Mit dem Ballon auf Fahrt

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Landung geglückt: Der Ballon hat wieder Boden unterm Korb.  Foto: 
Hunde kläffen das fauchende Ungetüm am Himmel an, Kinder winken und rufen begeistert „Hallooooo!“ hinauf. Ballonfahrten haben im Sommer Hochkonjunktur. Sie sind ein beliebtes Geschenk. „Ich bekam den Gutschein zu meinem Vierzigsten“, sagt ein Mozartzopfträger vor dem Start mit dem Oxx-Ballon, den viele Zuschauer beobachten. Die Passagiere legen nach einer Einweisung mit Hand an. Der Weidenkorb liegt auf der Seite. Leinen werden entwirrt. Ein Ventilator füllt die 30 Meter langen schlaffen Nylonbahnen mit Luft. Danach jagen aus dem Gasbrenner Feuerstöße in die Ballonhülle. „Wie sich dieser Stoffsack prall füllt und dann uns alle trägt“, sagt Pilot Karl Schwer aus Erbach, „das ist für mich immer noch faszinierend.“ Bei mehr als 2500 Starts in fast 20 Jahren gilt für ihn das Ballonfahrer-Motto: Glück ab, gut Land!

Zur Crew im Korb, der bis 440 Kilogramm tragen kann, gehören der Pilot und vier oder fünf Passagiere. Filmkameras, Fotoapparate werden gezückt. Wohin die Fahrt geht? „Der Wind bestimmt die Richtung“, sagt Schwer. Die Startzeit nach 18 Uhr sei ideal, weil tagsüber die Luft zu böig ist. Eine Fahrt dauert etwa 90 Minuten. Auf Augenhöhe mit dem Ulmer Münster schrumpft alles auf Spielzeugformat. Für die Gäste erfüllt sich ein Traum: über den Dingen schweben, die Heimat aus der Vogelperspektive sehen.

Bereits seit zwölf Jahren stellt sich der 64-jährige Autohändler aus Erbach mit seinem Ballon-Team der Aktion 100.000 und Ulmer helft zur Verfügung. Nicht nur im Sommer. „Für die Weihnachtstombola der Aktion stiften wir immer einen Freiflug.“ Schwer besitzt einen Segel- und Motorflugschein, 1993 machte er die Prüfung als Ballonpilot. Zu seinem Team gehören Hermann Schmid, der Chef vom Rasthaus Seligweiler an der A-8-Abfahrt Ulm Ost, im Bad-Blau-Ballon, Paul Moll und Heinz Rauscher. Und natürlich die Bodencrew, die per Funk oder Handy zum Rücktransport dirigiert wird.

„Als wir das Angebot der Aktion 100.000 ,Bei uns heben Sie ab!’ gelesen haben“, sagt Falk Pitschel, ein 39-jähriger Jurist von der Arbeitsvermittlung Neu-Ulm, „haben wir uns spontan entschlossen.“ Ehefrau Tine ergänzt: „Und weil es für eine gute Sache ist. Da dachte ich: jetzt oder nie!“ In geringer Flughöhe streift der Korb über die Blätter eines Maisfeldes. Ein Zug am Seil für das Gas, wir bekommen Auftrieb. Später bei der Landung am Schloss Erbach holpert der Korb übers Feld. Für den Rücktranport wird alles auf den Kleinbus mit Anhänger verladen. Zur Ballontaufe wird mit einem Gläschen angestoßen. „Ich hätte noch stundenlang in der Luft bleiben können“, schwärmt Pitschel. Wie die Mitfahrer ist er Feuer und Flamme.
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