Ludwigsfelder scheitert mit Klage gegen Waschanlage

In Ludwigsfeld darf eine Waschanlage gebaut werden. Ein Anwohner scheiterte mit seiner Klage gegen das Vorhaben und schloss einen Vergleich ab.

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Aufnahme aus einer Waschanlage in Göppingen. In Ludwigsfeld darf eine Waschanlage gebaut werden. Ein Anwohner scheiterte mit seiner Klage gegen das Vorhaben und schloss einen Vergleich ab.  Foto: 

Als Claus Meyer im vergangenen Frühjahr Baumaschinen vor seinem Wohnhaus am Ludwigsfelder Höfatsweg hatte auffahren sehen, war ihm gehörig der Schreck in die Glieder gefahren. Erstmals hatte er damals mitbekommen, dass direkt gegenüber seines Grundstücks eine Auto-Waschanlage mit 8 Boxen und 10 Staubsaugerplätzen gebaut werden sollte. Alle Versuche, dies abzuwenden sind nun gescheitert, am Mittwoch hat er vor dem Verwaltungsgericht Augsburg einem Vergleich zugestimmt, der den Bau endgültig besiegelt.

„Was sollte ich denn machen“, fragt der 74-Jährige hilflos, der mit einem Nachbarn Klage eingereicht hatte: „Wir haben gewisse Verbesserungen herausgeholt und letztlich zugestimmt, um Schlimmeres zu verhindern.“ Meyer wohnt seit 1994 am Höfatsweg, und weiß im Kampf gegen die Anlage viele Anwohner hinter sich. Selbst ein Gespräch mit Oberbürgermeister Gerold Noerenberg haben er und seine Mitstreiter geführt, genutzt hat alles nichts. „Um es auf gut bayerisch zu sagen: Wir fühlen uns verarscht“, wählt er kräftige Worte.

Dabei war sein Einspruch gegen die im März vergangenes Jahres von der Stadt erteilte Baugenehmigung nicht so unbegründet, wie gestern selbst der Justitiar der Stadt Neu-Ulm, Thomas Hofmann, zugeben musste. Der Kläger hat die Baugenehmigung als unwirksam bezeichnet, weil er als direkter Anwohner nicht zu dem Bauvorhaben gehört wurde. Offenbar war der Stadtverwaltung tatsächlich ein Fehler unterlaufen, wie Hofmann einräumt: „Wir sind davon ausgegangen, dass er im rechtlichen Sinne kein Nachbar ist. Das ist bei uns falsch eingeschätzt worden.“

Allein, der Fehler bleibt folgenlos, beziehungsweise wurde jetzt „geheilt“, wie das im Juristendeutsch heißt. Durch die Klage, so Hofmann, habe Meyer vor Gericht das Recht bekommen, seine Meinung zu dem Bauvorhaben zu sagen. Freilich erstaunt es Meyer sehr, dass trotz des noch laufenden Verfahrens immer wieder an der Waschanlage gebaut wurde, was Justitiar Hofmann gar nicht erst zu bestreiten sucht: „Der Bau läuft schon. Derzeit wird die Entwässerung gemacht und der Hof befestigt.“

Dennoch können sich der Kläger und die Anwohner rund um den Höfatsweg freuen, wenigstens einige Erleichterungen erkämpft zu haben. So werden die Öffnungszeiten der Waschanlage begrenzt auf wochentags von 8 bis 20 Uhr und samstags bis 19 Uhr. Bisher war an allen Tagen der Betrieb morgens von 7 Uhr an und abends bis 22 Uhr genehmigt gewesen, was jetzt aber vom Tisch ist.

Außerdem wurde die Zu- und die Abfahrt zu der Anlage anders geregelt, als noch in der Baugenehmigung vorgesehen war. Die Zufahrt der bis zu 320 Fahrzeugen täglich befürchtet erfolgt über den Höfatsweg, abgeleitet werden sie jetzt aber über die Allgäuer - und dann die Memminger Straße. Ursprünglich hätte der gesamt Verkehr, also die komplette Andienung über den Höfatsweg erfolgen sollen.

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