Linie 2: Sorge vor dem neuen Nadelöhr

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Einstimmig – das Votum des Gemeinderates zur Zwischenbilanz der Linie 2 war am Ende eindeutig. Trotz der Kostensteigerungen von rund 24 Millionen Euro. Und doch gab es  im Verlauf der rund zweistündigen Debatte am Mittwochabend im Rathaus auch kritische Stimmen.

Vor allem Timo Ried von den Freien Wählern machte auf die Gefahren der Baustellen, die von März an die Zufahrt zur Innenstadt behindern werden, aufmerksam: „Am Kuhberg ist schon eine Apotheke draufgegangen, da liegt vieles im Argen.“ Angesichts der geplanten Baustellen  an der Ecke Olga-/Neutorstraße und in der Wagnerstraße könne es nicht sein, dass „wir alle Herzkranzgefäße gleichzeitig verschließen“, denn dann sei die City als „das Herz Ulms“ in akuter Gefahr. Baubürgermeister Tim von Winning sagte mit Blick auf die geplanten Sperrungen und Umleitungen: „Die Kunst wird es sein, dass die Leute trotzdem kommen. Vielleicht zu anderen Zeiten, vielleicht mit anderen Verkehrsmitteln.“ Timo Ried, Inhaber der Ried-Apotheken, hielt dagegen, dass für den Innenstadthandel schon einige Wochen Umsatzrückgang existenzbedrohend sein könnten: „Das ist anders als im öffentlichen Dienst.“

Karin Graf von der CDU nahm die finanziellen Risiken in der zweiten Halbzeit des Baus der Linie 2 ins Visier. Angesichts der Steigerung der Planungskosten sowie der ungeklärten Schadenersatzansprüche Ulms wegen der Verzögerung der Kienlesbergbrücke fragte Graf: „Können Sie uns Planungssicherheit geben?“ Das könne man nie vor dem Ende eines Projektes, so OB Gunter Czisch, „aber wir sind auf einem guten Weg der Beherrschbarkeit“. Er schlafe jedenfalls deutlich besser als zum Start des ehrgeizigen Projektes, das im Dezember 2018 abgeschlossen sein soll.

Auch an Photovoltaik denken

Wegen des veränderten Mobilitätsverhaltens plädierte Stadtrat Siegfried Keppler (CDU) dafür, möglichst viele Auto- und Fahrradparkplätze an die Endhaltepunkte der Linie 2 zu bringen, nur dann könne das Park&Ride-System für Besucher von außerhalb funktionieren.

Die Grünen-Stadträtin Birgit Schäfer-Oelmayer empfahl der Stadt, bei einem künftigen Betriebsgebäude für die Bahnen der Linie 2 an eine Photovoltaikanlage zu denken. Und ihre Kollegin Helga Malischewski von den Freien Wählern fragte nach der Videoüberwachung in den neuen Wagen. Das konnte Ralf Gummersbach, der zuständige Abteilungsleiter für Infrastruktur bestätigen: „Auch die neuen Avenio M-Fahrzeuge sind mit Videokameras ausgerüstet.“

 OB Gunter Czisch freute sich über die zügigen Fortschritte der Arbeiten an der neuen Straßenbahn und die gute Information der Bürger durch die „Baustellen-Sozialarbeiter“ der SWU. Sein Fazit für die zweite Halbzeit der Linie 2: „Ich hoffe, dass die Anwohner noch durchhalten.“

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Kommentare

17.02.2017 19:51 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Herr von Winning hat Humor ””

Wo sollen da die Fake News sein? Was bringen mehr Parkplätze, wenn die Zufahrtstraßen auf Dauer zurückgebaut werden. Karlstr., Neue Str., Frauenstr. Friedrich-Ebertstr. Diese für die Erreichbarkeit der Innenstadt wichtigen Straßen wurden bzw. werden in letzter/nächster Zeit zurückgebaut. Da fehlen eigentlich nur noch Olga-und Zinglerstr.

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17.02.2017 18:11 Uhr

Antwort auf „Herr von Winning hat Humor ”

gleiche Fake-News-Leier? Mal nachgesehen, was alleine die neue Tiefgarage am Bahnhof und der Zuschuss an die Sedelhöfe, damit ihre größer wird, kosten?

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17.02.2017 11:45 Uhr

Herr von Winning hat Humor

"Zu anderen Zeiten und mit anderen Verkehrsmitteln". Zum ausführlichen einkaufen in der Stadt hat man als Arbeitnehmer eigentlich nur Samstags Zeit. Da ich nicht gezwungen bin, mir die künstlich erzeugten Staus in Ulm anzutun, weiche ich eben aus. Es wird mehr im Internet bestellt, Senden, Glacis Galerie oder Blautal Center werden von mir profitieren. Es tut mir leid für die Ulmer Einzelhändler, aber sie müssten massiven Druck auf die Ulmer Stadtverwaltung machen, damit sich was verändert. Man will keinen Individualverkehr mehr in Ulm, dann wir man eben auf einen großen Teil seiner Kunden verzichten müssen.

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