Messerstecherei in Asyl-Unterkunft: Afghane will aussagen

Ein 28-jähriger Afghane ist vor dem Landgericht Ulm wegen versuchten Mordes angeklagt. Am Freitag war Prozessauftakt. Der Beschuldigte möchte aussagen.

|
Reichlich Tränen hat der 28-jährige, afghanische Mordverdächtige bei der Anklageverlesung am Landgericht in Ulm am Freitag vergossen. Ihm wird zur Last gelegt, am 21. März dieses Jahres gegen 13.30 Uhr auf einen syrischen Bewohner in einer Ehinger Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber nach einem Streit mit einem Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge eingestochen zu haben. Das Opfer wurde an der linken Niere schwer verletzt und musste zweimal operiert werden. Billigend habe der Afghane dessen Tod in Kauf genommen, schließt die Staatsanwaltschaft aus der unverhältnismäßigen Reaktion und der Intensität, mit der zugestochen worden sei. Außerdem habe er einen weiteren Syrer ebenfalls mit dem Messer am Arm verletzt, der angeblich schlichtend eingreifen wollte. Seine Wunde musste genäht werden.

Wie Benjamin Lenz von der Staatsanwaltschaft Ulm der Zweiten Großen Strafkammer verlas, hatte der Asylbewerber, der mit seiner Frau und vier Kindern in der Unterkunft lebte, einem syrischen Mitbewohner den Vorwurf gemacht, die Schuhe seiner Tochter entwendet zu haben. Daraus war der Streit und schließlich eine Rangelei zwischen den Männern entstanden, die sich sprachlich nicht verständigen konnten. Das Messer soll der wütende Afghane spontan von einem Kühlschrank genommen haben, der in einem der Räume stand, in dem sich der längere Streit ereignete. 

Die Anklage lautet auf versuchten Mord aus niedrigen Beweggründen sowie zweifache gefährliche Körperverletzung.

Den Wunsch des völlig aufgelösten Angeklagten, der mit Hand- und Fußfesseln in den Saal gebracht wurde, mit seiner Frau zu sprechen, erfüllte der Vorsitzende Richter Gerd Gugenhan nicht. Man könne aus Sicherheitsgründen keine Ausnahme machen.

Der Angeklagte, dem eine Übersetzung der Anklageschrift vorgelesen wurde, hatte sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, will aber im Rahmen der weiteren Verhandlung aussagen. Bis zu 18 Zeugen werden in dem Verfahren geladen, das am Freitag, 23. September, um 8.30 Uhr fortgeführt werden soll und für das zwei weitere Verhandlungstermine vorgesehen sind. 
Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

16.09.2016 18:33 Uhr

JA jetzt geht es auf unsere Kosten in den Bau

danach wartet die Intensive Betreuung durch die Flüchtlingsfreunde und Helfer,die sicher auch dafür sorgen ,dass das möglichste an Staatshilfe heraus geholt wird.Eine Abschiebung scheidet eh aus,denn sicher ist in Afghanistan eine Bedrohung für den Mann aus zu machen,da dort keine kriminellen erwünscht sind.

Antworten Kommentar melden

16.09.2016 16:08 Uhr

Ausweisung ?

Das wäre nun ein Fall für die angeblich verschärften Ausweisungen.
Aber keine Sorge, ich bin mir sicher, dass der Herr Deutschland nie mehr verlassen muss.
Dafür sorgt schon unsere Politik/Bürokratie.

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

52-Jähriger tötet Freundin und springt von Autobahnbrücke

Ein kreisender Hubschrauber hat am Mittwochabend im oberen Filstal für Aufsehen gesorgt. Ein 52-Jähriger hatte sich vom Maustobelviadukt in den Tod gestürzt. Zuvor hatte er im Landkreis Ludwigsburg seine Freundin getötet. weiter lesen