Mehrgenerationenhäuser in der Kritik

In Ulm gibt es bereits vier Modelle für Mehrgenerationenwohnhäuser. Beim Ulmer Frauenforum kam Kritik auf an diesen Bauherren-Konzepten.

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In Ulm gibt es Mehrgenerationenwohnhäusern, bei denen Menschen jeden Alters nicht nur unter einem Dach, sondern auch in einer Gemeinschaft wohnen und leben. Nicht zu verwechseln mit den Mehrgenerationen-Häusern, die lediglich als Treff verschiedener Generationen dienen wie das Bürgerhaus Mitte.

Folgende Mehrgenerationenwohnhäuser gibt es bisher in der Stadt:

In der Schaffnerstraße hat die Ulmer Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (UWS) ein Haus mit 32 Wohneinheiten, einem Kindergarten und einem Caritas-Bistro gebaut und alles vermietet.

In der Söflinger Straße mit 36 Wohnungen ist der Vermieter die Wohnungsbaugenossenschaft Ulmer Heimstätte. Betreiber ist jedoch der Förderverein "Mehrgenerationenwohnen Ulm-West".

Im Ruländerweg am Eselsberg steht ein Haus mit 35 Wohnungen. Vermietet wurden sie in Kooperation der Heimstätte mit der Stiftung Liebenau.

In der Moltkestraße in der Weststadt entstand auf Initiative des gleichnamigen Fördervereins ein Solidarhaus mit 25 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen.

"Bei all diesen Modellen hat sich jemand von oben runter überlegt, dass man so etwas in Ulm braucht und dann wurden die Mieter ausgesucht." Uta Wittich, eher bekannt als Sprecherin des Aktionsbündnisses "Atomausstieg jetzt", hat jetzt im Frauenforum diese Modelle kritisiert. Unterschiedliche Einkommen würden bisher zu wenig berücksichtigt. Bedürftige kämen zu kurz.

Außerdem sollten sich die Mieter vor dem Einzug schon eine Zeitlang "beschnuppern" und sich dann in der Wohngemeinschaft selbst organisieren. Dazu brauche es nicht extra eine Sozialpädagogin, die im Haus Söflinger Straße als Gemeinwesenarbeiterin vom Verein finanziert wird und beispielsweise Treffs und Ausflüge organisiert. Uta Wittich möchte deshalb selbst ein "Projekt gründen" - möglichst auf genossenschaftlicher Basis.

Wie gut die Hausgemeinschaft seit zwei Jahren in der Söflinger Straße klappt, das berichtete Martin Grünitz, Vorsitzender des Vereins Mehrgenerationenwohnen Ulm-West. "Klar gibt es mal Probleme, aber die Sozialpädagogin hat uns strukturiert." Demnächst werde eruiert, was es noch für Bedürfnisse gibt unter den 72 Bewohnern.

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Kommentare

09.10.2012 08:43 Uhr

Solidarhaus Mehrgenerationenwohnen Ulm Moltkestraße

Dieser Artikel ist im Bezug des Solidarhauses in der Moltkestrasse unzureichend recherchiert worden. Angefangen mit den Wohnungen: es sind 24 Wohnungen und ein Gemeinschaftsraum. Zudem wurde gleich zu Beginn darauf geachtet, das die zukünftigen Bewohner allen Alters und Einkommen berücksichtigt.
Was Frau Wittich nicht ihrer Darstellung erwähnt, ist die Tatsache, das jeder Mitbewohner und Mitbewohnerin sich in die Gemeinschaft einbringt. Genau das war das Ziel dieser Wohnform.

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