Malerische und plastische Komposition

Stilistische Vielfalt: Eine surreale Bildersprache von Walter Holl trifft im Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm in Oberfahlheim auf die reduzierten plastische Formen von Basilius Kleinhans.

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    Walter Holl (rechts) und Basilius Kleinhans präsentierten im Neu-Ulmer Landkreismuseum Bilder und Plastiken. Fotos: Otfried Käppeler
  • Werke von Marianne Mostert in Oberfahlheim. 2/2
    Werke von Marianne Mostert in Oberfahlheim.
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Stilistisch unterschiedlicher könnten die Bilder von Walter Holl und die Plastiken von Basilius Kleinhans kaum sein, die derzeit im Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm zu sehen sind. Walter Holl zeigt in Oberfahlheim detailgenaue und in der Komposition ins Traumhafte oder Traumatische reichende Malerei, die etwa Landschaften mit einem grünen Stoff überzieht, der mit einem Reißverschluss zu öffnen ist. Die Landschaft ist noch da, ist aber mit einem Artefakt überzogen. Ist alles nur noch ein von Menschenhand geschaffener Fake? Derartige Absurditäten und Widersprüche Begegnen dem Betrachter in Walter Holls Bilder immer wieder.

Holl, 1938 in Ulm geboren, heute in Holzschwang lebend, war bis 2002 als Kinder- und Jugendpsychotherapeut tätig. Die gewonnenen Erfahrungen prägen thematisch seine Malerei. Dafür greift er gerne historische Genres auf, wie etwa das Porträt, hier dreier Frauen mit phantastischem Kopfschmuck. Letzter allerdings scheint allein dem Selbstzweck des Malens zu dienen. Ein Stillleben mit Salamander, einer geschnittenen Rose und Heckenschere holt das Genre in die Gegenwart, indem es das Schneidewerkzeug, das die Rose in die Vergänglichkeit führt, gleich mit vorführt.

Rudimentär wirkende Boote, Häuser und Türme bestimmen die Plastiken von Basilius Kleinhans, die er in Bronze gießt oder mit Bronzeplatten schweißt und zum Teil vergoldet. Beschränkt sich Kleinhans, der 1968 im westfälischen Beckum geboren ist und heute in Günzburg lebt, auf seine klaren Formen, die mit ihrem archaischen Charakter zur Abstraktion tendieren, dann gelingen ihm eindrückliche Kompositionen. So etwa wenn er eine locker gereihte Häuserzeile an einen Fluss setzt. Das Behaust-Sein wie das Vage des Schutzes kommen in der Arbeit genauso zum Tragen wie die plastische Behandlung von Raum und Masse, von Volumen und Form. Allerdings vergoldet der Künstler gerne Teile der Motive, was ihnen vielleicht etwas Feierliches verleihen soll. Tatsächlich aber bleibt das Gold ohne Kontext - es fällt, wenn es etwa ein Sonnenboot ziert, ins Esoterische oder in den Zierrat ab.

Info Walter Holl und Basilius Kleinhans im Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm in Oberfahlheim. Bis 2. September, Di 16-20, Sa/So 13-17 Uhr.

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