Lichter der Nächstenliebe

Die 18.000 Lichter am Baum auf dem Münsterplatz sind das sichtbare Zeichen: Die Spendenaktion von vier Frauen-Clubs geht weiter. Sie bringen noch mehr Einsatz und erhalten noch breitere Unterstützung.

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Der Erfolg war überwältigend: 15.000 Euro kamen 2014 bei der Aktion "Licht der Nächstenliebe" zugunsten von Flüchtlingsprojekten zusammen. Dieser Erfolg hat die Initiatorinnen aus den vier Frauen-Service-Clubs Inner Wheel, Zonta, Soroptimist Ulm-Donaustadt sowie Ulm/Neu-Ulm regelrecht beflügelt. Ihre Aktion nimmt im zweiten Jahr noch mehr Schwung auf.

Die Frauen betreiben nun während der gesamten Dauer des Weihnachtsmarkts einen Stand, und zwar in der Nikolausgass' in der Nähe des Karussells, direkt gegenüber vom Stand der Aktion 100 000 und Ulmer helft. Damit er dauerhaft besetzt ist, schieben rund 160 Frauen in vier Schichten ehrenamtlich Dienst. Ein tolles Engagement, findet Sabine Gum, die Vorsitzende des eigens gegründeten Vereins "4 Clubs - eine Initiative". Sie freut sich, dass so viele Frauen mitmachen, "gerade in der Vorweihnachtszeit, in der alle beruflich und familiär so sehr gebunden sind".

Auch sonst hat die Unterstützung für die Hilfsaktion noch weiter zugenommen. Die Firma Schwenk Zement, die im vergangenen Jahr die Lichterkette mit 18.000 LED-Leuchten spendiert hatte, steuerte diesmal 2000 Euro bei, berichtet Gum. Das Aufhängen übernimmt wieder - auch finanziell - die Ulmmesse. Die Firma Husqvarna wird das Abhängen der Lichterkette bezahlen - Kosten, die die Frauen-Clubs nach dem Weihnachtsmarkt 2014 noch selber tragen mussten.

Sparkasse Ulm und Volksbank Ulm nahmen gleich mal gut 1000 Weihnachtskarten ab, um sie ihren Kunden als Weihnachtspost zu schicken. Die Karten, die für 5 Euro pro Stück am Stand verkauft werden, hat in diesem Jahr die Designerin Julia Hanisch gestaltet. Sie nehmen, passend zum Turmjubiläum, Motive aus dem Münster-Maßwerk auf. Beim Verkauf helfen auch Schülerinnen des St. Hildegard-Gymnasiums. Die Firma Beiselen trat ein Stück ihres Standes an die Frauen-Clubs ab. "Wir müssen keine Miete und keinen Strom bezahlen, nur das Gas für die Heizung", sagt Sabine Gum. "Wir sind aufgenommen, wie wir uns das für Flüchtlinge wünschen."

Mit dem gesammelten Geld unterstützen die Frauen-Clubs in Kooperation mit der Diakonie, der Familienbildungsstätte und dem Arbeitskreis ausländische Kinder lokale Flüchtlingsprojekte für Frauen und Kinder. So wurde eine Frauengruppe gegründet, in der sich die Teilnehmerinnen zweimal pro Woche treffen, sich austauschen und Hilfestellung in praktischen Fragen erhalten. "Die Gruppe erfüllt eine Art Einstiegsfunktion für Frauen, die neu angekommen sind", sagt Sabine Mayer-Dölle. "Sie haben zum ersten Mal Raum für sich." Dies ist möglich, weil gleichzeitig eine Kinderbetreuung organisiert ist.

Angeleitet wird die Gruppe von einer Frau, die im jugoslawischen Bürgerkrieg aus Mazedonien geflüchtet ist. "Sie fühlt sich in Deutschland angekommen, ihre Kinder konnten hier studieren. Jetzt möchte sie etwas zurückgeben."

In den Räumen des Arbeitskreises ausländische Kinder (AAK) werden schulpflichtige Jungen und Mädchen betreut, erhalten Hilfe bei den Hausaufgaben, können spielen und nebenbei die fremde Sprache üben. Darunter ist zum Beispiel ein Jugendlicher aus dem Irak, der seit drei Jahren regelmäßig zum AAK kommt. Er und seine Eltern berichteten so begeistert von dem Angebot, dass auch andere Jugendliche auf den AAK aufmerksam wurden, erzählt Mayer-Dölle. Darunter drei junge Analphabeten. In der Gruppe seien erste Schritte zur Alphabetisierung möglich - "dank ehrenamtlicher irakischer Mitarbeiter, die individuelle Einzelfallhilfe bieten".

Diese Projekte wollen die Frauen-Clubs mindestens drei Jahre lang unterstützen. Darauf haben sie sich zu Beginn ihrer Aktion festgelegt. Das heißt: Das Licht der Nächstenliebe brennt auch auf dem nächsten Weihnachtsmarkt.

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