Mit Lichtern Gutes tun

Der Baum auf dem Weihnachtsmarkt mit seinen 18 000 „Lichtern der Nächstenliebe“ war ein Hingucker. Mit dem Erlös der Aktion werden Flüchtlingsprojekte unterstützt. Die Initiatorinnen machen weiter.

|
"Lichter der Nächstenliebe". Mit dem Erlös der Aktion werden Flüchtlingsprojekte unterstützt.  Foto: 

Mitten in der größten Sommerhitze an den Weihnachtsmarkt denken? Den Frauen der Service-Clubs Soroptimist Ulm/Neu-Ulm, Soroptimist Ulm-Donaustadt, Inner Wheel Ulm und Zonta Ulm-Donau blieb gar nichts anderes übrig. 300 Lichterketten mit 18.000 Lämpchen, die im Dezember den Baum auf dem Münsterplatz geschmückt hatten, lagen ineinander verschlungen in einer großen Kiste und mussten entwirrt werden – damit sie wieder einsatzfähig sind für den nächsten Weihnachtsmarkt.

Sabine Gum, Uta Woernle, Annette Torka, Brigitte Birkenfeld, Monika Cingilli, Johanna Neumann, Uli Waas-Prommer und Monika Cingilli trafen sich in einer der Ulmer Messehallen zum Sortieren und Aufwickeln. „Das schweißt zusammen, buchstäblich“, sagt Uta Woernle lachend. Die „Lichter der Nächstenliebe“ soll es auch in den nächsten Jahren geben. Dafür haben die Frauenclubs „4 Clubs – eine Initiative“ gegründet und als Verein eintragen lassen. Vorsitzende ist Sabine Gum, die die „Lichter der Nächstenliebe“ federführend organisiert hatte.

Der schön beleuchtete Baum war das Sinnbild der Aktion. Geld sammelten die Frauen an ihrem Stand mit dem Verkauf von Weihnachtskarten, die die Künstlerin Uli Waas-Prommer gestaltet hatte. Für dieses Jahr hat die Grafikerin Julia Hanisch die Motive entworfen.

Der Erlös der Aktion war für die Flüchtlingshilfe bestimmt, für Projekte, die ansonsten nicht finanzierbar wären. Die Clubs mussten dank einer Spende der Firma Schwenk Zement kein Geld für die Anschaffung der Lichterketten aufbringen. So kamen zur großen Freude der Frauen für die Flüchtlingshilfe 15 000 Euro zusammen. Die vier Clubs überwiesen das Geld an die Diakonie, die in der Unterkunft an der Römerstraße die Sozialbetreuung übernommen hat, und an den Arbeitskreis ausländische Kinder. Unterstützt werden so Angebote für Frauen und Kinder. Bei Besuchen informierten sich Sabine Gum, Susi Rauss-Dangel, Uta Woernle und Sabine Mayer-Dölle kürzlich über die Projekte.

Frauen und Kleinkinder Die Diakonie hat in der Römerstraße eine Frauengruppe eingerichtet, die sich zweimal pro Woche trifft. Die Betreuerinnen besprechen mit den Frauen, von denen einige schwanger sind, alles, was sie auf dem Herzen haben, unterstützen sie, vermitteln Kontakte zur haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung, machen Hausbesuche und begleiten die Frauen bei Arztterminen. „Dieses Angebot erleben die Frauen als sehr hilfreich und stabilisierend“, berichtet Mayer-Dölle. Während sich die Frauen treffen, werden ihre Kleinkinder, die noch nicht in die Kita gehen, betreut. „Das gibt den Frauen Freiraum, in Ruhe persönliche Themen anzusprechen.“

Anfangs besuchten viele Frauen aus dem Balkan die Gruppe – Frauen, die kaum eine Bleibe-Perspektive hatten. Inzwischen kommen überwiegend Frauen aus Syrien. Sie sollen über kurz oder lang auch an Angebote der Familienbildungsstätte herangeführt werden.

Schulkinder Der Arbeitskreis ausländische Kinder (AAK) wirkt seit 37 Jahren als Bindeglied zwischen Schule, Eltern und Freizeit und bietet Kindern mit Migrationshintergrund in seinen Räumen in der Frauenstraße Hausaufgabenhilfe, Förderung und Freizeitmöglichkeiten. Längst treffen sich dort aber auch deutsche Kinder. Derzeit werden 16 Schulkinder aus Flüchtlingsunterkünften betreut. Der AAK hat dafür dank der Spende eine 450-Euro-Kraft eingestellt. Die Kinder besuchen Vorbereitungsklassen in Grundschulen, um Deutsch zu lernen, berichtet Mayer-Dölle. Beim AAK werden sie darüber hinaus gefördert. „Sehr hilfreich ist, dass die Kinder beim AAK Kontakte knüpfen zu anderen Kindern.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Beziehungstat: Drei Leichen in Eislinger Tiefgarage gefunden

Eine Frau hat am Donnerstag in einer Eislinger Tiefgarage drei Leichen in einem BMW entdeckt. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Eine 56-Jährige hatte ihren Mann verlassen und einen neuen Freund: der Ehemann kündigte eine Gewalttat an. weiter lesen