Pianisten kennen, der seit vielen Jahren mit Eckart von Hirschhausen auf Tour geht. Zurzeit ist der Komponist und Musikpädagoge mit seinem ersten eigenen Kabarettprogramm "Alle sind musikalisch! (außer manche)" unterwegs. Eigentlich sollte sein Neu-Ulmer Gastspiel nun im Innenhof des Edwin-Scharff-Museums stattfinden. Wegen der lauten Musik auf dem Petrusplatz (Christopher Street Day) musste man aber leider auf die Musikschule ausweichen. Was die Qualität des Abends keineswegs beeinträchtigte - höchstens atmosphärisch.

Der Einfluss Hirschhausens ist bei Christoph Reuter deutlich zu spüren. Die schnelle, zuweilen etwas nuschelige Sprache, die Gestik und die Mimik. Reuter schafft es aber immer wieder, sich auch von seinem Vorbild zu emanzipieren. Das gelingt ihm allein schon durch sein virtuoses Klavierspiel und seine Leidenschaft zur Improvisation. Dem begeisterten Neu-Ulmer Publikum gab er zwei Stunden lang eine originelle Nachhilfestunde in Sachen Musik. Er spielte Beethovens "Pathétique" zunächst klassisch, dann verjazzt und schließlich als Popsong. Oder ein Medley, das ihn von Robbie Williams über Mozart zu Dave Brubecks "Take Five" führte. Zwischendrin philosophierte er über verschiedene Aspekte der Musik. Die Pointen saßen: Er bezeichnete den Wal als André Rieu der Meere und nannte die drei großen Bs in der Musik - Bach, Beethoven, Bohlen.

Immer wieder wurde das Publikum eingespannt, durfte Liedanfänge fortsetzen, klatschen, schnippen oder Stücke, die er am Klavier anspielte, erraten. Um die Trivialität vieler Popsongs zu outen, hat Reuter die "C-Kralle" erfunden - die erste Umkehrung des C-Dur-Akkords. Mit Hilfe dieses Klaviergriffs in vier verschiedenen Lagen könne man praktisch jeden Ohrwurm begleiten, was er dann auch unter großem Gelächter demonstrierte. Am Ausgang übergab der Pianist jedem Gast Postkarten mit der "C-Kralle" und vorgedruckten Löchern für die Finger. Diese Postkarte kann man sich übrigens auf seiner Homepage herunterladen!

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