Mahnwache vor Pauluskirche gegen Konzert des Heeresmusikkorps Ulm

Mit einer Mahnwache haben Donnerstagabend wenige Personen vor der Pauluskirche demonstriert. In der Kirche begann um 19 Uhr ein Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Ulm.

|

Der Erlös des Benefizkonzerts des Heeresmusikkorps Ulm wird an drei Ulmer Einrichtungen fließen, an den Spatzenchor, die Lebenshilfe und an die Organisation Soldatentumor- und Unfallhilfe Ulm. Doch das stand nicht im Mittelpunkt des Protestes. Die Demonstranten wandten sich dagegen, dass in einer Kirche "Kriegsmusik" zu hören sei. So stand es auf einem der Transparente zu lesen.

Gleichzeitig wurde gefordert, die Bundeswehr gänzlich abzuschaffen, so der Text auf einem anderen Transparent. Die Initiative, so Tanja und Wolfgang Moll, beide in der Linkspartei und bei den Grünen engagiert, sei von einem Pfarrer ausgegangen, der seinen Namen nicht nennen wollte, aus Angst davor, seinen Job zu verlieren. Er demonstrierte mit einer Tafel: "Was würde Jesus dazu sagen? Er würde sich im Grab rumdrehen (wenn er da noch liegen würde)".

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

14.12.2013 11:05 Uhr

Jeder, der an Gott glaubt, egal welcher Religion er angehört, hat die Aufgabe. "Schwerter zu...

Uranhaltige Munition verseucht die Umwelt, die Angegriffenen und die Soldaten, die mit dieser Munition töten, werden verwundet, erleiden Spätfolgen wie Tumore und Schädigungen des Erbguts.
Erst wird von Steuergeldern die uranhaltige Munition finanziert und nun, nach dem Töten, wird mit Militärveranstaltungen für die Folgen der weltzerstörenden Waffen Spenden gesammelt, für die Linderung der Erbschäden, den Verwundungen und der Tumore.
Religionsgründer, auch Christus! haben sich für ein wertschätzendes Miteinander und für die Beseitigung der Armut eingesetzt. Christus hat zu seiner Zeit das Gotteshaus zornig wieder seiner Aufgabe zugeführt und die 9. Seligpreisung zeigt seine Forderung: "Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen."
Alle Religionen verlangen, dass man nicht lügt, nicht stiehlt und keine falschen Aussagen macht.
Es gibt keine Entschuldigung: Jeder, der an Gott glaubt, egal welcher Religion er angehört, hat die Aufgabe. "Schwerter zu Pflugscharen!"
Die Soldaten können den Demonstranten dafür danken, dass sie das Leben der Soldaten wertschätzen. Beobachtet welche Konzerne an Kriegen verdienen oder wer seine Macht durch Kriegseinsätze ausbaut und welche Begründungen wir von ihnen hören.
Und jeder hat nur ein Leben!
Nachfolgend ein kleines Zitat von Mandela, das etwas sehr wichtiges seiner Haltung gut zum Ausdruck bringt:
Ich wusste ganz klar,
dass der Unterdrücker ebenso frei sein muss
wie der Unterdrückte.
Ein Mensch, der einen anderen Menschen
seiner Freiheit beraubt ist Gefangener seines Hasses,
er ist eingesperrt hinter den Gittern
seiner Vorurteile und seiner Engstirnigkeit. (... )
Als ich die Türen des Gefängnisses durchschritt,
war dies meine Mission:
zugleich den Unterdrückten und den Unterdrücker befreien.

Nelson Mandela (in seiner Autobiographie
"Der lange Weg zur Freiheit")

Antworten Kommentar melden

13.12.2013 16:56 Uhr

Antwort auf „Geschichte & Tradition”

Geschichte und Tradition - weil sich die Römer und Alemannen am Limes geklopft haben, weil sich die Ungarn und die Schwaben auf dem Lechfeld verhauen haben, weil der Bauernkrieg und der Dreißigjährige Krieg hier getobt haben, weil Napoleon den Noch-Nicht-Deutschen den Hintern versohlt hat, weil Kaiser Wilhelm die Franzosen besiegt hat, weil der zweite Wilhelm aus Dummheit Millionen Tote zu verantworten hat und weil der 1000-jähriger Führer noch mehr Tote "produzierte" - all das ist Geschichte und leidvolle Tradition. Ist es richtig, lohnt es sich, alles blank zu putzen und auf ein "Ehrenschild" zu heben? Oder sollte einem vernünftigen Menschen diese Geschichte nicht zu denken geben?
Die Kirche muss nicht abgerissen werden, sie soll sich nur an den 10 Geboten orientieren, wenn sie glaubhaft bleiben will! Wie ist das mit der Backe, die man hinhalten soll, wenn man auf die andere schon was gekriegt hat? Wie ist es mit der Bergpredigt?
Marschmusik ist Kriegsmusik, denn Marschmusik wurde gemacht, um die niederen Stände in den Tod zu führen. Die Offiziere hatten noch nie ein Ohr dafür, sie saßen zu Pferde oder waren motoriersiert.
Zum Pfarrer, der aus Angst nicht seine Identität preisgibt - ich weiß, er hat Gründe für seine Angst und diese Gründe sind alles andere als christlich und einer Kirche unwürdig!
Bernhard Kusche, 86754 Munningen

Antworten Kommentar melden

13.12.2013 14:27 Uhr

Geschichte & Tradition

Vielleicht sollten sich die Demonstranten einmal mit der Geschichte der Pauluskirche vertraut machen: eine evangelische Garnisonskirche, in der Gottesdienste / Ehrungen etc. für das Militär stattfanden und die auch heute noch vom Militär genutzt wird … Ulm war, geschichtlich gesehen, eben eine Garnisonsstadt bis in die heutige Zeit und da gehörte das Militär und seine Beschäftigten aus Ulm und dem Umland eben mit zum Stadtbild. Es ist unsere Geschichte - auch wenn sie vielen nicht gefällt!
Es ist also verständlich, dass in der Pauluskirche eine Bundeswehrkapelle spielt.

Aber, um also das Militär aus der Geschichte und der Tradition Ulms zu entfernen, was muss man tun? Richtig: diese Kirche abreissen, aus allen Geschichtsbüchern tilgen und durch einen zivilen Neubau ersetzen!

Antworten Kommentar melden

13.12.2013 12:27 Uhr

Antwort auf „nichts anderes zu tun?”

Doch, wir haben genug anderes zu tun, nämlich hinzuschauen, wo die Bevölkerung verarscht wird und dies dann auch öffentlich zu machen. Die gesamte Militär- und Kriegsmaschinerie ist nicht anderes, als die Geldbeutel einiger weniger zu füllen und das auf Kosten der kleinen Leute. "Sicherheitspolitik" - die einzige Sicherheit, die in diesem Begriff gemeint ist, ist genauso "systemisch", wie es die Bankenrettung ist - nämlich der Steuerzahler darf bluten (auch im wahrsten Sinne des Wortes), und die Herrschaften erhöhen sich ihre Bezüge und Diäten.
Dieses Konzert in Ulm reiht sich ein in eine ganze Reihe subtiler Gemeinheiten, die die Bundesregierung und die sie tragenden Politker zu verantwortenhaben: Kinder werden zu Werbungszwecken für das "Soldatenhandwerk" eingesetzt; sei es in Konzerten, sei es in Besuchen der "Jugend"offiziere in den Schulen oder der "Karriere"berater in den Arbeitsämtern. Als in der untergegangenen DDR das Heer in die Schulen kam, war das Geschrei groß, Vergleiche zur HJ wurden gezogen. Und heute? Heuchlerei, wo man hinschaut.
Ich bin aus Nördlingen nach Ulm gefahren, um mich zu wehren und den hohen Herrschaften zu zeigen, dass es noch Leute gibt, die ihnen auf die Finger schauen!
Übrigens: so weit sind wir in unserer freien Gesellschaft: Manche dürfen sich nicht mehr trauen, ihren Namen zu nennen. Der Weg zurück in die 30er Jahre ist nicht mehr weit!
Bernhard Kusche, 86754 Munningen

Antworten Kommentar melden

13.12.2013 11:28 Uhr

Grüner Humor? - Kriegsmusik in der Kirche?

(..) Die Demonstranten wandten sich dagegen, dass in einer Kirche "Kriegsmusik" zu hören sei. So stand es auf einem der Transparente zu lesen. (..)

Kriegsmusik zur Weihnachtszeit in einer Ulmer Kirche?

Stimmt das wirklich - oder ist das wieder ein besonderer, neuer Fall in Sachen 'Grüner Humor'?

.

Antworten Kommentar melden

13.12.2013 06:57 Uhr

nichts anderes zu tun?

Ein Benefizkonzert wird Kriegsmusik genannt. Was soll man dazu noch sagen?
Manche Menschen haben wohl nichts besseres zu tun. Da hätten sie sich lieber vor dem Arbeitsamt postiert und sich was sinnvolles zu tun geben lassen. Aber wahrscheinlich waren sie da schon und es wurde ihnen gesagt dass man Menschen mit Hirn sucht, dann ist klar dass sie wieder gehen mussten...
Selig sind die geistig armen... wenigstens das ;-)

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gaffer von Heidenheim soll mit Video identifiziert werden

Die Polizei hofft, den Gaffer von Heidenheim mit Hilfe von Videoaufnahmen eines Autofahrers identifizieren zu können. weiter lesen