Moschee-Verein unterzeichnet Ulmer Erklärung nicht

Türkischer Moschee-Verein will Religion nicht mit Politik vermengen, sagt Vorsitzender Hasan Yildiz. Ditib arbeite aktiv an der Gestaltung der Stadt Ulm mit, etwa in der Notfallseelsorge. Diese Zusammenarbeit sei gut und wichtig. Mehr brauche es nicht.

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DITIB-Moschee in der Herrlinger Straße kurz vor Sonnenaufgang Volkmar Könneke

Hasan Yildiz klingt sehr entschieden: „Ditib wird die Erklärung nicht unterschreiben.“ Der Grund: Der Moschee-Verein sei rein religiös. „Eine Religion, die politisch ist, hat keinen Wert.“ Der Vorsitzende bezieht sich auf die so genannte „Ulmer Erklärung für ein Zusammenleben in Frieden und Respekt“, die von rund 30 türkisch-stämmigen Gruppen unter Moderation der Stadt monatelang erarbeitet worden war. Ditib habe zwar an den Treffen teilgenommen, lehne es aber ab, sich durch die Unterzeichnung der Erklärung mit den politischen Parteien in ein Boot zu setzen, sagte Yildiz. Dabei ist die Erklärung keinesfalls politisch. Die Kernaussage: Ulm sei Heimat, die Gestaltung der Stadt, ein friedliches Miteinander sei Ziel.

Wie berichtet, hatte OB Gunter Czisch aufgrund der Spannungen innerhalb der türkisch-stämmigen Gemeinde im November einen Dialog angestoßen, der am Dienstagabend im Rathaus mit der Unterzeichnung der Erklärung einen ersten Schritt zur Entspannung beitragen soll. Ditib hatte nach Angaben der Stadt zunächst zugesagt zu kommen, dann aber kurzfristig abgesagt. Elis Schmeer, die Leiterin der Koordinierungsstelle Ulm: Internationale Stadt, die die Treffen mit den völlig unterschiedlich orientierten türkischen Gruppen begleitet hatte, gab sich noch optimistisch: „Der Verein wird zu einem anderen Zeitpunkt unterschreiben.“ Nun sagte Yildiz wohl endgültig ab.

Dialog erst angestoßen

Wie heikel die Aufgabe war, die sich die Stadt gestellt hatte, war auch am Dienstagabend zu spüren. Um keine Gruppe oder Person herauszustellen, oder gar in den Verdacht zu geraten, einer besonders nah zu stehen, hatte es Czisch abgelehnt, sich mit einem der Anwesenden fotografieren zu lassen. „Da geht es um Befindlichkeiten, um Rücksichtnahme“, sagte der OB auf Anfrage. Trotz der von der breiten Mehrheit unterzeichneten Erklärung sei die Stimmung ja keineswegs harmonisch. „Der Dialog muss jetzt fortgesetzt werden.“ Czisch hatte zudem die Namen der 30 Organisationen nicht vorgelesen. „Die Authentizität der Erklärung hängt nicht von Namen ab. Es geht darum, die Botschaft an die Ulmer Stadtgesellschaft zu senden, dass alle in Frieden hier leben wollen“, erklärte er. Das gelte auch für den Verein Ditib, mit dem die Stadt seit langem gut zusammenarbeite. „Jeder geht seinen eigenen Weg. Wir respektieren das.“

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