Mattheis: Armut ist auch in Ulm ein Thema

Die Zahl der Menschen, die in Ulm Grundsicherung von der Kommune erhalten ist in den vergangenen Jahren gestiegen. „Armut ist leider auch in Ulm ein Thema“, sagte Hilde Mattheis, die Ulmer SPD-Bundestagsabgeordnete.

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Hilde Mattheis: Jeder muss von seiner Arbeit leben können. Foto: Matthias Kessler

„Armut ist leider auch in Ulm ein Thema“, sagte Hilde Mattheis, die Ulmer SPD-Bundestagsabgeordnete, bei einer Podiumsdiskussion. Bei der Veranstaltung wies SPD-Stadtrat Dr. Haydar Süslü darauf hin, dass die Zahl der Menschen, die Grundsicherung von der Kommune erhalten, in Ulm in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist: von 957 im Jahr 2008 auf 1226 im vergangenen Jahr. Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt stieg die Zahl im selben Zeitraum von 120 auf 165 Personen.

Claudia Steinhauer von den DRK-Tafelläden zeigte auf, dass insbesondere Langzeitarbeitslose zunehmend auf Tafelläden angewiesen sind, um beim Lebensunterhalt über die Runden zu kommen. Denn eine Wohnung entsprechend des im Regelsatz vorgesehenen Budgets sei in Ulm nicht zu bekommen.

Elke Toth von der Sozialberatung der Diakonie fügte hinzu, dass es auch immer mehr Menschen gebe, die trotz jahrelanger Arbeit keine ausreichende Rente hätten. Diakonie-Pfarrer Otto Frey betonte die Ausgrenzung und die Scham, die arme Menschen empfinden würden. Er warnte davor, Armut zu moralisieren.

Mattheis’ Fazit der Veranstaltung: „Man darf beim Thema Armut nicht wegschauen. Armut muss auf mehreren Ebenen bekämpft werden. Wir müssen mehr Geld in Bildung investieren und prekäre Arbeitsverhältnisse beenden.“

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Kommentare

09.09.2013 09:47 Uhr

Von Menschenhand gemachte Armut

Beantragt in Ulm/Do. ein zeitgenössischer Vertreter von vorausgehend im Wege empirisch erbrachter Leistungen in der Frage dessen, was theoretisch die Lebenswelt des Einzelnen konstituiert (Habermas, J.: Philosophische Texte, Frankfurt/Main, 2009, S. 57), gemäß § 41 Abs. 1 Ziff. 2 des Zwölften Sozialgesetzbuches die Grundsicherung bei Erwerbsminderung, gibt ein solcher Tatbestand in der Tat nicht einmal mehr dem Sachbearbeiter des dafür kommunal zuständigen Fachbereichs zu denken. Vielmehr ergehen sich dortige Angestellte höchst verbotswidrig in Mutmaßungen, ob die besagte Person nicht doch für die Arbeitsmärkte fehlqualifiziert sein könnte und daher die Armut selbstverschuldet ist.

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