Mafia-Begräbnis im Stil von Hollywood

Hollywood-Show auf einem Friedhof in Rom: Zur Beisetzung eines Mafiapaten hatten die Hinterbliebenen Hubschrauber, Pferde und Rolls Royce aufgeboten. Die Reaktion der Politik: Spott und Wut.

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Der römische Mafia-Clan Casamonica hat mit einer Trauerfeier im Stil eines Hollywood-Spektakels Empörung hervorgerufen: Aus einem Hubschrauber rieselten rote Rosenblätter zur Filmmusik aus „Der Pate“ auf die Trauergemeinde, bevor sechs festlich geschmückte schwarze Pferde die barocke Kutsche mit dem Sarg zum Zentralfriedhof am Hauptbahnhof zogen. Das war für Roms Bürgermeister Ignazio Marino selbst im Urlaub in den USA zu viel. Er nannte es „inakzeptabel, wenn ein Begräbnis benutzt wird, um mafiöse Botschaften auszusenden“.

Innenminister Angelino Alfano will das Vorgehen des für Drogenhandel, Wucher und Prostitution bekannten Clans untersuchen lassen. Zur Trauerfeier im Südosten Roms waren vor der Kirche Transparente angebracht worden. Darauf prangte das Bild des im Alter von 65 Jahren gestorbenen Vittorio Casamonica als Papst mit dem Schriftzug: „Du hast Rom erobert, nun wirst Du das Paradies erobern.“

Der Kutsche an der Spitze des Trauerzugs folgte ein Rolls Royce: Erinnerung an die Jahre, in denen die Clans Macht und Reichtum demonstrativ zur Schau stellten. Der Pfarrer der riesigen Don-Bosco-Kirche, der Salesianerpater Giancarlo Manieri, ist von der Inszenierung angeblich überrascht worden. Er habe die Casamonicas nur dem Namen nach gekannt, sagte er nach der Feier peinlich berührt. „Man hat mir erst wenige Minuten vor der Messe gesagt, dass der Tote der so genannte Prinz war.“

Papst Franziskus hatte in einer Messe in Kalabrien vor einem Jahr erklärt, Mafia-Clans gehörten nicht in die Kirche. Das für die Vorortkirche zuständige Vikariat von Rom betonte jedoch jetzt, es sei ja möglich, dass der an Krebs gestorbene Casamonica seine Taten unmittelbar vor seinem Tod bereut habe. Vikariatssprecher Walter Insero: „Wir können nicht wissen, ob er sich nicht Gott angenähert hat, während er im Sterben lag.“

In derselben Pfarrei war einem unheilbar kranken Mann, der seine Ärzte um Sterbehilfe gebeten hatte, vor einigen Jahren eine kirchliche Trauerfeier verweigert worden. Der Mann habe mehrfach öffentlich erklärt, er wolle gegen die kirchlichen Regeln über das Lebensende verstoßen, sagte der Vikariatssprecher zum Unterschied zwischen der damaligen Weigerung und der Zustimmung zur Trauerfeier für den Mafia-Boss.

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