Messe Jagd und Fischerei:Wildbret statt Pferdefleisch

Jagd und Fischerei sind mehr als nur Wild erlegen und Fische fangen. Das zeigt sich bei der 14. "Jagd und Fischerei" auf dem Ulmer Messegelände.

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Zum Outfit gehört ein gutes Gewehr - oder umgekehrt. Foto: Matthias Kessler

Wenn die Jagdhornbläser "Aus den Bergen" spielen, die mitgebrachten Hunde der Messebesucher ob dieser Klänge ein Freudengebell anstimmen und Oberbürgermeister Ivo Gönner zum 14. Mal "die Augen tränen wegen der sehr günstigen Jagdpachtpreise im Stadtkreis" - dann ist wieder die Baden-Württembergische Jagd- und Fischerei-Messe in Ulm. Offiziell eröffnet wurde sie gestern von Landesforstpräsident Max Reger. Er lobte den Messestandort Ulm und die Messe selbst, die zum Auftakt bereits sehr gut besucht war. Sie sei eine ideale Plattform, wo sich Jäger und Angler schlau machen können. Fachargumente seien wichtig, um der Gesellschaft den ideellen Wert des "Beutemachens" zu erklären. Notwendig seien aber ebenso die Themen Ökologie und Lebensmittelhygiene. Auch deshalb wird das Landesjagdgesetz bis 2014 novelliert.

"Wildbret statt Pferdefleisch" provozierte Klaus Lachenmaier, Biologe beim Landesjagdverband, in seinem Grußwort anstelle von Landesjägermeister Dr. Dieter Deuschle. Der Verbraucher solle mehr Bret vom Reh und vom gebietsweise - beispielsweise nördlicher Alb-Donau-Kreis - radioaktiv unbelasteten Wildschwein essen.

Postwendend warb Ralf Oberacker, Präsident des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg: "Fisch ist gesund." Deshalb gebe es in den Fischereiländern Baden-Württemberg und Bayern noch genug zu tun, um die natürlichen Fließgewässer zu erhalten. Nutzung und Schutz müssten in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden.

Für die Nutzung haben einige Aussteller auf der Messe für die Angler das richtige Zubehör parat: Etwa einen Forellenköder mit Effektlackierung, denn ein Fisch brauche immer etwas Neues, um gut anzubeißen. Bei vertrauten Ködern wird er misstrauisch, sagen die Experten.

Wild wird misstrauisch, wenn das edle Nussholz-Jagdgewehr zu sehen ist. Deshalb gibt es Gewehre im Tarnlook. Auf dem beschichteten Schaft sind Farbfotos von Ästen, Laubblättern und Kiefernnadeln zu sehen. Es soll aber schon passiert sein, dass der Jäger sein in der Wiese spontan abgelegtes Gewehr nicht mehr gefunden hat, nachdem er das erlegte Wild versorgt hatte.

Wie aber überleben Rehe, Wildschweine, Hase und Rebhuhn - sofern vorhanden - derzeit in der Winterlandschaft? Das können unter anderem die 350 Kindergartenkinder erfahren, die sich für den "Lernort Natur" auf der Messe Jagd und Fischerei angemeldet haben.

Info
Die Messe ist noch bis Sonntag jeweils von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt für Erwachsene: 8, ermäßigt 7 Euro, Kinder (6 bis 14 Jahre)3 Euro.

 

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