Märchenhaft im Reich der Puppen

Originell, spannend und schön: 180 Ballettschüler ließen unter der Leitung von Carma Leyds im Scharff-Haus die Puppen von Dr. Coppelius tanzen.

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Starker Auftritt: Der Ballettverein Ulm zeigte im Scharff-Haus seine Version von"Coppélia". Foto: Sophie Krauss

Schwarzes Stupsnäschen, dunkel umränderte Augen, blonde akkurate Zöpfe. Die neunjährige Viktoria wurde schon zuhause geschminkt. Am Sonntag stand die Elevin, die seit drei Jahren Schülerin des Ballettvereins Ulm ist, in der putzigen Bären-Gruppe im Scharff-Haus auf der Bühne, zweimal sogar. Nur manche Hauptrolle war in der Vormittags- und Nachmittagsvorstellung doppelt besetzt.

Keine Zeit für Lampenfieber: Vorhang auf, eine geschmeidig tanzende Katze (Anya Xie/Lea Göser) eröffnete die märchenhafte Revue, dann lief alles mit Konzentration und Disziplin. Rund 180 Mitwirkende im Alter von vier bis 66 Jahren waren mit Freude an Bewegung und Tanz beteiligt, fesselten in scheinbar spielerischer Leichtigkeit mit starken Bildern und Auftritten.

Insgesamt 1200 Zuschauer ließen sich in die geheimnisvolle Welt des Dr. Coppelius (Elisabeth Greitzke) und seiner Puppen entführen. Der Puppenmacher träumt davon, sie zum Leben zu erwecken. Fast gelingt das bei seiner Lieblingspuppe, der bildhübschen Coppélia (Leonie Albrecht/Anna Kiehl). Doch es war Täuschung, ein Streich von Swanhilda (Katrin Baumgärtner), die mit ihrer Freundin Franziska (Melanie Timmler) im recht abrupten Finale für Wiedergutmachung sorgt.

Das Choreografenteam um Carma Leyds (Gisela Montero i Garcia, Sabine Barthelmess, Marina Zimpfer, Gerda Rieder) hatte zu Léo Delibes romantischer Musikeinspielung das berühmte Handlungsballett"Coppélia" in freier Version auf die Compagnie zugeschnitten: originell, spannend und schön. Scharenweise bevölkerten kleine Zauberhexen, knuffige Silberlöffel, zackige Zinnsoldaten, anmutige Mäuse, Bären und Blumen die Szenen. Auf hohem tänzerischen Niveau bezauberten dutzende Fortgeschrittene in synchronen Formationen oder im Solo mit klassischem Spitzentanz und manchem Pas de deux. Monate hatten die Vorbereitungen gedauert. Die künstlerische Leiterin Carma Leyds hatte alle farbenprächtigen Kostüme selbst genäht. Berechtigter Stolz war allen anzusehen, als minutenlanger Applaus das Großaufgebot im malerischen Gruppenbild feierte.

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