Mesale Tolu: Besuch im Gefängnis

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Der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, hat am Mittwoch auch die deutsche Journalistin Mesale Tolu in Haft besucht. Es gehe ihr und ihrem Sohn den Umständen entsprechend gut, teilte das Auswärtige Amt am Abend in Berlin mit. Die in Ulm geborene Journalistin und Übersetzerin war Ende April in ihre Istanbuler Wohnung festgenommen worden und sitzt mit ihrem zweijährigen Sohn im Frauengefängnis Bakirköy.

Der Neu-Ulmerin und auch ihrem Ehemann wirft die türkische Staatsanwaltschaft die Mitgliedschaft in der verbotenen linksextremen Gruppierung MLKP vor. Die 33-Jährige hat als Übersetzerin und als Journalistin für die regierungskritische, türkische Nachrichtenagentur ETHA gearbeitet. Nach Informationen des Ulmer Solidaritätskreises für Mesale Tolu, sei der Vorwurf „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation und terroristische Propaganda“ mittlerweile zum Standardvorwurf gegen Kritiker in der Türkei erhoben, die sich nicht dem System beugen oder sich nicht zensieren lassen, hatte der Sprecher des Solidaritätskreises, Baki Selcuk, vor wenigen Wochen gesagt. Unter den zahlreichen Inhaftierten sind bekanntlich auch der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel und der Menschenrechtler Peter Steudtner, die der Botschafter ebenfalls besucht hat.

Der Prozess von Mesale Tolu soll am 11. Oktober beginnen. Tolu drohen bis zu 15 Jahre Haft. Ebenfalls am Mittwoch hat ein Richter nach einer Haftprüfung entschieden, dass Mesale Tolu bis dahin in Haft bleiben muss (wir berichteten). Der Grund: Fluchtgefahr.

Der Solidaritätskreis für Mesale Tolu lädt für am 25. August zur Kundgebung am Ulmer Münsterplatz ein, um gegen die Haft zu protestieren. Beginn ist um 18 Uhr.

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Kommentare

25.08.2017 08:18 Uhr

Tolu

Was heist hier es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Sie ist nicht krankv sondern eingesperrt, weil sie ihre Meinung frei äußert und Texte übersetzt hat. Wie kann es einem da gut gehen und auch noch den Umständen entsprechend, ich glaubs nicht was für Politiker und Botschafter haben wir. Alles Luschen und bekommen dafür auch noch Geld "vom Steuerzahler".

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Der Fall Mesale Tolu

Seit Ende April 2017 sitzt die deutsche und in Ulm geborene Journalistin Mesale Tolu in einem türkischen Gefängnis. Der Vorwurf: „Terrorpropaganda“ und „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“.

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