MAB-Projektdirektorin: Eröffnung der Sedelhöfe im Herbst 2016 realistisch

Der künftige Baugrund für das Einkaufs- und Wohnquartier Sedelhöfe ist abgeräumt. Doch wie verlässlich ist der Projektentwickler MAB überhaupt noch? Und wie schnell geht es im neuen Jahr voran? Fragen an MAB-Projektdirektorin Caroline Rauschenbach

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Die MAB Development, die beim Investorenwettbewerb Sedelhöfe den Zuschlag erhalten hat und dieses parallel zur Fußgängerzone Bahnhofstraße liegende Einkaufs- und Wohnquartier realisieren soll, zieht sich aus der Entwicklung solcher Projekte zurück, wird mittelfristig abgewickelt, also aufgelöst. Was bedeutet das für das Ulmer Vorhaben? Und wie geht MAB, deren maßgeblicher Geldgeber die holländische Rabo-Genossenschaftsbank ist, mit der in Teilen des Ulmer Einzelhandels laut gewordenen Kritik an Details der Planung um? Wir haben Fragenkomplexe zusammengestellt und die MAB gebeten, Stellung zu nehmen. Schriftlich geantwortet hat Caroline Rauschenbach, Projektdirektorin für die Sedelhöfe.

Ist die MAB noch voll geschäftsfähig, oder besteht sie nur noch auf dem Papier? Wie viele Personen sind noch tätig bei der MAB? Welche Projekte entwickelt sie noch?
Mehrfach hat unser Mutterunternehmen schriftlich der Stadtspitze bestätigt, dass die MAB ihren Verpflichtungen nachkommen kann und wird. Diese Frage ist also abschließend bereits beantwortet worden. Dementsprechend können wir bestätigen, dass alle für die Projekte notwendigen Personen (hierbei handelt es sich um circa 20 Personen) bei der MAB Deutschland sind, um die Projekte voran zu treiben. In Deutschland sind wir in Solingen, Bad Homburg und Ulm tätig, in Holland und Frankreich werden rund zehn Projekte weiter entwickelt und abgeschlossen.

Fühlen Sie sich in Ulm noch willkommen?
Ja, wir fühlen uns willkommen, weil die große Mehrheit der Stadt, der IHK und vor allem der Bürger sich auf die Sedelhöfe freut. Durchweg haben wir ein konstruktives Verhältnis zu allen Projektbeteiligten. Die negativen Stimmen zu einem Projekt gibt es in jeder Stadt und bei jedem Projekt, das darf man nie persönlich nehmen. Wir müssen nur darauf achten, dass die Einzelinteressen einiger weniger die Qualität des Projektes nicht nachhaltig torpedieren und am Ende des Tages ein funktionierendes Projekt entstehen kann und nicht zu viele Köche den Brei verdorben haben, der am Ende gar keinem mehr schmeckt.

Bereuen Sie ihr Engagement in Ulm mittlerweile?
Nein, wir bereuen nicht in Ulm engagiert zu sein. Die Stadt und das Projekt sind es wert, mit vollem Einsatz einzutreten. Wir halten die Konzeption und den Grundgedanken des Quartiers an dieser Stelle in Ulm für eine einzigartige Entwicklung und für einen Meilenstein in der modernen Handelsentwicklung mit städtebaulichem Charakter. Für uns sind die Sedelhöfe nach wie vor ein Herzensprojekt.

Teile des Einzelhandels, vor allem in der Bahnhofstraße, verlangen, dass das Konzept geändert wird. Vor allem sollen die Besucherströme nicht so eindeutig auf die Sedelhöfe gelenkt werden. Ihr Kommentar zu diesem Ansinnen? Was würde eine Planänderung die Stadt kosten?
Mit der Konzeption, wie sie besteht, wurde eine Gleichwertigkeit der Eingänge geschaffen und insbesondere auch eine Durchwegung und eine Schleife in und von der Innenstadt. Die Leute gehen in beide Richtungen nicht nur in eine. So war die Wettbewerbsgrundlage, die vom Gemeinderat verabschiedet worden war und nicht die Entwicklung eines abgeschlossenen Projektes ohne Durchwegung und Besucherströme. Sehr stark spielt im Eingangsbereich auch die Grundstückssituation mit. Das Nachbargebäude Bahnhofsplatz 7 konnte von der Stadt nicht erworben werden. Da kann man keinen Vorwurf machen. Für uns bedeutet das, dass wir so auch nur mit Grundstücken planen können, die zur Verfügung stehen.

Ist die zuletzt genannte Summe von 31 Millionen Euro, die MAB für das Sedelhöfe-Gelände zahlen soll, noch realistisch?
Zu den Kosten kann keine Aussage getroffen werden, da kein konkreter oder gar umsetzbarer Vorschlag zur Änderung seitens der Kritiker gemacht wurde. Nur auf unkonkreten Wünschen können keine Kosten berechnet werden. Die Basis des Kaufpreises ist das aktuelle Konzept für die Sedelhöfe. Sehr kritisch sehen wir in diesem Zusammenhang das Thema Zeit. Die Planung wird, nach einem eineinhalbjährigen Wettbewerb, bereits seit weiteren eineinhalb Jahren vorangetrieben. Wir stehen kurz vor dem Bauantrag. Eine Änderung der Planung würde eine Verzögerung des Baubeginns von mindestens neun Monaten nach sich ziehen, wenn nicht sogar mehr. Gerade die Händler am Beginn der Bahnhofsstraße klagen bereits jetzt über den Wegfall von Besucherströmen durch die Schließung des Parkhauses an den Sedelhöfen. Eine weitere Verzögerung zur Wiedereröffnung des Parkhauses kann also auch nicht im Sinne der Händler sein. Kurzum: Jede Planungsänderung kostet alle Beteiligten viel Zeit und Geld.

Wie ist die Kuh vom Eis zu bekommen?
Dies ist eine städtische Entscheidung. Wir haben mit der Stadt einen Vertrag geschlossen, der auf einem konkreten, vom Gemeinderat einstimmig beschlossenen Konzept basiert. Wenn hier konkrete Änderungswünsche bestehen, muss geprüft werden, was das für Auswirkungen hinsichtlich Konzept, Zeit und Wirtschaftlichkeit hat. Konkrete, umsetzbare Vorschläge liegen uns allerdings nicht vor.

Sind Sie mit Sport Sohn noch im Gespräch oder herrscht Eiszeit? Sehen Sie noch Chancen, sich mit Sport Sohn gütlich zu einigen?
In den Ausschreibungsunterlagen zum Wettbewerb Sedelhöfe war gefordert worden, Flächen zur Anmietung für das Sport-Haus zu planen. Dies wurde von uns berücksichtigt, und Flächen zur Anmietung stehen immer noch zur Verfügung. Wir haben im Frühjahr mit den Eigentümern gesprochen. Seitens Sport Sohn wird allerdings ein Kauf von Flächen gewünscht. Hier stehen einfach zwei unterschiedliche Unternehmensstrategien und Konzepte gegenüber, das muss man akzeptieren. Auch was die Andienung betrifft, wurden diverse Vorschläge an die Eigentümer übermittelt, die im offenen Konzept Stadtquartier Sedelhöfe umsetzbar sind. Um das offene Quartier, welches Grundlage des Gemeinderatsbeschlusses war, weiter umsetzen zu können, wird hier eine integrative Andienungsvariante notwendig sein.

An welchem Punkt ist das Ulmer Sedelhöfe-Projekt überhaupt angekommen?
Sämtliche Planungen sind im Zeitplan gemeinsam mit der Verwaltung vorangetrieben worden. Nun liegt es an der Entscheidung der Gemeinderäte, ob das Projekt so zur Genehmigung gebracht werden kann oder nicht.

Wird die MAB die Sedelhöfe als alleiniger Investor realisieren oder mit einem oder mehreren Partnern? Falls mit Partnern: Sind schon welche an Bord?
Die MAB hat immer Projekte in Partnerschaften entwickelt, beispielsweise auch das Projekt Hofgarten in Solingen, welches im Oktober eröffnet wurde oder auch das Palaisquartier in Frankfurt am Main.

Wann wird der Closing Day sein? Wann geht es los mit dem Hochbau? Wann wird das Einkaufszentrum eröffnet?
Das hängt vom Gemeinderat ab, ob der Bebauungsplan entsprechend der aktuellen Planung jetzt so beschlossen wird. Wir glauben jedoch und halten weiter an Mitte 2014 fest. Im Anschluss an das Closing kann dann auch zügig mit den Tiefbauarbeiten begonnen werden, so dass der Hochbau im Herbst/Winter 2014 beginnen kann. Eine Eröffnung der Sedelhöfe ist dann im Herbst 2016 realistisch.

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Kommentare

04.01.2014 14:35 Uhr

sedelhöfe gezerre

Was soll das jetzt wieder, aufwärmen von Altem was wir alles schon wissen, Berichtet über Neues und wenn es das nicht gibt, dann schreibt über das schlechte Wetter. Das gibt.s doch nicht.

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