Mit Spaziergang um Frauen werben

Quoten allein reichen nicht, damit sich mehr Frauen in der Lokalpolitik engagieren. Das sagt Manuela Möller vom Europäischen Institut für Frauen.

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Etwas mehr als die Hälfte der Deutschen sind Frauen. Führungspositionen oder öffentliche Ämter bekleiden aber nur ein Bruchteil von ihnen. Das soll sich ändern - so die vorherrschende Meinung. Also luden das Ulmer Frauenbüro zusammen mit dem Arbeitskreis Frauen im Gemeinderat, der vh und der Handwerkskammer zum Vortrags- und Diskussionsabend "Mehr Frauen in den Gemeinderat" ein. Referentin war Manuela Möller vom Europäischen Institut für Frauen in Politik und Verwaltung (EAF) in Berlin.

Das EAF ist eine unabhängige Organisation mit dem Ziel, mehr Frauen in höhere Ämter zu bekommen. Für Möller ist es wichtig, dass gerade in der Politik viele Frauen tätig sein sollen. "Es ist undemokratisch, wenn hauptsächlich Männer die Entscheidungsträger sind."

Der Status quo in Ulm: 14 der 40 Gemeinderäte sind weiblich. Aus der Wirtschaft ist laut Möller bekannt, dass gemischte Teams am erfolgreichsten seien, nicht die reinen Männer- oder Frauenteams. Eine Studie, bei der 1000 Gemeinderätinnen deutschlandweit befragt wurden, ergab, dass sie sich über mangelnde Anerkennung und Politikverdrossenheit ärgern.

Möller beklagt, dass die Leute meist nicht wissen, was der Gemeinderat tut. Deshalb müsse das Interesse für diese Arbeit geweckt werden. Sie schlug vor den 20 Zuhörerinnen im Haus der Handwerkskammer Stadtspaziergänge oder Politikmessen vor. Möller: "Knapp zwei Drittel der Politikerinnen sind nur zu ihrem Job gekommen, weil sie direkt angesprochen wurden." Die Motive der Frauen in der Politik sei weniger die Karriere. Sie wollten sich weiter entwickeln und über den Tellerrand hinausblicken. Viele hätten auch ein konkretes Thema, für das sie sich einsetzen wollten.

Wichtig für Möller: Das Image der Kommunalpolitik muss verbessert und auf die Vereinbarkeit mit anderen Lebensbereichen geachtet werden. Damit meint sie Angebote für die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger und von Kindern. Eine Werbeaktion für die Arbeit im Gemeinderat kann laut Möller nur erfolgreich sein, wenn sie parteiübergreifend stattfindet.

Zum Vortrag kamen übrigens fast alle Ulmer Gemeinderätinnen, die von der Idee des Stadtteilspazierganges angetan waren.

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