Mesale Tolus Sohn ist in Neu-Ulm

Der zweijährige Serkan soll eine Zeitlang raus aus dem Gefängnis. Das haben die Eltern gemeinsam entschieden.

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Mesale Tolus Sohn ist in Neu-Ulm.  Foto: 

Serkan, zweijähriger Sohn der seit fast sechs Monaten in der Türkei inhaftierten Ulmer Journalistin Mesale Tolu, ist am Freitag von der Familie nach Neu-Ulm gebracht worden. Er lebt jetzt übergangsweise bei seinem Onkel, der selbst Kinder hat. Wie der Solidaritätskreis für Mesale Tolu mitteilt, haben die 33-Jährige und ihr ebenfalls aus politischen Gründen in der Türkei inhaftierter Ehemann Suat Corlu gemeinsam entschieden, dass das Kind vorläufig nicht mehr im Gefängnis bleiben solle. „Sicherlich ist das für Mutter und Kind nicht einfach, aber die Bedingungen im Gefängnis sind für den Buben noch härter“, sagt Baki Selcuk vom Solidaritätskreis.

Unterdessen gehen in der Türkei die Repressionen gegen die regierungskritische Nachrichtenagentur ETHA – dort hatte Tolu bis zu ihrer Verhaftung gearbeitet – weiter, berichtet der Solidaritätskreis. Mindestens zwei Arbeitskolleginnen Tolus seien in der Nacht zum Donnerstag festgenommen worden. Die Wohnung der Journalistin Semiha Sahin, die vor zwei Wochen auf dem Solidaritätskonzert im Ulmer Kornhaus gesprochen hatte, sei im Zuge einer Polizeirazzia von schwer bewaffneten Spezialeinheiten verwüstet, ihr Presseausweis verbrannt worden. Auch die Wohnungen von Tolus Anwälten wurden durchsucht.

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Themenschwerpunkt

Der Fall Mesale Tolu

Seit Ende April 2017 sitzt die deutsche und in Ulm geborene Journalistin Mesale Tolu in einem türkischen Gefängnis. Der Vorwurf: „Terrorpropaganda“ und „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“.

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