Mit diesen Tricks schlafen Sie besser

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Holger Keck kann nichts dafür. Er macht nur seinen Job. Aber wer ihn besucht, sehnt sich nach einer Weile nach einem Nickerchen: eingemummelt in eine weiche Bettdecke, den Kopf sanft ruhend auf einem Kissen, in der Nase den Geruch von frisch gewaschener Bettwäsche.

Womöglich liegt die Ursache der bleiernen Müdigkeit in dem, was Keck verkauft: Sein Laden „Betten Gonser“ in der Zinglerstraße ist voll mit Betten, Matratzen, mit Zudecken und Kopfkissen. In seiner Werkstatt lagern die feinsten Daunen, Federn von Gänsen und Enten und fluffige Kunstfasern, mit denen der 47-Jährige neue Zudecken herstellt und genutzte wieder auffüllt. Gleiches gilt für Kopfkissen.

Er weiß, welches Material im Sommer kühlt, welches wärmt, welches anschmiegsam ist und wie alles gepflegt wird. Seit 32 Jahren ist Keck in dem Geschäft seiner Familie tätig: „Als ich 15 war, sagte mein Vater, ich soll was arbeiten.“  In punkto Betten ist vieles besser geworden, findet Keck. „Zudecken zum Beispiel sind viel leichter“, sagt der 47-Jährige, in dessen Haar und Augenbraue sich kleinste Daunen niedergelassen haben. Schon deshalb, weil „die Matratze besser wärmt“ und weil die Schlafzimmer nicht mehr so kalt seien. Bei 17 Grad soll man schlafen, Keck liebt es kälter, „aber ich bin eine Ausnahme“.

Das Geheimnis einer guten Zudecke sei zum einen die Hülle – „meist aus Baumwolle und Batist, es gibt aber auch Seide, Kaschmir und Kamelhaar“. Letzteres etwa habe eine wunderbare Qualität: „Es ist fein, leicht, sorgt für ein trockenes Klima und wärmt  im Winter.“ Eine gute sei schon für rund 180 Euro zu haben.

Wichtig ist, was drin steckt. „Premium sind Daunen von Gänsen aus Kanada, Ungarn und Polen – natürlich aus der Schlachtrupfung.“ Für die Gänsezucht brauche es viel Platz und Wasser. Gute Ware erkennt Keck daran, wie flaumig sich die Daunen anfühlen und an ihrer Bauschkraft. „Fussel kann man nicht brauchen.“ Er drückt eine Handvoll zusammen und lässt los: Sofort entfalten sie sich wieder wie eine Blume. Auch bei den synthetischen Fasern gebe es gute Qualitäten – allerdings saugen sie keine Feuchtigkeit auf.

Eine qualitativ hochwertige Bettdecke halte locker 30 Jahre, sagt Keck. „Aber man muss sie auch pflegen.“ Das heißt: Jeden Morgen locker schütteln, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Nicht auf die warme Matratze legen wegen der Milbengefahr und alle fünf Jahre waschen lassen. Daunen seien wie Haare – sie verklebten durch Schweiß. „Man kann entweder nur die Daunen waschen oder das ganze Bett“, sagt der 47-Jährige und zeigt auf seine Ausstattung: Große Waschmaschinen und Trocknungsanlagen.

Was Kopfkissen betrifft, so hält sich Keck mit Empfehlungen zurück. „Da gibt es erstens eine Riesenauswahl. Und zweitens ist das eine sehr individuelle Angelegenheit.“ Der eine schlafe gerne hoch, der andere flach, mit kleinem, mit großem Kissen, mit beidem oder mit Nackenkissen. Auch die Füllungen sind sehr verschieden – von Daunen bis Hirse und Zirbelkiefer gibt es alles.

Fehlt zur Krönung nur noch eine schöne Bettwäsche. Hier gilt: Weniger ist mehr. „Vier Sets sollte man haben“, sagt Ursula Kreil, seit 25 Jahren Angestellte und Leiterin von „N&K – Bielefelder Wäsche“ in der Dreikönigsgasse: Zwei für den Winter, zwei für den Sommer. Diese jedoch in bester Qualität. „Bei Bettwäsche spielt eine große Rolle wie sich der Stoff anfühlt.“ Er müsse seidig, duftig und anschmiegsam sein. Im Geschäft stehen unter anderem kühle Seide, formstabiler gestrickter Jersey, warmer Biber und Flanell, glänzender und edler Satin, Brokat und Damast zur Auswahl.

Wie hochwertig die Stoffe sind, werde von der Art des Webens sowie von der verwendeten Baumwolle bestimmt. „Eine langstablige etwa ist sehr gut.“ Diese verwenden etwa Hersteller aus der Schweiz, weiß Ursula Kreil. Beste Qualität lieferten jedoch auch deutsche Hersteller. Das alles hat zwar seinen Preis – trotzdem kommen laut Kollegin Birgit Graubner beileibe nicht nur betuchte Kunden ins Geschäft. „Wir haben viele Stammkunden, aber auch neue, junge, die den Anspruch haben, sich was Schönes zu leisten“, sagt sie. Es komme eben darauf an, welche Prioritäten man setzt. Wer nicht so viel Geld habe, kaufe sich eben erst einmal ein Set. „Es gibt gute Ware für einen vernünftigen Preis“, ergänzt Ursula Kreil.

Was die Designs betrifft, so ist die Palette so breit gefächert wie der Geschmack der Kunden: Blumen, Streifen, Ornamente und einfarbige Muster. Für Ursula Kreil ist es selbstverständlich, dass der Kunde die Ware offen sieht, bevor er sie kauft: „Wir legen alles auf, nur so sieht man, wie das Muster wirkt und der Stoff sich anfühlt. Unerlässlich für das Wohlgefühl sei „gebügelte Bettwäsche“.

Bügeln ist nicht jedermanns Sache, genauso wie viele das Betten beziehen als lästig empfinden. „Von links drüber gezogen ist immer noch am einfachsten“, sagt Ursula Kreil. Zuknöpfen falle heutzutage bei den meisten Modellen weg: „Sie haben Reißverschlüsse.“ Was die Größen betrifft, so gebe es nach wie vor bei den Kissen 80 mal 80 Zentimeter große Hüllen. Diese könne man auch gut bei den kleineren 40 mal 80 verwenden: „Man schlägt den übrigen Stoff einfach nach innen“, sagt sie und macht es vor.

Bei den Bettdecken gehe der Trend zu den großen 2 auf 2,20 Meter.  Da kommt Holger Keck wieder ins Spiel, der die Formel vorgibt: „Die Decke sollte immer 20 Zentimeter größer sein als man selbst.“ Und auch entsprechend breit: „Sonst friert man.“

Fehlt noch eine gute Matratze, damit man schläft wie eine Murmeltier. Aber das ist eine Wissenschaft für sich.  Man verbringe ein Drittel seines Lebens im Bett, sagt sie. „Deshalb muss alles zusammen eine Einheit geben.“ Und ist überzeugt: Das spare Arztbesuche und Medikamente.

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29.01.2017 19:02 Uhr

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