Moop Mama im Ulmer Zelt

Ein ausverkauftes Zelt, gut aufgelegte Musiker: Moop Mama und ihre Fans feierten in der Friedrichsau eine ausgelassene und flotte Party.

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Ulmer Zelt  Foto: 

Mit neuem Album und Spielfreude feierten Moop Mama eine eine fette Brass-Party im ausverkauften Zelt, die begeisterten Fans feierten von Anfang an mit. Hier zeigte sich auch eine kleine Diskrepanz zwischen der doch brav und glattgebügelt daherkommenden Studioaufnahme „M.O.O.P. Topia“, die zwar mit Gästen wie Jan Delay und „Blumentopf“ sowie nicht nur textlich interessanten Songs aufwarten kann, ansonsten aber stellenweise die Live-Energie ihrer Shows vermissen lässt.

Sei’s drum, live spielt die zehnköpfige Truppe aus München ihren „Urban Brass“ ohnehin schon in einer größeren Liga. Sofort hüpften die Besucher regelrecht um die Wette, so dass Frontmann Keno Langbein nach ein paar Titeln erstmal das Tempo drosseln musste. Deshalb bitte alle mal mit dem Gesicht tanzen zum „Face Dance“! Reine Mimik ist gar nicht so einfach, dafür lud die explosive Mischung aus fantasievoll eingesetzten Blasinstrumenten und Schlagzeugen viel zu sehr zum Abrocken ein. Dabei ist alles grundsolides Handwerk an den Instrumenten, wie bei Peter Laib am Sousaphon, sonst auch bei den Egerländer Musikanten tätig, der nicht nur sein aktuelles Abzieh-Tattoo am Oberarm outen musste, sondern auch – zur Freude des Publikums – seine Herkunft aus Schnürpflingen. Sympathiepunkte sammelten die Jungs auch, als sie spontan „Ulmer Nieselregen“ in ihre Single „Liebe“ einbauten.

Moop Mama auf Brass mit Deutsch-Rap-Elementen festzulegen, würde etwas kurz greifen. Titel wie die subtil mit düsteren 80er-Beats wirkenden „Prokrastination“ oder „Lösch das Internet“ zeigen Nähe zu Neuer Deutscher Welle oder New Wave. Inhaltlich ist man an Gesellschaftskritik, guter Laune und Sprachwitz interessiert, schön demonstriert im Song „Die Erfindung des Rades“: „Die Zeit der Dreiecke ist vorbei, endlich schließt sich der Kreis, die Erfindung des Rades“. Das Rad erfinden Moop Mama, die im Zelt das furiose Mitsing-Finale mit „Alle Kinder“ feierten, zwar nicht neu – wer kann das schon? – aber sie sind nah dran, mit ihrer innovativen Mixtur ein größeres Publikum zu erobern.

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Mehrere Wochen Kultur am Stück, im Zelt in der Ulmer Friedrichsau. Seit 1987 werden im Ulmer Zelt alljährlich Rock und Pop, Kabarett und Comedy, Theater und Tanz geboten.

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